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Die Polizei warnt Achtung Einbrecher!

Statistisch gesehen wird alle paar Minuten in ein Haus oder eine Wohnung In Deutschland eingebrochen. Gerade in der dunklen Jahreszeit steigt die Zahl. Wie können Sie sich schützen?

Einbrecher kommen nicht nur im Dunkeln, aber Kriminelle können sich die dunkle Jahreszeit durchaus zunutze machen, um in Wohnung, Häuser oder Geschäfte einzudringen.

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Wer ist gefährdet?

Wer nur die Tür zuzieht und im Erdgeschoss die Fenster gekippt lässt, lockt Langfinger geradezu an. Aus Sicht von Versicherungen ein grob fahrlässiges Verhalten. Es ist also oft Unachtsamkeit oder auch Gedankenlosigkeit, die einen Einbruch überhaupt erst möglich machen.

»Durch einen Einbruch in die eigene Wohnung wird die höchstpersönliche Privatsphäre besonders stark verletzt. Neben dem materiellen Schaden wird dadurch besonders das Sicherheitsgefühl der Menschen beeinträchtigt. Deshalb hat der Kampf gegen Wohnungseinbruchsdiebstahl eine große innenpolitische Bedeutung.«

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Einbrüche in Baden-Württemberg

Im Jahr 2014 gab es mit rund 13.500 Einbrüchen einen absoluten Höchststand in Baden-Württemberg. Seitdem gehen die Zahlen zurück. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei noch etwas mehr als 7.000 Wohnungseinbrüche im Land. Gleichwohl sollte an der Einbruchprävention nicht gespart werden.

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg meldet aktuell: im Oktober ist dort die Zahl der Wohnungseinbrüche gegenüber dem Vorjahresmonat um 50 Prozent gestiegen. Von Januar bis September gab es allerdings weniger Einbrüche als im Vorjahreszeitraum.

Wie kann man sich schützen?

Es sind einfache Sicherungen, die nicht viel kosten, aber große abschreckende Wirkung haben. Die reichen meist, um einen Einbruch zu verhindern, denn Täter wollen schnell agieren. Schützen sollte man besonders vernachlässigte Stellen wie Terrassentür, Fenster und Kellerfenster.

Alarmanlagen braucht man nur in besonderen Fällen. Sie sind nur sinnvoll, wenn mechanische Lösungen allein nicht greifen. Für wirklichen Schutz sollte man allerdings keine billige Anlage nehmen, sondern eine mit einer direkten Verbindung zur Polizei.

Kriminaloberrat Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention erklärt im Interview mit SWR1 Moderator Stefan Orner was Sie an Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus tun können, um Einbrechern das Leben schwer zu machen.

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Schutz und Gefahr hängen zusammen

Auf der einen Seite soll es Kriminellen so schwer wie möglich gemacht werden in Gebäude einzudringen. Einbruchschutz stellt aber auch eine größere Hürde im Notfall dar, beispielsweise wenn Feuerwehrleute bei einem Brand ins Haus kommen oder Bewohner es schnell verlassen müssen. Eine Lösung können sogenannte Panikschlösser sein, über die die Polizei informiert:

Was ist zu tun, wenn man Verdächtige sieht oder Einbrechern begegnet?

Die Polizei ist für jedes Foto oder für jedes notierte Autokennzeichen dankbar. Sie empfiehlt, sich Einbrechern gegenüber – wenn man ihnen im Haus begegnen sollte – passiv zu verhalten. Man sollte nicht versuchen, sie festzunehmen, sondern die Polizei verständigen.

Gelegenheit macht Diebe

Deshalb sollte man auf die richtige Verriegelung achten und leicht zugängliche Eingänge sichern, Rollläden nicht unten lassen und überquellende Briefkästen leeren. Eine aufmerksame Nachbarschaft erschwert Einbrüche, indem sie zum Beispiel Briefkästen leert, während man weg ist.

Einbrecher benötigen oft nur wenige Sekunden

Rund 85 Prozent der Einbrecher werden nie gefasst. Und bei den meisten Wohnungen benötigen Einbrecher nur Sekunden, um reinzukommen. Dazu brauchen sie nicht einmal besonderes Werkzeug: In mehr als drei Viertel der Fälle reicht den Einbrechern ein ganz normaler Schraubenzieher, um Türen oder Fenster aufzubrechen.

Wohnungseinbruch (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Thinkstock -

In den meisten Fällen benutzen Einbrecher simpelste Werkzeuge

Manchmal geht es sogar noch einfacher: Mit einer alten Kreditkarte oder einer ähnlichen Plastikkarte. Der Trick ist bekannt aus dem Tatort - leider funktioniert er wirklich. In nur fünf Sekunden öffnen Einbrecher eine Tür mit der Plastikkarte, und zwar fast geräuschlos. Das funktioniert immer dann, wenn die Tür nicht mit dem Schlüssel abgeschlossen wurde, sondern lediglich ins Schloss gefallen ist. Daher sollte man immer abschließen, und zwar mit zwei Umdrehungen des Schlüssels: Bevor man sich schlafen legt, aber auch, wenn man nur mal kurz weggehen möchte.

Tierischer Einbruchschutz?

Wie können Sie Ihr Haus, Ihre Wohnung, Ihr Hab und Gut zuverlässig schützen? Das muss nicht immer eine elektronische Alarmanlage sein, die hilft gegen Einbrecher - vor allem bei ziemlich dämlichen Einbrechern...

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