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Chancen und Risiken von Sprachassistenten Hey Google, Siri & Alexa: wo sind meine Daten?

Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant oder Siri sind immer wieder in den Schlagzeilen: ein Datenskandal jagt den nächsten. Die vielfältigen Möglichkeiten, die die Technik bietet, geraten durch diese Diskussion zunehmend in den Hintergrund. Kann man sie überhaupt noch bedenkenlos nutzen?

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Bei aller - wichtiger - Diskussion um das Potential für Missbrauch der Technik, die Risiken im Datenschutz und die Datensammelwut von Großkonzernen sollte eines nicht vergessen werden: Sprachassistenten können auch eine große Hilfe sein und nicht nur unserer Bequemlichkeit dienen.

Für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen zum Beispiel. Sprachassistenen übernehmen im wahrsten Sinn des Wortes Handgriffe, die der Mensch selbst nicht mehr oder nur schwer ausführen kann. SWR-Reporter Wolfgang Brauer mit Beispielen, wie Siri, Alexa und Google im Alltag helfen und welche Möglichkeiten sie für die Altenpflege bieten können.

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Wie sieht es also aus mit der Sicherheit unserer Daten bei Sprachassistenten und vor allem: kann ich mich in irgendeiner Weise schützen? Wir fragen nach bei SWR-Wirtschaftsredakteur Alexander Winkler...

Wie kann ich verhindern, dass Sprachassistenten mich überwachen?

Das geht leider nicht! Beziehungsweise: es geht schon, aber wenn man die Assistenz-Funktion ausschaltet, macht das die smarten Lautsprecher ziemlich sinnlos. Denn zumindest in der Grundeinstellung hören die smarten Lautsprecher ja immer zu. Immerhin: Daten werden nur aufgenommen und gespeichert, wenn das Aktivierungswort fällt, also zum Beispiel „Alexa“ oder „Hey Google“.

Aber man kann immerhin das Mikrofon ausschalten. Dafür gibt’s sowohl bei Google Home als auch bei Amazon Echo einen Knopf auf der Oberseite. Dann leuchtet der Lautsprecher rot - als Signal, dass er nicht aufzeichnet. Will ich dann aber etwas von dem Assistenten wissen, muss ich immer an das Gerät laufen und das Mikrofon per Hand aktiveren - also eigentlich ziemlich witzlos.

Ganz oder gar nicht also – gibt es keinen Mittelweg?

Jein. Bei Amazon kann ich immerhin widersprechen, dass meine Aufnahmen von echten Menschen abgehört werden. Da hatten sämtliche große Anbieter kürzlich Probleme, weil sie so die Qualität der Spracherkennung verbessern wollten.

  • Im Alexa-Datenschutzmenü gibt’s dafür den Punkt „Beim Entwickeln neuer Funktionen mithelfen“, diesen sollte man abschalten.
  • Bei Google kann man dieses Abhören zwar bislang nicht verbieten. Aber ich kann meine Aufnahmen anhören und löschen. Das findest sich unter dem Punkt „Sprach- und Audio-Aktivitäten“
  • Bei Apples Siri heißt es aber bisher tatsächlich ganz oder gar nicht. Ich kann die Assistentin nur komplett aktivieren oder deaktivieren. An Zwischenlösungen arbeitet der Konzern derzeit erst.

Letztlich gibt es nur eine Möglichkeit, dass mich mein smarter Lautsprecher nicht abhört: Den Stecker ziehen! Oder am besten erst gar keinen kaufen!

Alexander Winkler, SWR-Wirtschaftsredakteur
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Sprachassistenten zementieren Klischees

Alexa, Siri, Cortana - die meisten Sprachassistenten tragen Frauennamen und haben weibliche Stimmen. Was angenehm klingt, kann Geschlechter-Klischees verfestigen, warnt die Unesco.

Eine Frau nutzt die Spracherkennung des Apple-Programms Siri auf ihrem Smartphone (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa)
picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa

Audio-Assistenten kann man nicht nur fragen, wie das Wetter wird, und Musik oder Radiosender auf Zuruf einschalten – zuweilen kann man sich auch erkundigen, was bei der Arbeit mittags in der Kantine auf dem Speiseplan steht. In einer Kantine in Stuttgart zum Beispiel - dort steht die Sprachassistentin Alexa.

Kantine mit Mitarbeitern in der Mittagspause (Foto: dpa Bildfunk, Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk)
Auch Kantinen können Sprachassistenten nutzen für Marketing und Kommunikation. Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk
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