14-jähriger Junge mit Spielsucht (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Wenn zocken zur Sucht wird

Der Computerspielsucht verfallen

STAND

Wenn eine digitale Welt irgendwann mehr Zeit als die reale Welt einnimmt, ist es allerhöchste Zeit zu handeln. Doch meistens ist der Weg raus nicht so einfach, wie der Weg rein. Hier sind schnell und einfach umsetzbare Tipps von einer Betroffenen für Betroffene oder auch Elternteile eines betroffenen Kindes, die in den Alltag integriert werden können.

Erreichbare Ziele setzen

Um den Fokus nicht zu verlieren, wann man aufhören sollte, hilft es sich realistisch Ziele zu setzten. Das kann zum Beispiel das Erreichen eines bestimmten Levels oder Meilensteins sein - wenn man an diesem Punkt ist, hört man auf. Dadurch ist man als Spieler nicht gezwungen an einer "unpassenden" Stelle das Spiel zu stoppen, wie es bei einem Zeitlimit der Fall wäre.

Strukturierter Tagesablauf

Um Streit mit der Familie vorzubeugen, kann das Zurechtlegen eines festen Tagesablaufs dabei helfen: Indem Offline Zeiten oder auch Essenszeiten genau festgelegt werden, kann gezielt circa eine Stunde vor der abgemachten Essen keine neue Runde mehr begonnen werden, um es so pünktlich zum Familienessen zu schafft.

Anzeichen auf Desinteresse richtig interpretieren

Das Spielen macht in dem Moment keine Lust oder sich für ein Spiel entscheiden fällt schwer - dies sind Zeichen dafür, dass das Interesse am Spielen gerade nicht da ist und die Zeit stattdessen für etwas anderes verwendet werden könnte.

Die Bedeutung des Spiels wahrnehmen

Eltern sollten sich damit auseinandersetzen, was die Computerspiele-Welt für das eigene Kind bedeutet: Gerade Multiplayer-Spiele sind vergleichbar mit einem Sportverein oder einem Ort, an dem man Freunde treffen und Verantwortung für bestimmte Aufgaben übernehmen kann. Zudem bekommt das Kind in dieser virtuellen Welt Anerkennung, die es im realen Leben häufig nicht bekommt.

Verantwortung übertragen

Um dem eigenen Kind die Bedeutung des realen Alltags klarzumachen, kann die Zuteilung von kleineren Aufgaben, wie den Geschirrspüler ausräumen oder mit dem Hund Gassi gehen, dabei helfen.

STAND
AUTOR/IN
SWR