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Pit Bull, American Staffordshire, Bullterrier Kampfhunde: Kuscheltiere oder Höllenhunde?

Süß sieht er schon aus, so ein American Staffordshire Terrier. Einen halben Meter hoch, oft hellbraun oder grau mit weißer Brust und weißem Bauch und geknickten Ohren. Aber es ist auch eine Rasse, die oft für negative Schlagzeilen sorgt. Denn es ist ein sogenannter Kampfhund.

Aktuelles Beispiel ist der Prozess am Landgericht Heidelberg: Zwei American Staffordshire Terrier haben bei Leimen im Rhein-Neckar-Kreis am Pfingstmontag einen 15-Jährigen von seinem Fahrrad gerissen und schwer verletzt. Angeklagt sind drei junge Männer: Zum einen geht es um gefährliche Körperverletzung aber auch um den Vorwurf, dass sich die Männer nicht an die geltenden Regeln im Umgang mit diesen Hunden gehalten haben sollen.

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Hunde sind Ländersache

In jedem Bundesland in Deutschland gibt es unterschiedliche Bestimmungen für Hunde. Ob ein Hund als besonders gefährlich und aggressiv gilt, das steht in der Polizeiverordnung.
Bei einem American Staffordshire Terrier ist es in Baden-Württemberg so: Er zählt zu den drei Hunderassen, die von vornherein als besonders gefährlich und aggressiv eingestuft werden.  Dazu gehören auch der Bullterrier und der Pit Bull Terrier. Definitiv verboten ist es, diese zu züchten oder sie zu kreuzen. Solch´einen Hund zu halten, ist zwar erlaubt, aber nicht jedem und nur unter bestimmten Bedingungen.

Kampfhunderassen und gefährliche Hunde

Kampfhunderassen und gefährliche Hunde

American Staffordshire Terrier (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/APA/picturedesk.com)
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Tosa Inu picture alliance/ZUMA Press Bild in Detailansicht öffnen
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Bulldogge picture alliance / Benjamin Beytekin Bild in Detailansicht öffnen

Kampfhund=Killermaschine?

Ja und Nein. Zwar gibt es Hunderassen, die in den vergangenen Jahrhunderten extra für Hundekämpfe gezüchtet wurden. Wissenschaftler sagen aber, dass die Aggression nicht in den Genen liegt. Deshalb sorgen Rasselisten oft für Diskussionen. Studien belegen, dass sogenannte Listenhunde nicht aggressiver reagieren als andere Hunde. Entscheidend sei die Erziehung des Hundes und wie er gehalten wird. Demnach könnte auch ein Chihuahua bei falscher Haltung zu falscher Erziehung besonders aggressiv und bissig sein.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Hunde, die in Baden-Württemberg als Kampfhunde eingestuft werden, müssen immer einen Wesenstest machen. Dieser wird vom Veterinäramt und der Polizei durchgeführt. Geprüft wird nicht nur der Hund, sondern auch der Halter. Dabei wird das Verhalten in verschiedenen Alltagssituationen geprüft, also wie sich der Hund bei bestimmten Geräuschen verhält oder wenn Spaziergänger oder andere Hunde kommen. Wenn die sogenannten Kampfhunde den Wesenstest bestehen, gelten sie nicht mehr als gefährlich und dürfen zum Beispiel auch ohne Maulkorb Gassi gehen.

SWR1 Reporterin Carolin Hoos war im Stuttgarter Tierheim und hat sich die Kampfhunde dort mal angeschaut...

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Vanessa Bokr nimmt Hunde auf, die sonst eingeschläfert werden würden, weil sie aggressiv und gefährlich sind. Die Hundetrainerin sagt von sich selbst, sie habe das, was sie gut kann, zum Beruf gemacht. 

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