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Wenn - wie jetzt - Unwetter und Hochwasser Tote fordern und massive Schäden anrichten, rückt der Klimawandel wieder in unser Bewusstsein. Auch, weil die Meteorologen uns ganz klar sagen: er verursacht diese katastrophalen Wetterbedingungen. Warum aber schieben wir dieses Thema so weit weg von uns? Meteorologe Sven Plöger mit einer Erklärung.

Unwetter und Hochwasser: plötzlich wird der Klimawandel real

Sven Plöger kennt das seit Jahren: Die Menschen hören ihm immer dann zu, wenn es Wetterextreme oder -Katastrophen gibt. Das war so bei der großen Dürre 2018, das war so bei den verheerenden Waldbränden in Australien und Kalifornien. Immer, wenn eine Meldung von einem ungewöhnlichen Ereignis kommt, würden die Menschen aufmerksam und seien gedanklich sofort bereit zu sagen: "das müssen wir alles ändern".

»Aber die Menschen sind, wie sie sind.
Wir denken in einer kurzfristigen Zeitskala: Wenn die Wirkung der Unwetter weg oder nicht mehr sichtbar ist, dann geraten Unwetter wieder in Vergessenheit und das Thema Klimawandel fällt nach hinten.«

Warum Starkregen, Hochwasser und Dürre wahrscheinlicher werden:
ARD-Meteorologe Sven Plöger erklärt den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Arktis-Eisschmelze, Jetstream und unserem Wetter.

Klimaschutz benötigt politische Rahmenbedingungen

Umfragen in der Bevölkerung zeigen, so Plöger: Fast jeder sagt "ja, den Klimawandel müssen wir bekämpfen". Wenn es dann aber darum geht, ob die Menschen bereit sind, dafür auch Kosten zu tragen, heißt die Antwort im wesentlichen "Nein". Deshalb die Forderung von Plöger: Es braucht vernünftige Rahmenbedingungen seitens der Politik.

»Ich sehe immer wieder, wie schwer es Menschen fällt, im naturwissenschaftlichen Bereich die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ich bin nicht dafür da, zu missionieren, den Menschen zu sagen, was sie tun sollen oder den Zeigefinger zu erheben. Ich sehe meine Aufgabe darin, schwierige physikalische Zusammenhänge quasi zu übersetzen für jedermann.«

Klimawandel: noch können wir das Ruder herumreißen

Sven Plöger sieht sich in der Frage des Klimawandels als Vermittler: zwischen Aktivisten, der Politik und den Menschen. Findet es richtig, dass die EU jetzt eine Klimagesetzgebung hat und klimaschädliche Gase bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent reduzieren will, in Deutschland sogar um 65 Prozent. Aber: jetzt müsse es an das Umsetzen gehen, denn bislang hätten wir als Gesellschaft "fast ständig A gesagt und B gemacht und uns dann gewundert, dass A keinen Erfolg hatte".

»Für mich wäre jetzt nicht nur die Frage 'reichen die Ziele?', sondern 'erreichen wir diese Ziele überhaupt?'. Und: welche Politik ist geeignet, dass wir das wirklich schaffen? Und wie schaffen es Politiker, dieses Thema in der nötigen Weise in den Vordergrund zu stellen? Das sehe ich alles noch nicht so richtig. Aber weil die Wissenschaft sagt, dass es möglich ist, bin ich grundoptimistisch.«

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