So erleben wir den Lockdown

Partnerschaft in Zeiten von Corona

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Partnerschaft in Zeiten des Corona-Lockdown kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Ein Paar, getrennt durch einen Ozean, die gemeinsamen Pläne über den Haufen geworfen. SWR1 Hörer*innen, deren Beziehung sich sogar gefestigt hat.

Brief nach Amerika: "Wir hatten so viel geplant"

Mein Schatz!


Was haben wir uns beruhigt: Wir sind gesund, in unserem Teil der Welt herrscht Friede, wir haben unsere Jobs behalten, E-Mails brauchen über den großen Teich keine Wochen und telefonieren kostet nichts – sogar sehen können wir uns – Lob der Technik.

Wir sind keine Opfer, die Krankheit, Leid und Tod zu verkraften haben – uns hat es nicht so schlimm getroffen, wie Millionen andere.


Und doch wird mir die Zeit lang!

Wenige Tage bevor ich Dich wieder besuchen wollte, kam der Einreisestopp für die USA. Das ist jetzt über ein Jahr her. Wir hatten so viel geplant – eine Reise in die Südstaaten. Tanzen wollten wir gehen, wieder ganz viel tanzen. Sogar Theaterkarten hatten wir schon, für das Weihnachtsstück, das wir so lieben.

Meinen Geburtstag im Sommer habe ich allein gefeiert und Du den Deinen. Im Herbst bist Du allein durch die fantastisch bunten Wälder des "Indian Summer" gewandert. Die Präsidentschaftswahl ging vorbei, Advent, Weihnachten und Sylvester. Und anstatt mit Dir in der warmen Wüste von Nevada zu überwintern, verfluche ich den europäischen Winter.

Ein Ende ist lange nicht in Sicht – und Du darfst ja auch nicht reisen!

Nein, es hat uns nicht so hart getroffen wie viele, gerade auch in Deinen Vereinigten Staaten. Wir hören uns, wir sehen uns – wenn auch nur virtuell.

Und doch wird die Zeit mir lang!

Und vor allem ein Gedanke treibt mich um: Wie wird das Wiedersehen sein, nach mehr als einem Jahr? Werden die Vertrautheit noch da sein, die Leichtigkeit, die Selbstverständlichkeit, die Fröhlichkeit?

Wissen wir doch beide nicht, wie sie uns wirklich verändert, die Zeit ohneeinander. Jeden für sich – bei aller Liebe!

----- Die Erfahrungen der SWR1 Hörer*innen ----

SWR1 Hörerin Maria:

War drauf und dran, meinen Mann zu verlassen und dann kam COVID... Konnte also nicht sicher fortgehen und wir haben es doch nochmal mit Therapie versucht.

Heute sind wir wieder aus dem tiefen Loch herausgekommen und kommunizieren, hören einander und teilen einander mit, besser als je zuvor.

Dies kommt ganz oben auf meine "Corona seid Dank" Liste. In allem Schlechten ist auch immer irgend etwas positives zu finden.

SWR1 Hörerin Felizitas:

Mein Freund und ich sehen uns seit wir zusammen sind (2 Jahre) fast nur am Wochenende, da er schon einen festen Job hat, ich in Stuttgart studiert habe und momentan in München ein Praktikum mache.

Durch die Pandemie hatten wir an den Wochenenden viel viel mehr Zeit für uns - was uns sehr gut getan und noch mehr zusammen geschweißt hat.

Das hat mich noch mehr wertschätzen lassen, wie wichtig er für mich ist!

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