Sendungslogo SWR1 Thema Heute (Foto: SWR)

"Simply the Best" Rock-Queen Tina Turner wird 80

Löwenmähne, Glitzerminikleid und hohe Hacken: Tina Turner ist eine der ganz Großen der Rock- und Popmusik. Von Männern bejubelt, von Frauen gefeiert. Die Rock-Queen und Soul-Diva brachte große Stadien und Hallen zum Kochen - erst zusammen mit ihrem Mann Ike, dann als Solokünstlerin. Happy Birthday zum 80. Geburtstag.

Sängerin Tina Turner während eines Konzerts in Paris mit ihren Tänzerinnen 2009 (Foto: Imago, PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY (PAR20090429704))
Imago PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY (PAR20090429704)

Unverwechselbare Stimme, unverwechselbarer Tanzstil. Tina Turner ist eine der erfolgreichsten Frauen im Musikgeschäft: In ihrer langen Karriere hat die Rock-Queen und Soul-Diva mehr als 180 Millionen Tonträger verkauft.

»Eine der größten Stimmen aller Zeiten.«

Musikmagazin "Rolling Stone"

Geboren in Tennessee

Am 26. November 1939 kommt Anna Mae Bullock im Städtchen Nutbush in den USA zur Welt. Dass sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Geschichte werden sollte, ahnt da noch niemand.

Der SWR1 Thema Heute Podcast

Dauer


Ihre Kindheit ist schwer: Die Eltern trennen sich, sie wächst zunächst bei ihrer Großmutter auf. Die ersten Erfahrungen als Sängerin sammelt die kleine Anna Mae, wie viele Künstler, im Kirchenchor.

Simply the Best Rock-Queen Tina Turner wird 80

Die junge Tina Turner als Sängerin bei der Band von Ike Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance/Courtesy Everett Collection)
Tina als Solosängerin bei der Band von Ike Turner picture-alliance/Courtesy Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen
Die junge Tina zuhause... Imago PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAg49_ 20061012_gaf_g49_035 Bild in Detailansicht öffnen
Tina und Ike Turner UPPA Bild in Detailansicht öffnen
Tina und Lionel Richie Imago xJohnxBarrett/PHOTOlink.netx/xMediaPunchx Bild in Detailansicht öffnen
Christian Hlavac Bild in Detailansicht öffnen
Prinzessin Diana und Tina Turner treffen sich bei einem Konzert im Wembley Stadion John Shelley Collection Bild in Detailansicht öffnen
ür den Film "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" schrieb Tina Turner "We don´t need an other hero". ©Warner Bros/Courtesy Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen
©Warner Bros/Courtesy Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen
1995 hat Tina Turner mit dem Titelsong zum gleichnamigen James-Bond-Hit "Golden Eye" einen Welthit. Press Association Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Sofa der Nation: Tina zu Gast bei Thomas Gottschalk in "Wetten dass.." Thomas Köhler Bild in Detailansicht öffnen
Happy Birthday zum 80.! Marechal Aurore/ABACA Bild in Detailansicht öffnen
Tina Turner heute Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Ike und Tina Turner

1958 lernt Anna Mae den Gitarristen Ike Turner kennen. Sie wird bei seiner Band "Kings of Rhythm" Backgroundsängerin, springt dann immer wieder als Solosängerin ein. Aus Promotiongründen verpaßt Ike ihr den Künstlernamen Tina Turner und ändert auch den Bandnamen in "Ike & Tina Turner".
Die beiden - mittlerweile auch ein Liebespaar - gehen auf US-Tour, treten später auch in Europa und Australien auf. Im Oktober 1960 wird ihr erster gemeinsamer Sohn geboren, 1962 heiraten die beiden.

« Ich habe Jahre gebraucht, um ihm zu vergeben.»

Tina Turner über Ike Turner

Privates Unglück

Während es musikalisch gut läuft, ist die Ehe von Tina und Ike Turner alles andere als glücklich: Ike nimmt Drogen und stellt sich als brutaler Ehemann heraus. Erst 1976 schafft es Tina ihn zu verlassen, mit gerade mal 36 Cents in der Tasche. Um die Scheidung schnell über die Bühne zu bekommen, verzichtet sie auf alle finanziellen Ansprüche und sämtlichen Rechte an gemeinsamen Songs.

