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Milliardensummen und kein Ende Das Geschäft mit dem Fußball

Fußball hat sich in den letzten Jahren immer mehr von einem Sport für Millionen zu einem Milliarden-Geschäft entwickelt. Die Summen, mit denen dabei jongliert wird, kennen nach oben offenbar keine Grenzen.

Es war vor zwei Jahren im Sommer. Da staunten viele nicht schlecht, als sie diese Summe sahen und hörten: 222 Millionen Euro! Für diese Rekordsumme wechselte Fußball-Star Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain. Es war nur der vorläufige Höhepunkt in einem sich immer weiter drehenden Summen-Karussell.

"Mir ist es egal, ob er 220 Millionen kostet oder 440 Millionen. Es übersteigt meine Fähigkeit, das einzuordnen."

Christian Streich im ZDF über den Transfer von Neymar

Früher ging es in den Fußball-Vereinen um Sport. Heute sind die Clubs oft internationale Wirtschaftsunternehmen.

DFL-Geschäftsführer zu Gast in SWR1 Leute

Keine Frage: Das Geschäft mit dem Fußball boomt. Für die Bundesliga-Übertragungsrechte fließen Milliarden und die Stadien sind knallvoll. Aber wie lange noch, wenn am Schluss doch wieder Bayern München Deutscher Meister wird? Immer mehr Fans sind inzwischen gelangweilt und verärgert, auch wegen der Anstoßzeiten. Christian Seifert stellt die Weichen für die Zukunft. Er ist der Geschäftsführer der DFL und damit einer der mächtigsten Männer im deutschen Fußball. Er war zu Gast in SWR1 Leute.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
10:00 Uhr
Sender
SWR1 Baden-Württemberg

Die teuersten Fußballer-Transfers ever

Millionensummen Die drei teuersten Transfers

Brazil forward Neymar (10) reacts after a play during the second half of an international friendly against Colombia at Hard Rock Stadium in Miami Gardens, Fla., on Friday, September 6, 2019. The game ended in a 2-2 draw. (David SantiagoMiami HeraldTNS) Photo via Newscom picture alliance (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / newscom)
In der Saison 2017/18 wechselte der brasilianische Linksaußen Neymar für unglaubliche 222 Millionen Euro vom FC Barcelona in die französische Ligue 1 zu Paris Saint-Germain. Wie lange er dort noch bleibt ist allerdings ungewiss: Bereits diesen Sommer wollte Barcelona ihren ehemaligen Superstar bereits wieder zurückholen, der Transfer scheiterte jedoch. picture alliance / newscom Bild in Detailansicht öffnen
Das portugisische Wunderkind Joao Felix sorgte vergangene Saison für Furore und wurde von den großen Klubs aus ganz Europa gejagt. Den Zuschlag bekam letztlich Atlético Madrid für insgesamt 126 Mio. Euro und machte den 19-Jährigen somit zum teuersten Transfer der abgelaufenen Transferperiode 2019/2020. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Um den amtierenden Weltmeister von Borussia Dortmund loszueisen bezahlte der FC Barcelona stolze 125 Mio. Euro(inkl. Boni) für Ousmane Dembélé. Um seinen Transfer nach Spanien durchzusetzen schwänzte der junge Franzose sogar das Mannschaftstraining beim Bundesligisten, es folgte eine Suspendierung und im Anschluss folgte der Transfer nach Barcelona. Aufgrund von Verletzungen und Disziplinlosigkeiten konnte sich der mittlerweile 22-jährige noch nicht richtig beim amtierenden spanischen Meister durchsetzen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Enorme Unterschiede zwischen Profis und Amateuren

Auf der einen Seite gibt es Tausende Amateur-Vereine, die nur durch viele ehrenamtliche Helfer existieren können und auf der anderen Seite das große Stadiongeschäft mit den Profivereinen, die Milliarden machen. "Der Unterschied wird wohl immer größer", meint auch SWR1 Sportreporterin Julia Metzner.

Doch warum bekommen von den Einnahmen in Milliardenhöhe nicht auch die Amateure was ab? Einfache Antwort: Weil die DFL nicht der DFB ist. Weil die DFL das Geld für die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga aquiriert: Dort gibt es die vollen Stadien, das bringt Sponsoren, Fernsehübertragungen und Geld.

Der DFB hat dann erst die dritte Liga wieder in der Hand und da sind die Unterschiede deutlich: ein Zweitligist kriegt im Durchschnitt 10 Millionen Euro TV-Gelder, in der dritten Liga sind es für jeden gut 800 000 Euro, in der Regionalliga gibt’s schon fast gar nichts mehr.

"Die Schere zwischen Profi- und Amateurfußball wird weiter auseinandergehen."

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

Und Julia Metzner weiter: "Einer der für die Amateure sprechen könnte, wäre Noch-Freiburg-Präsident Fritz Keller. Er wird nicht auf den Tisch hauen und die großen Gelder an die armen Kleinen verteilen, das wird er nicht können: Die DFL hat jetzt schon an Einfluss auf den DFB gewonnen und so wie es aussieht, soll der Präsident ja weniger Macht haben."

Fankulisse vor dem Spiel. (Foto: SWR, Figaj)
Fankulisse vor dem Spiel. Figaj

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