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Schlechte Luft & volle Straßen Lösung: Kostenloser Nahverkehr?

Ohne Fahrkarte, ganz umsonst in die Straßenbahn oder den Bus - das ist ein Vorschlag, der viele Menschen freuen dürfte. Kostenlos mit Bahn und Bus fahren. Es gibt bereits Städte, die es vormachen. Doch viele Fragen sind noch offen.

Die Luft muss sauberer werden. Das gilt für viele deutsche Städte. Dabei stehen die Kommunen seitens der Gerichte unter Druck. Vielerorts braucht es wegen drastischer Schadstoffwerte eine schnelle Lösung.

Weiterer Punkt: Auf vielen Straßen geht in unseren Innenstädten oft nichts mehr. Staus sind an der Tagesordnung. Vor diesem Hintergrund sprechen sich viele für das Angebot eines kostenlosen Nahverkehrs aus. Doch steigen wegen Gratistickets wirklich viele Autofahrer um?

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Ulm macht es vor

Ein Beispiel: Bis Ende des Jahres ist der öffentliche Nahverkehr im Stadtgebiet von Ulm und Neu-Ulm kostenlos. Die Stadt will damit den durch die Großbaustellen behinderten Verkehr entlasten. Wer innerhalb des Stadtgebietes von Ulm und Neu-Ulm startet und auch wieder aussteigt, fährt kostenlos - egal, ob mit Bus, Bahn oder Straßenbahn.

Auch Besucher von außerhalb können davon profitieren, wenn sie die kostenlosen P&R-Plätze am Stadtrand nutzen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Kosten der Aktion liegen bei rund einer Million Euro.

Straßenbahn in Ulm (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Kostenpunkt: 41 Millionen Euro

Ähnlich in Luxemburg: Hier werden die Gebühren für den öffentlichen Personennahverkehr ab dem kommenden Frühjahr abgeschafft. Nach eigenen Angaben ist Luxemburg damit das erste Land der Welt, in dem Bahn-, Bus-, und Straßenbahnfahrten kostenlos sind.

Grund dafür sind die überlasteten Straßen und die Umweltschäden durch den Verkehr. Demnach kostet die Maßnahme jedes Jahr rund 41 Millionen Euro und soll aus Steuereinnahmen finanziert werden.

Der etwas andere Blick aufs Thema: Florian Schröder

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