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Wir haben die Antworten! Fragen rund um die Rente

Woher weiß ich, wann genau ich in Rente gehen kann?

Ganz einfach: Wann ich regulär in Rente kann, steht in der sogenannten Renteninformation. Das ist ein Übersichtsblatt, das mir die Deutsche Rentenversicherung einmal im Jahr zuschickt. Darin steht auch, wie viel ich bekäme, wenn ich gar nicht mehr arbeiten könnte (Erwerbsminderungsrente) und wie hoch meine Rente schätzungsweise später ausfällt.

Dieser Wert sollte allerdings nicht als feste Größe genommen werden. So können beispielsweise 100 Euro - wenn man in Rente ist - nur noch etwa 66 Euro wert sein. Das zeigt, dass private Vorsorge sehr wichtig ist.

Wer früher in Rente gehen will, dem bringt die Renteninformation nicht viel. Wie das aussehen könnte und was man dann bekäme, steht in einer ausführlichen Rentenauskunft. Die kann man sich kostenlos zuschicken lassen - oder man geht zur Rentenversicherung und lässt sich beraten. Ein solches Gespräch kostet nichts und man bekommt genau vorgerechnet, was möglich ist. 

Übrigens: Rentner bin ich immer ab dem Monat nach meinem Geburtstag. Wer also am 2. Oktober geboren ist, geht am 1. November in Rente. Aufs Konto kommt die Rente dann Ende November.

Ich möchte früher aufhören zu arbeiten. Wie wirkt sich das auf meine Rente aus?

Ich kann früher aufhören - aber das heißt grundsätzlich erstmal: Es gibt weniger Rente. Und zwar mein Leben lang. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt geht das sowieso nicht; man muss mindestens 63 Jahre alt sein. Stichwort Rente mit 63: Die volle Rente gibt es nur, wenn ich mindestens 45 Beitragsjahre zusammenbekomme. Außerdem steigt das Alter für früheren Renteneintritt jährlich an - schrittweise auf 65 Jahre.

Wenn ich Abschläge in Kauf nehmen will, dann wird das so ausgerechnet: Für jeden Monat, der mir bis zu meinem „gesetzlichen“ Rentenbeginn fehlt, werden minus 0,3 Prozent veranschlagt. Das sind, wenn das Rentenalter bei 67 liegt, genau 14,4 Prozent. 

Das Ganze kann ich abmildern, indem ich etwas zusätzlich einzahle, das ab dem 50. Lebensjahr möglich ist. Oder ich hole mir nur einen Teil meiner Rente schon vorher ab - und arbeite teilweise weiter. Da muss ich bestimmte Grenzen einhalten - habe aber einen „entspannteren“ Übergang.

Was kann oder muss ich tun, wenn ich früher aufhören – oder aber länger arbeiten – will?

Das kann ich beides machen, die Flexi-Rente ermöglich es. Wer als Rentner länger arbeitet, kann dadurch seine Rente steigern. Wenn er sich entscheidet, weiter Beiträge zu zahlen. Das muss man dem Arbeitgeber mitteilen - und das kann sich durchaus lohnen.

Wenn ich später in Rente gehe als ich „dürfte“, bekomme ich zusätzlich noch jeden Monat eine Belohnung: Plus 0,5 Prozent. Wenn ich durchschnittlich verdiene, bringt mir ein Jahr länger arbeiten 100 Euro mehr Rente. Jeden Monat. 

Ob ich das kann, ist eine andere Frage. Da sollte ich schauen, was in meinen Arbeits- oder Tarifvertrag steht: Ob er mit dem Rentenbeginn endet (oder sogar schon früher). Wenn nicht, gilt er grundsätzlich weiter. Mit der Flexi-Rente ist der frühere Ausstieg aus dem Arbeitsleben „flexibler“. Das heißt: Vorzeitig weniger zu arbeiten und dazu einen Teil seiner Rente schon zu bekommen.

Darf ich als Rentner hinzuverdienen so viel ich will?

