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Vom simplen Einkauf zum Shopping-Event Supermärkte im Wandel

Am Wochenende fallen wir Kunden wieder in den Supermärkten ein. Oft nehmen wir auch Dinge mit, die wir eigentlich nicht brauchen - und das liegt auch an den Tricks der Händler.

Die Revolution kam aus New York

Im Jahr 1930 wurde der erste Supermarkt in einer ehemaligen Autowerkstatt in der Nähe von New York eröffnet. Hier gab es ein komplettes Angebot an Lebensmitteln. Die Kunden konnten Fleisch, Obst, Gemüse und Backwaren unter einem Dach kaufen. Und sie konnten sich das, was sie haben wollten, komplett selbst aus den Regalen nehmen und am Schluss alles zusammen bezahlen. Die Waren in dem Supermarkt wurden hoch gestapelt und zum Niedrigpreis verkauft – und es gab sogar schon Parkplätze direkt vor der Tür. Eigentlich so, wie wir es heute kennen.

Tante-Emma-Laden war die Norm

Bis in die 1960er Jahre waren Tante-Emma-Läden in Deutschland ganz normal - und weil der Laden oft von einer einzelnen älteren Frau betrieben wurde, bürgerte sich der Zusatz "Tante-Emma" ein.

Tante Emma Laden in den 1960er Jahren (Foto: dpa Bildfunk, our-planet.berlin)
Tante Emma Laden in den 1960er Jahren. our-planet.berlin

Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass der Begriff aus der Nachkriegszeit stammt. Der Vorname Emma wurde vermutlich in dieses sprachliche Bild einbezogen, weil der Name früher im Hausangestellten- und Dienstbotenbereich sehr verbreitet war.

Durchbruch auch in der Bundesrepublik

In Deutschland wurde er erste große Supermarkt 1957 eröffnet und zwar in Köln. Ganz nach Vorbild aus den USA und mit einer für damalige Verhältnisse riesigen Verkaufsfläche von 1700 Quadratmetern. Die Kunden konnten nach herzenslust einkaufen. Frisches Obst, Gemüse, Konserven, Fleisch und Backwaren. Es war von allem was zu haben. Die Kunden strömten und die Zahl der Supermärkte in Deutschland stieg rasant an.

ALDI kommt auf den Markt

In den 1960er Jahren eröffnen die Brüder Karl und Theo Albrecht ihren ersten Discounter. Ihr Geschäftsmodell war simpel und sehr erfolgreich: einfach und günstig lautete das Motto. Statt einer riesigen Produktpalette gab es bei den Brüdern Albrecht nur 300 Artikel im Angebot, die sie zum Dauerniedrigpreis verkauften.

»Das Aldi-Prinzip ist aus der Not geboren worden. Die kleinen Läden, die die beiden Brüder nach dem Krieg aufgebaut hatten in den Arbeitersiedlungen, liefen nicht mehr. Der Aldi-Diskont ist wirklich als Arme-Leute-Laden entstanden.«

Walther Vieth - hat als Geschäftsführer 1961 die erste Aldi-Filiale eröffnet

Mega Supermärkte am Stadtrand

In den 1970er Jahren wurden die ersten großen Supermärkte auf der grünen Wiese gebaut. Die Verkaufsflächen und das Angebot wurden größer, es gab viele Parkplätze direkt vor dem Markt und das kam an. Denn die Bundesbürger wollten mit dem Auto bis vor die Tür fahren und gleich für die ganze Woche einkaufen. Inzwischen kehren viele Märkte zurück in die Innenstädte – weil sich der Lebensstil wieder etwas gewandelt hat. Die Menschen wollen flexibel bleiben und spontan entscheiden. Und gerade in den großen Innenstädten besitzen viele Menschen gar kein Auto mehr.

Neuer Trend: Online-Shopping

Der Lebensmitteleinkauf im Internet nimmt zu. Und es funktioniert ganz einfach. Bestellt wird am Computer oder am Smartphone und geliefert wird direkt an die Haustür. Bezahlt wird mit der Kreditkarte. In den USA ist das längst normal. Ob sich allerdings dieser Einkaufstrend auch bei uns dauerhaft durchsetzt, ist unklar.

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