Landtagswahlen voraus: Wie ticken die Ostdeutschen?

Dauer

„Ostdeutsche sind gegen Flüchtlinge und wählen AfD.“ So weit, so platt. Die AfD könnte bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen Anfang September den Umfragen zufolge zwar tatsächlich stärkste Kraft werden. Die Wahrheit aber ist vielschichtiger.

Migration ist nämlich bei weitem nicht das einzige Thema, was die Menschen dort umtreibt, das zeigt eine Reportage aus Chemnitz. Mehr als die Hälfte der Ostdeutschen sehen außerdem laut einer Allensbach-Studie eine klare Trennlinie zwischen Ost und West. Linken-Chef Bernd Riexinger analysiert: Die AfD bringe den Unmut der Menschen in verschiedenen Lebensbereichen auf den Punkt und schiebe den Flüchtlingen die Schuld zu. Die Partei habe dabei aber gar keine Lösungen – und Riexinger hofft, dass das mehr und mehr Menschen in Deutschland begreifen.
Derweil lohnt sich auch ein Blick in die Vergangenheit: Vor knapp 30 Jahren gingen viele westdeutsche Beamte in den Osten, um dort den Aufbau der politischen Verwaltung zu unterstützen. Baden-Württemberg zum Beispiel war Pate für Sachsen. Ein Beamter, der damals dabei war, kann den Frust verstehen, der im Osten teilweise herrscht. Nur: Er wisse auch nicht, wie man es damals hätte besser machen können.