Helferin des Katholikentags in Stuttgart (Foto: Pressestelle, DKTS)

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Viel zu diskutieren - 102. Katholikentag in Stuttgart

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Beim Katholikentag in Stuttgart werden deutlich weniger Gläubige erwartet als bei ähnlichen Veranstaltungen vor der Pandemie. Dabei werden gerade jetzt viele Debatten geführt.

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Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am kommenden Mittwochabend startet der 102. Katholikentag in Stuttgart. Nach zwei Jahren Pandemie ist es die erste kirchliche Großveranstaltung, die wieder in Präsenz stattfinden kann. Geplant sind rund 1700 Einzelveranstaltungen.

Katholikentag mit deutlich weniger Besuchern

Auf dem Katholikentag trifft sich die Basis der Gläubigen. Organisiert wird er vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), die Dachorganisation der katholischen Laien in Deutschland. Die Präsidentin des ZdK Irme Stetter-Karp rechnet allerdings nicht mit einem besonders großen Zulauf. "Die Menschen haben immer noch ein großes Sicherheitsbedürfnis". Sie hofft, dass zu den 20.000 schon registrierten Dauergästen noch bis zu 10.000 Tagesgäste kommen, vor allem aus dem näheren Umland von Stuttgart. Das ist vergleichsweise wenig. Beim letzten Katholikentag in Münster vor vier Jahren hatten fast 90.000 Gläubige teilgenommen.

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Kontroverse Themen

Aber vielleicht reizen den ein oder anderen Besucher auch die Themen. In mehreren Veranstaltungen werden kontrovers geführte Debatten aufgegriffen wie etwa das Thema Frauenweihe, Segnung homosexueller Paare, Heirat von Priestern und der Umgang mit den Vorfällen sexuellen Missbrauchs. Die Entwicklungen im Ukrainekrieg konnten laut Stetter-Karp nur zum Teil noch ins Programm mit aufgenommen werden, das in der Regel zwei Jahre im Voraus geplant wird. Aber auch die Diskussion um Friedensethik und Waffenlieferungen wird aufgegriffen werden.

"Die Zukunftssorgen haben deutlich zugenommen und da miteinander zu sprechen, was führt uns heraus, wie können wir uns gegenseitig stärken, das ist ein Beitrag, den Religionen zu leisten haben."

Der 102. Deutsche Katholikentag beginnt am Mittwochabend mit einer feierlichen Eröffnung im Oberen Schlossgarten. Anschließend gibt es einen kulturellen und kulinarisch bunten Abend der Begegnung in die Stuttgarter Innenstadt. Zu den Zentralen Veranstaltungen gehören traditionell der große ökumenische Gottesdienst am Freitag und das Fest am Samstagabend in der Innenstadt. Am Sonntag endet der Katholikentag mit einem Festgottesdienst vor dem Neuen Schloss.

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Steinmeier und Scholz auf den Podien

Auf den Podien sitzen auch diesmal wieder einige prominente Persönlichkeiten. Sicher zugesagt haben sowohl Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als auch Bundeskanzler Olaf Scholz. Steinmeier wird zur Eröffnung am Mittwochabend kommen und Donnerstag an einem Großen Podium mit dem Titel "Herausforderung begegnen. Klimakrise, Pandemie und Krieg." Bundeskanzler Scholz kommt am Freitag. Das Podium, auf dem er sprechen wird, trägt den Titel: "Zeitenwende und Zusammenhalt. Gesellschaft und Politik in unsicheren Zeiten." Von den Bundesministern werden noch Cem Özdemir, Svenja Schulze und Hubertus Heil kommen - und natürlich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Kollegin Malu Dreyer aus Rheinland-Pfalz.

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