SOUL TO SOUL, Ike and Tina Turner, 1971 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Courtesy Everett Collection)
Courtesy Everett Collection

Die besten Plattencover

Die besten Plattencover von Tina Turner

Plattencover Tina Turner (Foto: SWR, Coverscan (Sue Records))
Mit der jungen Ann Mae Bullock hatte Ike Turner eine sagenhafte Entdeckung gemacht. 1959 wurde das Paar vom New Yorker Label „Sue Records“ unter Vertrag genommen und „A fool in love“ war der erste Erfolg, der dem Duo gelang. Hits wie „I idolize you“, „It’s gonna work out fine“, „Poor fool“ und „Tra La La La La“ folgten. Durch diese Erfolge entstand der Vorläufer der späteren Ike & Tina Turner-Revue. Coverscan (Sue Records) Bild in Detailansicht öffnen
In Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Produzenten Phil Spector entstand „River Deep - Mountain High“. Klotzen, nicht kleckern: 21 Studiomusiker wirkten an der Produktion mit, die ungefähr 22.000 Dollar verschlungen haben soll. Für damalige Begriffe eine horrende Summe. Der Song wurde im Laufe der Jahre zum Klassiker, blieb aber seinerzeit in den Staaten auf einem enttäuschenden 88. Platz in den Hitparaden hängen. Anders in Europa: dort stand der Song auf Position 3 der Bestsellerlisten. Coverscan (London) Bild in Detailansicht öffnen
Das 1968er Album „So fine“ brachte insgesamt fünf Single-Auskopplungen hervor, wovon sich allerdings lediglich der Titelsong in den Charts wiederfand. Im Begleittext zur LP stand zu lesen: „Hier nun ist ihre neueste Platte und präsentiert, wie es so die Art von Ike & Tina Turner ist, die vertraute, beliebte und hochexplosive Mischung aus Blues-Keller und Gospel-Kirche. Wieder einmal bringen die beiden das große Kunstwerk fertig, zugleich modern und zeitlos zu sein.“ Coverscan (London) Bild in Detailansicht öffnen
Nach der Tournee von Ike & Tina Turner mit den Rolling Stones im November 1969 begann das Duo, Rocksongs in sein Repertoire aufzunehmen. Im Januar 1970 veröffentlichten sie ihre Fassung des Beatles-Songs "Come Together", die beim Publikum glänzend ankam. Auf dem gleichnamigen Album fand sich mit dem Rolling Stones-Hit „Honky Tonk Women“ eine weitere prominente Cover-Version. Coverscan (Liberty Records) Bild in Detailansicht öffnen
Zwei weitere Songs aus dem Repertoire der Beatles („Get back“, „Let it be“) gab es auf dem Album „Workin‘ together“ zu hören, das Anfang 1971 in den Geschäften stand und als die beste und erfolgreichste Produktion des Ehepaares bezeichnet wird. Ebenfalls war der CCR-Klassiker „Proud Mary“ mit vertreten, der von Ike Turner ein neues Arrangement verpasst bekam und für den sie 1972 einen Grammy Award erhielten. Bei Live-Auftritten stellte der Song stets einen Konzert-Höhepunkt dar. So durfte… Coverscan (Liberty Records) Bild in Detailansicht öffnen
…die Nummer auch bei ihrem Gastspiel im legendären Pariser „Olympia“ nicht fehlen. Aus der Studio-Fassung von „Proud Mary“ mit einer Laufzeit von knapp 3’20 Minuten wurde hier ein fast neunminütiges Event. Ein Mitschnitt des Konzertes vom 30. Januar 1971 erschien auf zwei Langspielplatten. In Deutschland fand das Doppel-Album zahlreiche Liebhaber, so dass damit hierzulande ein 25. Platz in den Verkaufs-Hitparaden gelang. Coverscan (Liberty Records) Bild in Detailansicht öffnen
Mit „Nutbush City Limits“ gelang Ike & Tina Turner 1973 wahrscheinlich der größte Wurf ihrer langen Karriere. Tina Turner hatte den Song selbst geschrieben. Er handelte von der Kleinstadt Nutbush in Tennessee, in der sie aufgewachsen war. Ein Jahr später folgte das Album „Sweet Rhode Island Red“, zu dem Tina Turner neben dem Titelsong noch weitere Nummern geschrieben hatte. Es beendete das Kapitel „Ike & Tina Turner“. Sie trennte sich von ihrem Ehemann und beschloss, fortan getrennte Wege zu gehen. Ihr Debüt… Coverscan (United Artists) Bild in Detailansicht öffnen
…als Solistin legte sie mit „Tina turns the country on“ im Sommer 1974 vor. Ihre Interpretationen von Country-Songs aus der Feder von beispielsweise Dolly Parton, Hank Snow oder Kris Kristofferson sahen zwar keine Hitparade von innen, wurden jedoch für dem Grammy Award nominiert. Coverscan (United Artists) Bild in Detailansicht öffnen
Die ersten Jahre nach der Trennung von Ehemann Ike gestalteten sich beruflich schwierig. Ihr Album „Rough“ aus dem Jahr 1978 blieb wie Blei in den Regalen liegen. Daraus wurde u. a. „Viva la money“ auf Single ausgekoppelt. Tina Turner versuchte sich hierbei in der Disco-Masche und fiel damit beim Publikum durch. Coverscan (Ariola) Bild in Detailansicht öffnen
