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Artenschutzkonferenz in Genf Hilfe für bedrohte Tiere und Pflanzen

In Genf treffen sich derzeit die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Rund 3000 Vertreter beraten über eine Lockerung oder Verschärfung beim Schutz von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

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Etwa 30.000 Pflanzen und etwa 5600 Tierarten stehen derzeit unter seinem Schutz. Und bei der jetzigen Konferenz könnten weitere Tierarten dazu kommen, allerdings auch einige von den Listen verschwinden.

Elefantenherde im Masai Mara National Reserve, Kenia, Afrika (Foto: dpa Bildfunk, Christina Krutz (dpa))
Afrikanische Elefantenherde im Masai Mara National Reservat in Kenia Christina Krutz (dpa)

Tierschützer blicken gespannt nach Genf

Elefanten und Nashörner sind derzeit noch streng geschützt. Bis auf wenige Ausnahmen dürfen Elfenbein und das Horn von Nashörnern nicht gehandelt werden. Doch mehrere Staaten im südlichen Afrika wollen dieses Verbot nun kippen. Sie schielen auf die hohen Einnahmen aus dem Elfenbeinhandel und der Jagd auf Trophäen. Umweltschützer sind alarmiert. Sie befürchten, dass dadurch die Schleusen für die unkontrollierte Wilderei geöffnet werden. Denn eine Unterscheidung der Ware aus legaler Jagd und jener aus unkontrollierter Wilderei ist nicht möglich. Wilderer können also darauf spekulieren, ihre Ware am freien Markt gut verkaufen zu können, die Abschusszahlen dürften nach oben schnellen.

"Da wird man wütend!"

Eine wichtige Rolle bei der Erhaltung bedrohter Arten spielen auch die Zoos. Wir haben in SWR1 Guten Morgen Baden-Württemberg den Direktor des Karlsruher Zoos, Matthias Reinschmidt gefragt: Um welche Tiere geht es bei dieser Konferenz?

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Handel soll besser überwacht werden

Zurück nach Genf: Weitere Tiere dürfen hier auf einen besseren Schutz hoffen. Zahlreiche Anträge fordern zum Beispiel, den Handel mit einigen Hai- und Rochenarten stärker zu überwachen. Das gilt auch für Giraffen, die durch Wilderei und die Trophäenjagd stark bedroht sind, sowie für Reptilien oder Spinnen, deren Bestände zurückgehen, weil Terrarien-Besitzer – auch hier in Europa – bereit sind, viel Geld für sie auszugeben.

Weniger Schutz für tropische Edelhölzer?

Einige seltene Baum und Pflanzenarten stehen ebenfalls auf der Tagesordnung in Genf. Zum Beispiel wurde beantragt, den Schutz von Edelhölzern für Musikinstrumente zu lockern. Und dann steht in Genf auch noch eine Premiere an: Zum ersten Mal könnte mit dem Mammut ein längst ausgestorbenes Tier auf die Schutzliste kommen. Israel hat das beantragt, weil der Handel mit Mammut-Elfenbein ist bisher legal. Sollte sich das ändern, dann wäre ein wichtiges Schlupfloch geschlossen, durch das auch Elefanten-Elfenbein in den Markt geschleust werden kann.

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