Nach der Pleite von Thomas Cook Die Zukunft des Reisens

Der große Anbieter von Pauschalreisen ist weg. Und mit der Insolvenz von Thomas Cook fehlen auch die Tochterunternehmen wie Neckermann oder Öger Tours. Stehen Pauschalreisen generell vor dem Aus?

Die Reisebranche steht vor einem Umbruch. Hotels und Reisebüros fürchten nach der Pleite von Thomas Cook um ihre Existenz.

Ein Airbus A320-200 von Thomas Cook am Boden (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Vertrauen in Pauschalreisen sinkt

Laut einer Umfrage eines Hamburger Marktforschungsinstituts glaubt nur ein Drittel der Menschen in Deutschland, die in den letzten drei Jahre eine Pauschalreise unternommen haben, das Buchen bei anderen Veranstaltern sicher ist.

Für Reisen geben Urlauber viel Geld aus. Die Deutschen zum Beispiel rund 70 Milliarden Euro im Jahr. Die Reiseunternehmen verdienen dabei aber kaum richtig Geld. Laut Expertenangaben bleiben den Reiseveranstaltern oft nur ein Zehntel davon übrig.

Mögliche Konsequenzen

Die Reiseveranstalter spezialisieren sich. Heute gibt es spezielle Angebote, zum Beispiel für Singles, für kinderlose Paare oder für Senioren. Und Reiseveranstalter wie Tui investieren in eine eigene Kreuzfahrtflotte und eigene Hotelanlagen.

»Ohne Alleinstellungsmerkmal sind die Veranstalter austauschbar.«

Oliver Müller-Dukat, Tourismusberater

Thomas Cook sagt Reisen bis Ende des Jahres ab

Das gilt auch für Reisen, die bereits angezahlt oder komplett bezahlt wurden. Nach eigenen Angaben kann das Unternehmen nicht gewährleisten, dass Reisen bis 31.Dezember 2019 durchgeführt werden können. Ab Jahresanfang 2020 könnten vielleicht wieder angeboten werden.

Urlauber warten am Flughafen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Urlauber warten am Flughafen Picture Alliance

»Es sollte sich in der Zukunft ändern, dass vielleicht nicht mehr so oft verreist wird, dafür aber hochwertiger.«

Claudia Adinolfi, Inhaberin eines Reisebüros in Bietigheim-Bissingen

Welche Rechte haben Flugreisende

Ist ein Flug mindestens drei Stunden verspätet oder fällt gar ganz aus, stehen dem Kunden in der EU – je nach Strecke und Höhe der Verspätung – bis zu 600 Euro Entschädigung zu. Wie viel der Flug gekostet hat, spielt dabei keine Rolle. Wenn der Flug auf den darauf folgenden Tag verschoben wird, muss die Airline auch die Hotelübernachtung und den Transfer dorthin und zurück zum Flughafen übernehmen.

Grundlage für diese Ansprüche ist die EU-Verordnung 261/04. Sie gilt für:

  • Flüge innerhalb der EU, die von einer Fluggesellschaft aus der EU oder einem Nicht-EU-Land durchgeführt werden
  • Flüge aus einem Nicht-EU-Land in die EU, die von einer Fluggesellschaft aus der EU durchgeführt werden
  • Flüge aus der EU in ein Nicht-EU-Land, die von einer Fluggesellschaft aus der EU oder einem Nicht-EU-Land durchgeführt werden

Entschädigung in folgender Höhe können Ihnen zustehen:

  • Flüge mit einer Flugstrecke bis 1.500 km: 250 Euro
  • Flüge mit einer Flugstrecke ab 1.500 km bis 3.500 km: 400 Euro
  • Flüge mit einer Flugstrecke ab 3.500 km: 600 Euro
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