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Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, sich um Ihre Zimmerpflanzen zu kümmern. Bei den Garten- oder Balkonpflanzen ist ja gerade "Winterruhe". Pflanzenärztin Dr. Tina Balke hat die passenden Tipps für Sie.

Zimmerpflanzen auch im Winter richtig gießen

Der Mythos, dass Zimmerpflanzen im Winter weniger Wasser brauchen als im Sommer, ist schlichtweg unwahr! Dieses "weniger" in den Wintermonaten bezieht sich lediglich auf die Düngung - die ist reduziert oder wird ganz ausgesetzt. Wasser benötigen die Pflanzen sogar mehr. Sie stellen die Pflanzen ja nicht in einen dunklen, kühlen Raum - denn da könnte man das Gießen reduzieren - Sie haben die Pflanzen ja das ganze Jahr in Ihrem Zimmer.

Auf Fliesen mit Fußbodenheizung trocknet der Ballen durch die Heizung aus - und die Luft ist sehr trocken. Dementsprechend verdunstet die Pflanze auch mehr Wasser. Sie sollten allerdings auch nicht ins andere Extrem verfallen und sozusagen auf Vorrat gießen: Dann faulen die Wurzeln und der Ballen, dadurch kann die Pflanze auch kein Wasser mehr aufnehmen. Deshalb der Tipp:

»Regelmäßig die Pflanze mit einer Fingerprobe testen.«

Pflanzenärztin Dr. Tina Balke

Greifen Sie mit dem Zeigefinger etwa fünf Zentimeter tief in die Erde und schauen dann, wie trocken die Erde ist. Nur wenn sie trocken ist, sollten Sie gießen.

Pflanzenärztin Dr. Tina Balke empfiehlt, jedes Jahr einen "Pflanzencheck" durchzuführen - Was genau ist das?

»Nehmen Sie sich der Reihe nach alle Pflanzen vor und schauen sie ganz genau an - was bedeutet mir die Pflanze und möchte ich sie weiter behalten?«

Wenn die Pflanzen in einem Topf gut durchwurzelt sind, dann müssen Sie diese in einen größeren Topf umtopfen, damit sie weiterhin ein gutes Wachstum haben. Wenn Sie das nicht machen möchten, weil sie zu groß werden, dann können Sie folgendes tun: Nehmen Sie die Pflanzen und schneiden Sie in den Wurzelballen mit einem scharfen Messer von oben bis unten mehrere Keile raus und füllen Sie das dann mit Erde auf. Danach können Sie die Pflanze zurück in den alten Topf setzen und schon kann sie gesund weiterwachsen. Falls Sie das nicht machen möchten, kommt sie im Zweifelsfall eben auf den Biomüll.

Schwächelnde Pflanzen wieder aufpäppeln

Zunächst sollten Sie die Ursache finden, warum Ihre Pflanze nicht mehr richtig lebendig aussieht. Wenn Sie nur vorübergehend zu wenig Wasser hatte, dann kann man sie in ein Tauchbad setzen: Kurz eintauchen, bis die Luftblasen ausbleiben, und abtropfen lassen. Danach kann man sehen, ob sie sich wieder erholt. Falls Ihre Pflanze aber von Schädlingen befallen ist, müssen Sie genauer hinschauen und eventuell einen Experten aufsuchen.

Schädlinge im Winter & wie Sie damit umgehen sollten

Meistens sind die Schädlinge bereits vorher schon an den Pflanzen vorhanden und können sich dann im Winter extrem vermehren. Deutlich sichtbar wird das allerdings erst, wenn sie beispielsweise ein Blatt umspinnen oder die Blätter ganz viele Pünktchen bekommen.

Um dem vorzubeugen, können Sie einmal im Monat Ihre Pflanze nach solchen Auffälligkeiten untersuchen - hier gilt das Motto "den Anfängen wehren". Bei einem geringen Befall können Sie mit einfachen Maßnahmen dagegen arbeiten, indem Sie das Blatt mit einem scharfen Wasserstrahl abbrausen oder auch mal einen Trieb abschneiden.

Je stärker der Befall ist, umso schwerere Geschütze müssen Sie auffahren. Wenn die Pflanze allerdings schon stark umsponnen ist, sollten Sie sich überlegen, ob sich eine Behandlung mit einem Pflanzenschutzmittel zeitlich und auch kostenmäßig lohnt, oder ob Sie die Pflanze nicht doch besser auf dem Biomüll entsorgen.

So finden Sie die "richtige" Pflanze für sich selbst

Die Verlockungen in der Gärtnerei oder dem Gartencenter sind groß. Man sollte sich vor Augen führen, dass die Pflanzen, die dort stehen, unter optimalen Bedingungen von den Gärtnern herangezogen wurden. Zum Beispiel eine Kamelie, die ursprünglich im feuchten Bergwald in Ostasien steht: Sie wird dort von den Gärtnern im Gewächshaus regelmäßig mit Sprühnebel versorgt. Wenn diese Pflanze dann zu Ihnen ins vollsonnige Wohnzimmer kommt, bekommt sie erstmal einen Schock - das geht auch auf Dauer nicht gut.

Die beste Vorgehensweise wäre daher, dass man sich im Geschäft inspirieren lässt, sich den Namen merkt und sich dann zuhause in Ruhe erstmal informiert: Was hat diese Pflanze für einen Anspruch? Kann ich diese Ansprüche überhaupt erfüllen? Wie hoch ist der Pflegeaufwand? Will ich so viel Zeit investieren? Und dann kann man gezielt eine passende Pflanze kaufen.

Im Zweifelsfall, wenn Sie sich ganz unsicher fühlen, sollten Sie auf alte, bewährte Arten wie eine Efeutute, Bogenhanf oder Yucca Palme zurückgreifen. Diese sind zwar nicht ganz so ausgefallen und hören sich nicht so spektakulär an, aber Sie werden vermutlich mehr Freude mit solch einer Pflanze haben als mit einem kränkelnden, exotischen Exemplar, mit dem Sie sich ständig beschäftigen müssen.

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