Trockener Boden (Foto: dpa Bildfunk, Federico Gambarini)

Dürresommer und Wasserknappheit

Hitze und Trockenheit in Baden-Württemberg

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Anfang der Woche war es an zwei Orten in Baden-Württemberg so heiß wie sonst nirgends in Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Waldbränden. Und das Wasser wird in vielen Gemeinden immer knapper. Ein Grund: In der Corona-Pandemie sind die Menschen überwiegend daheim geblieben statt in den Urlaub zu fahren, daher ist der private Wasserverbrauch stark gestiegen, sagen Experten.

»Bei starker Hitze ist der Wasserverbrauch in den letzten Jahren tagesbezogen oft deutlich angestiegen, etwa um 40 bis 60 Prozent, wenn es 36 Grad hat und viele Leute gleichzeitig ihren Garten bewässern und Pools befüllen.«

Die Wasserversorgung in Deutschland basiere vor allem auf Grundwasser und Oberflächen-Gewässern. In manchen Gebieten in Deutschland sind die Grundwassergegebenheiten allerdings geologisch und hydrologisch bedingt schwierig, zum Beispiel in Baden-Württemberg, dem Ruhrgebiet oder in einigen Regionen Bayerns. Dort könnte zum Beispiel die Fernwasserversorgungen oder der Aufbau von Talsperrensystemen helfen, damit genug Wasser zur Verfügung stehe, heißt es beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Was kann sonst noch gegen die Wasserknappheit in Baden-Württemberg getan werden?

Dauergestresste Wälder im Land

Angesichts der anhaltenden Trockenheit sorgt sich auch Bundeslandwirtschaftsminister Julia Klöckner um den Zustand des deutschen Waldes. Jeder sehe inzwischen, dass unsere Wälder dauergestresst seien, sagte sie im SWR-Tagesgespräch. Das Ministerium stellt in diesem Jahr insgesamt 1,5 Milliarden Euro für die Forstwirtschaft bereit. Man werde sehen, ob das Geld ausreiche, so die Ministerin. Auf jeden Fall fließe das Geld ab.

Kritik an der schleppenden Bearbeitung von Förderanträgen wies die Ministerin zurück. Das komme auf das Bundesland an, so Klöckner. Manche Länder hätten die Mittel schon zu 100% abgerufen. Problem sei nicht nur, dass wegen der anhaltenden Dürre auch Jungbäume vertrockneten: Auch das Wild schädige die neu gepflanzten Bäume. Deshalb habe sie auch das Bundesjagdgesetz ändern lassen. Die Neupflanzung von Bäumen mache zudem nur Sinn, wenn die Wasservorräte ausreichten.

"Kühle Räume" für die Bevölkerung

Um Deutschland besser für Hitzewellen zu wappnen, fordert Grünen-Chef Robert Habeck einen Hitzeplan zum Schutz der Gesundheit. Es brauche ein einheitliches, gestuftes Hitzewarnsystem, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Robert Habeck (Foto: SWR)
Robert Habeck

»Es sollte ein bundesweites Beratungstelefon geben, Risikogruppen sollten besondere Beachtung finden und in Gesundheitseinrichtungen sollten "Kühle Räume" eingerichtet werden.«

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