Ja, und zwar dann, wenn ich die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht habe. Und das hat noch einen Vorteil mehr: Ich kann meine Rente dadurch weiter erhöhen. Wenn ich früher in Rente gehe, sind 6.300 € im Jahr anrechnungsfrei. Alles darüber hinaus wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Mehr als mein höchstes Einkommen der letzten 15 Jahre darf ich dabei nicht zusammen bekommen. Wenn man das ausrechnet, kann durchaus einiges mehr übrig bleiben.

Bekomme ich meine Rente automatisch aufs Konto, wenn es soweit ist?

Nein, ganz und gar nicht! Die steht mir zwar zu - aber ich muss selbst aktiv werden und meine Rente beantragen. Und zwar rechtzeitig: Am besten zweieinhalb bis drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn, empfiehlt die Rentenversicherung.

Dann kann mir der Arbeitgeber bescheinigen, was ich bis zur Rente noch verdiene. Viel früher geht das nicht. Und viel später ist auch keine gute Idee - wer schusselig ist, kann schlimmstenfalls Geld verlieren. Die Rente wird nämlich nicht rückwirkend ausgezahlt, wenn ich meinen Antrag viel zu spät gestellt habe!

Muss ich von meiner Rente Steuern zahlen?

Ja, das muss ich! Wenn ich über den Grundfreibetrag komme. Steuerpflichtig ist im Moment nur ein Teil der Rente. Wer 2019 in Rente geht, zahlt Steuern auf 78 Prozent davon – und das bleibt für ihn auch so. Das steigert sich bis 2040 aber auf 100 Prozent. Steuern muss man übrigens auch auf eine Erwerbsminderungsrente, eine Riesterrente oder betriebliche Altersversorgung zahlen.

Das heißt: Auch als Rentner muss ich weiter eine Steuererklärung machen. Und zwar dann, wenn ich über dem Grund-Steuerfreibetrag liege - mit meinen gesamten Einnahmen, auch von der Solaranlage am Dach zum Beispiel. 18.336 Euro sind das 2019 für Verheiratete - für Unverheiratete 9.168 Euro. Und wenn die Rente steigt, kann das auch heißen, dass man nach einer solchen Erhöhung plötzlich steuerpflichtig wird.

Übrigens: Auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung muss man als Rentner weiter zahlen! Die zur Pflegeversicherung trägt man sogar alleine!

Was kann ich tun, wenn in meinem Rentenkonto eine Lücke ist – zum Beispiel wegen Schulzeit oder Ausbildung?

Da sollte ich sogar unbedingt etwas tun. Natürlich erst mal rausfinden, ob da überhaupt eine Lücke ist. Das sehe ich zum Beispiel im sogenannten Versicherungsverlauf oder in der Rentenauskunft. Zeiten, in denen ich zum Beispiel als Angestellter gearbeitet habe, werden normalerweise automatisch gemeldet. Aber die Ausbildung oder ein Studium - das muss ich selber angeben. Entweder bei einem Termin mit der Rentenversicherung oder auch Online. Dazu brauche ich Nachweise, z.B. meine Zeugnisse.

Achtung Mütter: Kindererziehungszeiten wirken sich auf die Rente aus - in barem Geld oder auch als Zeit, die zählt, wenn ich vielleicht mal überlege, früher in Rente zu gehen. Eine Beratung lohnt sich dafür auf jeden Fall.

Tipp: Am besten man lässt sich alle 5 bis 10 Jahre eine ausführliche Auskunft schicken. Arbeitgeber müssen Unterlagen nur 10 Jahre aufbewahren, die Arbeitsagenturen sogar nur 5! Außerdem hat man so einen aktuellen Überblick darüber, ob man gut aufgestellt ist für den Ruhestand - oder ob man etwas unternehmen sollte.

Übrigens: Wer sich selbstständig machen möchte, sollte sich auf jeden Fall beraten lassen. Denn nicht alle Selbstständigen sind auch pflichtmäßig rentenversichert!

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