Katastrophenschutz in BW: Blackout, Brownout, Warnapp und Notfallvorrat

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Hochwasser, Erdbeben, von Schnee zerstörte Strommasten: Ein Katastrophenfall ist auch in Deutschland möglich. Grund zur Panik ist das aber nicht. Ist ein Vorrat trotzdem sinnvoll?

  1. Was passiert bei einem Stromausfall?
  2. Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Baden-Württemberg?
  3. Was ist ein Brownout?
  4. Wie kann ich mich auf einen Katastrophenfall vorbereiten?
  5. Wie werde ich bei einer Katastrophe gewarnt?

Was passiert bei einem Stromausfall?

Die Flut im Ahrtal 2021 oder das Münsterländer Schneechaos 2005 zeigen: Katastrophenfälle sind auch in Deutschland möglich. Sollten die Infrastruktur und die Stromversorgung zusammenbrechen, funktioniert fast nichts mehr: Es kommt kein Wasser mehr aus der Leitung, weil die Verteilung elektronisch gesteuert wird, bargeldloses Bezahlen ist nicht mehr möglich, alle elektrischen Geräte ohne Batterien oder Akkus funktionieren nicht mehr, an den Tankstellen wird das Benzin knapp, Züge fahren nicht mehr und das Handynetz bricht zusammen.

Baden-Württemberg

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Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Baden-Württemberg?

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Was ist ein Brownout?

Ein Blackout ist laut der Bundesnetzagentur ein unkontrollierter und unvorhergesehener Stromausfall, der durch eine Störung im Netzbetrieb ausgelöst wird und bei dem ganz Deutschland oder sogar ganz Europa betroffen ist.

»Ein Blackout ist also grundsätzlich kein durch eine Unterversorgung mit Energie ausgelöstes Ereignis, sondern bedingt durch Störungen im Netzbetrieb.«

Ein Brownout beschreibt dagegen den Fall, dass kontrolliert einzelne Stadtteile oder energieintensive Industriezweige vom Stromnetz abgekoppelt werden, um den Strombedarf der anderen Menschen zu decken.

»Dieser kann notwendig werden, wenn im Vergleich zur nachgefragten Menge zu wenig Strom produziert werden kann, z.B. aufgrund eines Brennstoffmangels für Kraftwerke oder einer allgemein zu geringen Erzeugung, beispielsweise auch durch Nichtverfügbarkeiten von Erzeugungsanlagen.«

Wie kann ich mich auf einen Katastrophenfall vorbereiten?

Um für einen Katastrophenfall vorbereitet zu sein, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, einen Notfallvorrat für zehn Tage anzulegen. Auch in Baden-Württemberg gibt es Menschen, die sich auf einen solchen Fall vorbereiten: Sie heißen "Prepper", vom englischen "to prep" (sich vorbereiten). Henning Hartmann aus Hohentengen im Kreis Waldshut bezeichnet sich selbst als "Prepper light". Er hat Vorräte für den Ernstfall angelegt.

Wie werde ich bei einer Katastrophe gewarnt?

Im Katastrophenfall gibt es eine Meldekette, zu der neben Radiostationen auch Apps wie die Warnapp NINA gehören. Viele Städte und Kommunen arbeiten zudem daran, ihre lokalen Sirenen zu erneuern. Am 8. Dezember 2022 wurde außerdem deutschlandweit das neue Warnsystem "Cell Broadcast" getestet. Alle Besitzer eines Smartphones sollten eine kurze Textnachricht vom Katastrophenschutz erhalten.

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SWR