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Fashion Week Berlin Ökomode mit Schick

Bei der Berliner Fashion Week hat grüne Mode inzwischen einen festen Platz. Nachhaltig hergestellte Bekleidung liegt im Trend und ist sehr attraktiv geworden.

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Grüne Mode auf dem Laufsteg

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So modern kann ökologische Mode aussehen - Beispiele von der Fashion Week in Berlin. Die Marke Feirrera beispielweise wirbt damit Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und dabei trotzdem schön und "glamourös" auszusehen.

So modern kann ökologische Mode aussehen - Beispiele von der Fashion Week in Berlin. Die Marke Feirrera beispielweise wirbt damit Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und dabei trotzdem schön und "glamourös" auszusehen.

Elegant und auch farbenfroh wie im Vordergrund ein Kleid von cocccon: Mit bunten "Bubbles" ein Hingucker für eine Sommerparty.

Das Label alma & lovis produziert in Portugal und bietet unter anderem dezente Businessmode mit GOTS-Zertifizierung an. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) gilt als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern.

Für die nächste Cocktailparty oder gar als Hochzeitskleid? Schlichte Eleganz von lillika eden.

Die Schauspielerin Marion Kracht hat eine eigene, vegane Kollektion in lässigen Schnitten entwickelt. Einen Entwurf präsentierte sie persönlich auf dem Laufsteg. Bei veganer Mode wird wie beim veganen Essen auf Inhaltsstoffe von Tieren verzichtet, zum Beispiel Pelz, Leder, Wolle, Daunen und Seide.

Auch Jeans gibt es GOTS-zertifiziert - hier von Sey aus Hessen mit einem Upcycle-Oberteil, einem Top aus Jeansresten, die bei Sey in der Produktion angefallen sind.

Bunt bedruckte Seide in avantgardistischen Schnitten präsentierte das Label walkboxx.

Strickmode in knalligen Beerentönen von xess+baba peppt die kühle Jahreszeit auf.

Bei den Jeans ist es der Bootcut, die altbekante Schlaghose, bei den Mützen und Schals sind es weiche Materialien und viele Farbübergänge von Brombeer- und Mauvetönen - die Trends der grünen Mode, die nicht nur schick, sondern auch GOTS zertifiziert ist.

Das bedeutet, die Kleidungsstücke enthalten mindestens 70 Prozent Biofasern und werden nach strengen ökologischen und sozialen Kriterien produziert - vom Feld bis zum fertigen Anzug im Kleiderschrank.

"Geht nicht, gibt es nicht"

Grüne Mode

Anprobe: Minister Müller (links) im zertifizierten Sakko von gotsutsumu.

Ein klassisch geschnittenes anthrazitfarbenes Sakko hat es Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) angetan. gotsutsumu ist der weltweit erste GOTS zertifizierte Produzent für Geschäftsmode. Während Müller es direkt am Messestand anprobierte, lobte er den GOTS-Standard, der durch unabhängige Kontrollen seine Glaubwürdigkeit garantiert.

"Viele hundert Hersteller haben diese Standards im ökologischen und im sozialen in der gesamten Kette umgesetzt", so Müller. Das Argument "Es geht nicht, gibt es nicht" sei in der Praxis widerlegt.

Auf dem Massenmarkt angekommen

Grüne Mode im Kommen

Grüne Mode ist im Kommen.

Claudia Kersten, die Marketingdirektorin von GOTS bestätigt, dass nicht nur viele Nischenhersteller nach diesem Standard produzieren. Er ist inzwischen sogar im Massenmarkt angekommen. "Tchibo ist der erste GOTS zertifizierte Händler." Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen die GOTS-Zertifizierung durchgebracht, so Kersten. "Aldi-Süd hat mehrere GOTS zertifizierte Sortimente von Heimtex bis hin zu Jeans und Unterwäsche. Dm hat schon lange GOTS zertifizierte Ware."

Auf der Modemesse in Berlin präsentieren mehr als 160 Unternehmen ihre nächste Winterkollektion. Mit unterschiedlichen Siegeln belegen sie ihre fairen oder umweltverträglichen Produktionsbedingungen.

Verwirrende Siegelvielfalt

Auch wenn die Siegelvielfalt die Verbraucher oft verwirrt, so sorgt sie doch für Aufmerksamkeit, meint Heike Scheuer vom Internationalen Naturtextilverband, IVN. Unter anderem dadurch werde grüne Mode immer mehr nachgefragt und gekauft.

"In der konventionellen Textilindustrie sind die Umsätze um 1,8 Prozent zurückgegangen", so Scheurer. "Unsere Mitgliederunternehmen liegen bei einem Wachstum von fünf Prozent. Das ist ein kleiner Marktausschnitt. Das zeigt aber, dass die Unternehmen, die es mit der Sozialverträglichkeit und der Ökologie wirklich ernst nehmen, ein ganz klares Plus gemacht haben."

Und das nicht, weil sie nachhaltig arbeiten, sondern weil sie richtig schicke Mode machen. Selbstbewusst zeigen sie das auf ihrer großen Show in Berlin.

Online-Redaktion: Biggi Hoffmann und Peter Mühlfeit

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