Stuttgarter Hausarzt zu Impfbeginn in den Praxen

"Könnten mehrere Hunderttausend pro Woche impfen"

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Nach Ostern sollen auch die Hausärzte in Deutschland ihre Patienten gegen Covid-19 impfen. Damit soll das Impftempo erhöht werden; denn nach wie vor warten zehntausende Menschen in Baden-Württemberg vergeblich auf einen Impftermin. Dr. Rainer Graneis ist Hausarzt in Ostfildern bei Stuttgart und sagt, alle Hausarztpraxen in Deutschland könnten pro Woche mehrere hunderttausend Menschen impfen.

Wie soll das Impfen in den Hausarztpraxen anlaufen?

Am Anfang erhält jede Hausarztpraxis 20 Impfdosen pro Woche. Diese Menge ist laut Graneis zunächst sinnvoll, um die Abläufe in den Praxen zu etablieren. Dann rechnet er aber mit deutlich mehr Nachschub. 50 Impfungen in der Woche seien in jeder Praxis möglich.

»Wenn man das hochrechnet auf alle Praxen im Land, kommen Hunderttausende in der Woche zusammen.«

Gefährdet der Ermessensspielraum der Hausärzte die Impfreihenfolge?

Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt die festgelegte Impfreihenfolge auch für die Hausärzte; sie dürften aber "flexibel ragieren."

Das bedeutet aus Sicht von Dr. Rainer Graneis, dass Hausärzte unter Berücksichtigung der Impfreihenfolge die Patienten bevorzugt impfen können, bei denen sie davon überzeugt sind, dass sie schwerst erkranken würden.

»Wer behauptet, dass es dabei ungerecht zugehen würde, hat keine Ahnung vom Arzt-Patienten-Verhältnis und unterschätzt die Patienten und die Ärzte.«

Über die Voraussetzungen für eine Impfung werde vorher gesprochen; außerdem müssten Ärzte immer priorisieren - sei es bei bestimmten Behandlungen oder bei Krankenhausaufenthalten. Auch bei anderen Impfungen müssten sich Ärzte an Vorgaben halten, so Graneis.

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