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SENDETERMIN Fr, 19.4.2019 | 6:00 Uhr | SWR1

Karfreitag, Ostern 2019 Zwischen dunkler Stille und grellem Licht – Karfreitag – Ostern – Pessach

Der Karfreitag gehört zu den stillen Feiertagen. Kirchenglocken und Orgel schweigen, Kerzen werden keine angezündet, das Kreuz wird schwarz verhüllt. Auch sonst soll es an diesem Tag ruhig zugehen. Laute Musik oder Tanzen bis tief in die Nacht sind verboten. Nicht jeder kann diese Regelung heute nachvollziehen. Jochen Cornelius-Bundschuh, badischer Landesbischof, plädiert für eine Unterbrechung des Alltags. Karfreitag beschäftige sich auch mit der Frage, warum Gott Leiden zulasse.

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Religion. Migration, Gesellschaft

Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden zur Bedeutung des Karfreitags

Gohla, Holger

Streitbarer (ggf. engagierter) Prediger des Friedens <br />Holger Gohla im Gespräch mit dem badischen Landesbischof Jochen Cornelius Bundschuh <br />Es gibt keine Alternative zum Frieden, davon ist der evangelische Theologe Jochen Cornelius-Bundschuh zutiefst überzeugt. Immer wieder setzt sich der badische Landesbischof für die biblische Perspektive einer gerechten und nachhaltigen Welt ein, auch in Begegnungen mit Unternehmern der Rüstungsindustrie. Zugleich spricht der dreifache Vater den Gläubigen immer wieder Mut zu Aufbruch und Veränderungen zu. Was das in einer modernen Welt konkret heißt und was Jochen Cornelius-Bundschuh geprägt hat, verrät der gebürtige Nordhesse mit einem Faible für Fußball im Gespräch mit Holger Gohla.

Karfreitag

An diesem Tag wurde Jesus von Nazareth gekreuzigt. Diese grausamste aller Hinrichtungsmethoden haben die Römer erfunden. Schwerstverbrecher hingen mit Nägeln durchbohrt an überkreuzten Holzbalken, bis sie vor Erschöpfung oder Blutverlust starben. Aber erst allmählich wurde das Kreuz ein christliches Symbol. Die ersten Gläubigen schämten sich, dass Jesus an einem Schandpfahl starb. Über die Bedeutung des Todes Jesu streiten sich die Theologen noch heute, auch über seine Auferstehung an Ostern.

Bunte Ostereier in einem Korb

Bunte Ostereier in einem Korb

Ostern

Die bunten Eier sind Zeichen der Freude, aber auch Symbol der Auferstehung. Wie ein Grab enthalten sie innen Leben. An Ostern gedenken Christen aller Konfessionen der Auferstehung Jesu. Für sie hat der Tod nicht das letzte Wort. Jesus hat ihn besiegt. Zugleich ist die Auferstehung, egal ob und wie sie stattgefunden hat, ein gravierender Neubeginn, der Start einer neuen Schöpfung.

Osterfeuer vor einer Kirche

Osterfeuer vor einer Kirche

Osternacht

Besonders die Nacht vor dem ersten Ostertag steht für die Gegensätze Dunkel und Licht, Feuer und Wasser. Eindrücklich wird das in der katholischen Osternachtsliturgie inszeniert. Mitten in der Nacht versammelt sich die Gemeinde und entzündet an einem offenen Feuer die Osterkerze als Symbol für Christus. Anschließend wird sie in die dunkle Kirche getragen. Der Priester ruft drei Mal „Lumen Christi“ (Licht Christi). Das Licht von der Osterkerze erhalten nach und nach alle Kerzen in den Händen der Gläubigen. Symbolisch wird die Welt heller durch Christus.

Teilnehmer eines Gottesdienstes zum Pessachfest

Teilnehmer eines Gottesdienstes zum Pessachfest

Pessach

Gläubige Juden erinnern sich an den Auszug ihrer Vorfahren aus Ägypten. Der Name bedeutet: Fest der ungesäuerten Brote, der MAZZOT. Es dauert acht Tage, dieses Jahr ab Sonnenuntergang am Freitag, 19. April, bis zum Anbruch der Nacht am Samstag, 27. April. Die ungesäuerten Brote und Speisen erinnern daran, dass beim Auszug damals keine Zeit war, Brote aus Sauerteig zu backen. Fast wie beim christlichen Osterfest suchen die Kinder nach verstecktem ungesäuertem Brot und finden dabei kleine Geschenke.

Klassischer Tauftermin

In der Urkirche war die Osternacht der klassische Tauftermin. Nach einer längeren Vorbereitungszeit wurden die weiß gekleideten Kandidat*innen getauft und durften zum ersten Mal am Abendmahl teilnehmen. Diese Tradition lebt heute wieder auf. Auch Erwachsene lassen sich dann in den Kirchen taufen.



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