Drohen auch in Baden-Württemberg leere Tankstellen?

LKW-Fahrer verrät: So schlecht sind die Arbeitsbedingungen

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Leere Tankstellen, lange Schlangen - dazu hat der Kraftfahrermangel in England geführt. Auch in Baden-Württemberg fehlen 60-70.000 LKW-Fahrer:innen. Das sind die Gründe dafür.

Mario Mertel arbeitet für die Spedition Diez in Kirchheim unter Teck. Letztes Jahr steckte er an Weihnachten tagelang mit dem LKW in England fest und hat von dort für SWR1 berichtet. Inzwischen arbeitet er wieder im Büro. Im Interview mit Moderatorin Petra Klein verrät er, warum zehntausende Fahrer:innen in Baden-Württemberg fehlen.

LKW Fahrer: Mieses Gehalt und fehlende Wertschätzung

Aus Sicht von Mario Metel liegt es unter anderem an der schlechten Bezahlung und den harten Arbeitszeiten, dass immer weniger Menschen hauptberuflich LKW fahren wollen. So beginne eine Schicht oft morgens um 3 Uhr und ende erst gegen 17/18 Uhr. Das kritisiert auch SWR1 Hörer und LKW-Fahrer Martin:

»Wir arbeiten bis zu 15 Stunden am Tag. Wenn wir das doppelte verdienen würden, wäre das kein Problem. Wer will bei diesem Hungerlohn den Job schon machen?«

Ein anderer Grund liegt darin, dass die Menschen in Deutschland die Arbeit der Kraftfahrer:innen nicht genug wertschätzen.

»Du wirst nicht mal mehr als Mensch behandelt. Du wirst abgestempelt: Der kann eh kein Deutsch. 'Der bringt mir bloß Ware, so wichtig ist das gar nicht.'«

Baden-Württemberg

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Mertel sagt: Man müsse aufpassen, wie die Gesellschaft mit Kraftfahrern umgehe.

»Es kann auch bei uns passieren, dass irgendwann die Streiks losgehen. Man muss immer bedenken: Alles, was wir in der Hand haben, kommt mit dem LKW.«

Dass das überhaupt so ist, findet SWR1 Hörer Uwe schlecht:

»Das Problem ist von politischer Seite hausgemacht. Güter gehören bei langen Strecken auf die Schiene. Aber wenn man Strecken stilllegt, statt sie zu aktivieren...«

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