Nach dürren Jahren kehrte Tina Turner 1984 mit einem Paukenschlag zurück. Schätzungsweise 20 Millionen Exemplare wurden von „Private Dancer“ weltweit verkauft. Dafür wurde sie mit Edelmetall-Auszeichnungen regelrecht überschüttet. Die begleitende Welt-Tournee umfasste 177 Konzerte. „Let’s stay together“, „What’s love got to do with it“, „I can’t stand the rain“ und der Titelsong sind bis heute unverwüstliche Pop- und Rock-Klassiker. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
Bereits 1975 war sie als “Acid Queen” in der Verfilmung der Rock-Oper “Tommy” auf der Leinwand zu sehen. Zehn Jahre später spielte sie neben Mel Gibson im Actionfilm „Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel“ die weibliche Hauptrolle („Aunty Entity“). Als gnadenlose Herrscherin von Bartertown machte sie ihm nicht nur als kettenbehangener Bösewicht, sondern auch als Sängerin die Hölle heiß. „We don’t need another hero“ bezeichnete die Künstlerin selbst als einen ihrer Karriere-Höhepunkte. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
1986 schaffte sie es, mit dem Album „Break every rule“ die grandiose Erfolgsserie fortzusetzen. Vorab erschien die Single „Typical male“, die sie auch im Deutschen Fernsehen in „Wetten, dass…?“ vorstellte. Bei der Nummer war auch ihre musikalische Begleitung prominent besetzt: Terry Britten, der die Platte produzierte, spielte Gitarre und Bass und Phil Collins saß am Schlagzeug. „What you get is what you see“ und „Two people“ waren weitere erfolgreiche Songs, die als Single erhältlich waren. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
Der Starfotograf Peter Lindbergh lichtete sie für ihr Album „Foreign affair“ auf dem Pariser Eiffelturm ab. Nicht nur das Foto sondern auch die Musik der neuen Produktion brachte sie erneut hoch hinauf - weniger in ihrem Heimatland Amerika, dafür in Europa. Beispielsweise…. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
… in England - dort war es ein glatter Nummer 1-Erfolg. „I don’t wanna loose you“, „Be tender with me Baby“ (beide übrigens komponiert von Albert Hammond), „Steamy windows“ (hier im Bild) … Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
…und allen voran „The best“, das zu ihren bekanntesten Liedern zählt, entstammten alle dieser Produktion. Gerade dieses Lied entwickelte sich zu einem Dauerbrenner im Radio. Weniger bekannt ist, dass es im Original von Bonnie Tyler stammt. Sie veröffentlichte es bereits 1988 auf ihrem Album „Hide your heart“. Geschrieben wurde „The best“ von Holly Knight und Mike Chapman, der zum Beispiel für viele Hits der Gruppe Smokie verantwortlich zeichnet. Nach … Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
...so vielen Hits war es Zeit für ein Doppel-Album mit all ihren Erfolgen, eben „Simply the best“. Neben den glanzvollen Highlights gab es jedoch auch brandneues Liedgut zu hören, wie „Way of the world“. Die eingängige Midtempo-Nummer floss erneut aus der Hit-Feder von Albert Hammond. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
Den Titelsong eines James Bond-Films zu singen, stellte schon immer eine besondere Auszeichnung dar. 1995 fiel die Wahl auf Tina Turner, die mit „Goldeneye“ erneut einen großen kommerziellen Erfolg landen konnte. Mit „Bono“ und „The Edge“ der Band „U2“ waren zwei weitere musikalischen Hochkaräter daran beteiligt. Sie schrieben den Song, der sich mühelos in die Shirley Bassey-Tradition einfügte. Auch diese Platte verkaufte sich in Europa deutlich besser als auf anderen Kontinenten. Er fand… Coverscan ( Bild in Detailansicht öffnen
…Eingang in ihr Album „Wildest Dreams“, das 1996 in den Geschäften stand. Die Ballade „On silent wings“ daraus entwickelte sich zum Pop-Klassiker. Stimmliche Unterstützung erhielt sie hierbei von Sting. Im Laufe ihrer Karriere… Coverscan (Parlaphone) Bild in Detailansicht öffnen
…hat sie immer wieder mit den Größten der Musikszene Duette aufgenommen. Die Liste reicht von Rod Stewart und David Bowie bis hin zu Eric Clapton und Eros Ramazzotti. Im Gegensatz zur Album-Version, wo der Schauspieler Antonio Banderas die Rolle des Sprechers übernahm, war bei der Single-Veröffentlichung von „In your wildest dreams“ der unverwechselbare Barry White mit von der Partie. Coverscan (Parlaphone) Bild in Detailansicht öffnen
1999 legte sie ihr zehntes Studio-Album vor, das zugleich auch ihr letztes war. Nach „Twenty Four Seven“ zog sich Tina Turner von der Plattenproduktion zurück und veröffentlichte danach nur noch ganz vereinzelt neue Titel. Im Laufe ihrer Karriere hat sie über 180 Millionen Tonträger weltweit verkauft. Coverscan (Parlaphone) Bild in Detailansicht öffnen

