Ein Brautstrauß, Blumendekoration am Altar und eine Detailaufnahme eines Strauß' aus "Slowflowers" ("langsame Blumen"). So nennt sich eine Bewegung, die auf regionale, naturnah angebaute Schnittblumen setzt, egal, ob am Kaiserstuhl, bei Karlsruhe oder an der Donau. Caroline Wolf aus Bad Boll ist eine der Slowflower Blumenkünstler.

BW macht's in Bad Boll

Slowflowers: So nachhaltig sind naturnahe Blumengärten

Stand
Autor/in
Stefanie Peyk
Onlinefassung
Jörg Witzsch
Redakteur Jörg Witzsch aus dem SWR1 Team behält den Überblick in der SWR1 Online-Redaktion.

Caroline Wolf aus Bad Boll bietet ihren Kunden "Slowflowers": Blumenschmuck aus regionalen, nachhaltigen Schnittblumen, die in ihrem eigenen Garten naturnah und ohne Pestizide angebaut werden.

Wer mit nachhaltigem Gemüse kochen will, hört häufig den Tipp: "Kauf' Gemüse aus der Region, das gerade Saison hat". Die Slowflower-Bewegung will das Gleiche für Blumen: keine Flugrosen aus Kenia oder Tulpen aus den Niederlanden, sondern möglichst nachhaltige Schnittblumen ohne Pestizide, die um die Ecke gewachsen sind.

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Slowflower Bewegung: nachhaltige Blumen aus der Region

Caroline Wolf aus Bad Boll macht genau das: Sie gestaltet für ihre Kunden Sträuße mit Blumen aus eigenem Anbau. Sie bietet auch regionalen Blumenschmuck für Hochzeiten an, für Cleo zum Beispiel. Sie streift mit Blumenkünstlerin Caroline durch deren Garten, in dem mehr als 120 verschiedene Blumen, essbare Blüten, Stauden, Gräser und Kräuter wachsen.

Also ländlich, Heimat, Streuobstwiese, das ist so ein bisschen unser Thema, weil mein Mann kommt aus einer Familie, die haben früher eine Mosterei gehabt und er ist selbst Brenner, das ist einfach unser Ding.

Der Brautstrauß kommt aus dem Naturgarten

Aus den Blütenblättern der weißen Rosen könnte eine essbare Deko für die Hochzeitstorte werden, und die blauen Kornblumen fallen Cleo sofort auf, weil "eine Braut ja immer etwas Neues, was Geliehenes, was Blaues und einen Pfennig im Schuh braucht". Für Caroline Wolf ist dieser Garten eine Herzensangelegenheit - und immer wieder eine Herausforderung: Naturnah heißt auch immer sehr stark abhängig vom Wetter.

Im Garten verzichte sie auf Pestizide und Kunstdünger, betont Caroline, und bemühe sich um einen gesunden Boden voller Regenwürmer – wie alle Mitglieder der jungen, aber wachsenden Slowflower-Bewegung. Egal, ob am Kaiserstuhl, bei Karlsruhe oder an der Donau - ihnen geht es um nachhaltige Blumen aus regionalem Anbau. Hochgezüchteter Wuchs und Geschwindigkeit spielen dabei keine Rolle: Slowflowers bedeutet "langsame Blumen".

Sie dürfen in ihrem Rhythmus einfach wachsen. Ich vergleich' das auch immer mit unseren Kindern, dass unsere Kinder auch ganz in Ruhe wachsen dürfen und wir nicht an ihnen ziehen und ihnen noch Düngemittel geben, damit sie größer werden. Das ist auch bei den Blumen so: in ihrem Rhythmus, in ihrem Tempo, so wie es halt saisonal wächst.

Slowflowers: die regionale Alternative zu weitgereister Importware

Bei konventionell angebauten Blumen ahnen die Kunden oft nicht, woher sie kommen – Schnittblumen brauchen keine Herkunfts-Kennzeichnung – und was hinter der Produktion steckt. Rosen aus Afrika oder Blumen aus Ägypten: Sie werden gespritzt, damit sie schneller wachsen und die langen Transportwege gut überstehen, erklärt Caroline Wolf. Problematisch findet sie auch die Arbeitsbedingungen für die Menschen vor Ort.

Hasenschwanz-Gras, auch Samtgras genannt. "Slowflowers": das bedeutet "langsame Blumen" und bezeichnet eine Bewegung, die auf regionale, naturnah angebaute Schnittblumen setzt, egal, ob am Kaiserstuhl, bei Karlsruhe oder an der Donau. Caroline Wolf aus Bad Boll ist eine der Slowflower Blumenkünstler.
Hasenschwanz-Gras, auch Samtgras genannt.

Cleo hat mittlerweile im Garten von Caroline Wolf ihre Pflanzenliste für die Hochzeit fertig – die Begeisterung der Blumenkünstlerin für diesen naturbelassenen Garten hat sie angesteckt. "Hasenschwänzchen" werden auch dabei sein, das fluffig-weiche Samtgras hat es Cleo sichtlich angetan.

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