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Nach dem Angriff in Halle Tat auch in Baden-Württemberg möglich?

Entsetzen und Forderungen nach mehr Polizeischutz prägen den Tag nach dem tödlichen Angriff auf eine Synagoge in Halle.

Die Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Barbara Traub, zeigte sich tief betroffen vom Anschlag auf eine Synagoge in Halle: „Es war natürlich ein Schock“, sagte sie im SWR. Gleichzeitig gab Traub sich wenig überrascht: „Wir als jüdische Gemeinden sind schon lange davon ausgegangen, dass auch in der Bundesrepublik so ein Anschlag stattfinden kann.

»Es war Terror.«

Peter Frank, Generalbundesanwalt

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Forderung nach mehr Polizeischutz

Der badische Landesrabbiner, Moshe Flomenmann aus Lörrach, forderte Polizeischutz rund um die Uhr für die Synagogen in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland. Flomenmann sagte dem SWR, die Synagogen müssten von der Polizei geschützt werden. "Können wir noch beten und in die Synagoge gehen, ohne Angst zu haben?" Diese Frage stelle sich den Juden im Land. Statt leerer Worte brauche es nun konkrete Taten.

Das kann überall passieren

Der baden-württembergische Beauftreagte gegen Antisemitismus, Michael Blume, sparch von einer neuen Form des Antisemitismus. Im SWR1-Interview warnte er, dass solch eine Tat wie in halle überall stattfinden könne.

»Es werden in Baden-Württemberg nicht unbeding mehr Antisemiten. Aber die Leute, die anitsemitisch drauf sind, die radikalisieren sich im Netz.«

Michael Blume, Landesbeauftragter gegen Antisemitsimus

Mit jeder Erfindung von neuen Medien wie dem Buchdruck, elektronischer Medien, Radio und Film, jetzt dem Internet gab es in der Geschichte laut Blume ein Anwachsen von Verschwörungsglauben und Antisemitismus.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen

In Baden-Württemberg gelten bis auf Weiteres erhöhte Schutzmaßnahmen an allen jüdischen und israelitischen Einrichtungen im Land , sagte ein Sprecher des Innenministeriums dem SWR. Der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg zufolge gibt es für die Synagogen im Land ein Sicherheitskonzept, das mit dem Landeskriminalamt abgestimmt wurde. Konkrete Angaben könnten aus Sicherheitsgründen nicht gemacht werden.

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