Simply the Best - ihre einzigartige Karriere

Danach schlägt sich Tina Turner mehr recht als schlecht durchs Leben. Das ändert sich 1984 mit dem Erscheinen ihres Albums "Private Dancer": die erste Single "What´s love got to do" klettert auf Platz 1 der Charts - ein Lied, das mit Blick auf ihr Leben und die Liebe perfekt zu ihr zu passen scheint. Ein Jahr später gewinnt Tina drei Grammys.

Barbara Scherrers Musikkosmos

Dauer

Ruhestand in der Schweiz

2009 zieht sich Tina Turner mit 70 aus dem Showbizz zurück. Ihren Ruhestand verbringt sie nun im schweizerischen Küsnacht am Zürichsee. Gemeinsam mit einer Musiktherapeutin und einer Mantrasängerin veröffentlicht sie buddhistische und christliche Gesänge.

Mehr zum Thema

Barbara Scherrers Musikkosmos Tina Turner - Ein Tornado wird 80

Tina Turner. Eine Sängerin mit einer unverwechselbaren Stimme. Mit einem unverwechselbaren Tanzstil. Mit einer unglaublichen Energie und einem Willen, den nicht mal ihr gewalttätiger Mann Ike Turner brechen konnte. Sie verlässt ihn mit nur 36 Cents in der Tache. Keine Klamotten, kein Auto, kein Haus, kein Geld. Nur ihren Namen hat sie noch. Sie muss tingeln und legt dann eines der größten Comebacks der Pop und Rock Musik hin. Sie wird zum Superstar auf der ganzen Welt, füllt Stadien, fegt wie ein Tornado über die Bühne. Für viele Frauen ist sie ein Vorbild, weil sie einen Neuanfang gewagt hat. Als sie in der Mitte ihres Lebens eine neue Liebe findet, macht sie eine klare Ansage: "Wenn du nach Kalifornieren kommst, musst du mit mir Liebe machen." Sowas kann einen Mann schon mal in die Knie zwingen, nicht so Erwin Bach, mit dem sie inzwischen verheiratet ist. Von den Anfängen dieser Lebensliebe erzählt Lothar Meinerzhagen, er ist damals Europachef bei Capitol Records. Er glaubt an Tina Turner, bringt ihr Comeback in Europa mit auf den Weg. Die vergangenen Jahre sind von gesundheitlichen Problemen geprägt. Und doch ist sie glücklich und zufrieden, Kraft zieht sie aus ihrem buddhistischen Glauben.Tina sagt: das ist eine Reise, dorthin zu kommen wo sie jetzt ist. Die Reise einer Frau, die alles weggegeben hat und dann vom Leben belohnt wurde. Mehr als sie es je erwarten konnte. Mit Erfolg, Ruhm und mit Liebe und Glück.  mehr...

STAND