Gebetswoche für die Einheit der Christen (Foto: IMAGO, IMAGO / epd)

Langer Weg zur Einheit der Christen

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Die Gebetswoche für die Einheit der Christen, zu der die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) eingeladen hat, endet am 25. Januar. Noch gibt es einiges, was die christlichen Konfessionen voneinander trennen.

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Das Christentum ist die größte Glaubensgemeinschaft auf der Erde. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen christlichen Konfessionen Unterschiede und Hindernisse, die einer wirklichen Einheit innerhalb des Christentums im Weg stehen.

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Aus der Sicht von Jochen Wagner, Referent bei der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) stehen vor allem dogmatische Fragen der Einheit der christlichen Kirchen im Weg, etwa das Verständnis des Abendmahls oder die Verständnisse des Amts. "Wer darf das Amt ausüben, wie wird es begründet? Da steckt ja jahrhundertelange Theologie und Philosophie drin."

"Da müssten noch viele dicke Bretter gebohrt werden, bevor man sich da einig wird."

Auf der anderen Seite, sagt Wagner ginge es ganz schnell beim gemeinsamen Gottesdienst, beim gemeinsamen Beten. "Das ist ja alles möglich."

Die Frage des Abendmahls

Die unter 40-Jährigen könnten die Diskussion um das Abendmahl nur noch ansatzweise verstehen, sagt Wagner. Sie würden sich im Zweifelsfall im Gottesdienst einer anderen Konfession das Abendmahl oder die Eucharistie nicht verbieten lassen.

Frauen als Priesterinnen

Ein wichtiger Unterschied zwischen den Konfessionen betrifft die Rolle der Frau. In der katholischen und orthodoxen Kirche können Frauen nicht als Priesterinnen geweiht werden. "Ich würde mir natürlich wünschen, dass das Amt auch offen ist für Frauen. Das wäre mir schon auch ein sehr wichtiges Anliegen, sagt Jochen Wagner und weißt darauf, dass man sonst die Hälfte aller Personen, die in der Kirche sind, ausschließe.

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Wo kann man ansetzen?

Es gehe viel um das Erleben, sagt Wagner und erläutert: "Man trifft sich. Man feiert zusammen Gottesdienst. Man diskutiert die Themen und erlebt Kirchen, die mit gewissen Fragen offener umgehen und fängt vielleicht an darüber nachzudenken." Auf der anderen Seite gebe es auch Studientage, "wo wir versuchen, das Ganze noch einmal theologisch zu durchdenken und möglichst auch auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen."

Positive Beispiele aus der Praxis

Das gegenseitige Lernen im ökumenischen Kontext sei beachtlich, sagt Wagner. Als Beispiel nennt er die protestantische Tradition des freien Gebets. "Die Gebete werden frei und spontan formuliert, und da merke ich in den ökumenischen Zusammenkünften, dass das auch von katholischer Seite praktiziert wird und dass man da voneinander lernt."

Auf der anderen Seite gebe es katholische Traditionen, die er gerne aufnehme wie das Fürbittegebet. "Um ganz einfach den Blick zu weiten und nicht nur bei uns stehenzubleiben, sondern auch zu sehen, was ist sonst auf dieser Welt los und wie kann ich das in einem Gottesdienst vor Gott bringen."

Welche Hindernisse könnten leichter ausgeräumt werden?

"Ich könnte mir vorstellen, dass es auch aufgrund der Mitgliederentwicklung irgendwann dazu kommen wir, dass man Gebäude und Kirchen gemeinsam nutzt", sagt Jochen Wagner. "Grundsätzlich denke ich, dass sich durchsetzt, dass man sagt: 'Das, was uns verbindet, ist doch viel mehr als das, was uns trennt.'"

Der Standpunkt von Ulrich Pick in SWR1 Sonntagmorgen

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