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Doris Day ist tot

Filmlegende Doris Day - Diva, Sängerin und Komödiantin

Sie ist eine Hollywood-Legende und war eine sehr erfolgreiche Sängerin. "Que sera, sera" kennt fast jeder - am 13. Mai 2019 starb Doris Day mit 97 Jahren. Ein Rückblick auf ihre Karriere.

Die legendäre Hollywood-Schauspielerin und Sängerin Doris Day ist tot. Sie ist im Alter von 97 Jahren gestorben, teilte ihre Stiftung am Montag mit. Doris Day war in den 1950er- und 60er-Jahren besonders bekannt für unschuldige Liebeskomödien mit Kollegen wie Cary Grant und Rock Hudson, außerdem spielte sie in Dramen und Musicals.

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Ihre Gesangskarriere startete 1939 als Sängerin in diversen Big Bands. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Orchester von Les Brown, mit dem sie bereits als Teenager erstmals auftrat, war von Erfolg gekrönt. 1945 gelangen ihr mit dieser Bigband zwei Nummer 1-Hits: „My dreams are getting better all the time“ und vor allem „Sentimental Journey“. Diese Platte erreichte den Goldstatus und entwickelte sich zu einer Art Hymne bei allen an Heimweh leidenden Soldaten auf der ganzen Welt.

Ihre Gesangskarriere startete 1939 als Sängerin in diversen Big Bands. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Orchester von Les Brown, mit dem sie bereits als Teenager erstmals auftrat, war von Erfolg gekrönt. 1945 gelangen ihr mit dieser Bigband zwei Nummer 1-Hits: „My dreams are getting better all the time“ und vor allem „Sentimental Journey“. Diese Platte erreichte den Goldstatus und entwickelte sich zu einer Art Hymne bei allen an Heimweh leidenden Soldaten auf der ganzen Welt.

1947 erhielt sie einen eigenen Plattenvertrag und ein Jahr später gelang mit der Jule Styne-Komposition "It’s magic" aus ihrem Leinwand-Debüt "Romance on the high seas" erstmals als Solistin der Sprung auf den Hitparaden-Thron. "You’re my thrill" - ihre erste Langspielplatte - folgte 1949. Hier erhielt sie bei einigen Aufnahmen Unterstützung von "The Mellomen". Dieses vielbeschäftigte Männerquartett war ebenso auf Platten von u. a. Bing Crosby und Elvis Presley zu hören.

Die frühen LPs von Doris Day erschienen noch im damals gängigen 25 cm-Format, auf denen meist acht Titel Platz fanden. Nach den Soundtracks zu „Tea for two“ und „Young man with a horn“ stand 1951 die Musik zum Film „Lullaby of Broadway“ in den Geschäften, ein Potpourri aus bekannten Songs und einer sentimentalen Romanze. An der Seite von Gene Nelson fegte sie als Revuegirl, das seine heruntergekommene Mutter sucht, mit ihrer üblichen Sprunghaftigkeit und Begeisterung durch den Film.

"Secret Love" aus ihrem Film "Calamity Jane" stürmte in den Jahren 1953/54 die Hitparaden und zählt heute zu den größten Hits der 1950er Jahre. Der Song eröffnete auch das Programm der 1954er-LP "Day Dreams", dessen Repertoire sich aus Solo-Aufnahmen von Doris Day und Frank Sinatra zusammensetzte. Eine erste Zusammenarbeit ...

... mit Sinatra datiert bereits von 1949, als sie im Duett den Song "Let’s take an old-fashioned walk" aus dem Irving Berlin-Musical "Miss Liberty" sangen. 1954 drehten sie gemeinsam den Film "Young at heart", dessen Soundtrack ebenfalls auf Platte erhältlich war.

Im Jahr 1951 trafen sich Doris Day und Alfred Hitchcock in Hollywood und der Starregisseur äußerte den Wunsch, sie für einen seiner nächsten Filme zu verpflichten. 1956 stand sie dann neben James Stewart in „The man who knew too much“ vor der Kamera. Hitchcock hatte das begabte Songwriter-Team Jay Livingston und Ray Evans beauftragt, ein Wiegenlied für Doris Day zu schreiben, das sie ihrem (Film-)Sohn vorsang: „Whatever will be, will be (Que sera, sera)“. Es wurde ihr größter Hit.

Im selben Jahr kam „Day by day“ auf den Markt. Der Album-Titel war ein offensichtliches Wortspiel: die Künstlerin konnte man nicht nur am Tag, sondern täglich hören. Die Fortsetzung ...

... „Day by night“ folgte 1957. Beide Alben waren eine Erinnerung an die enge Zusammenarbeit mit dem Orchesterleiter Paul Weston, die seit den frühen 1950er bestand und nun endete. Mitch Miller sollte zukünftig alle Produktionen übernehmen. Dieser hatte eine hohe Meinung von Doris Day: „Sie war eine wundervolle Künstlerin. Ich konnte mit ihr Duette mit anderen Stars, Pop- oder Country-Songs aufnehmen - sie konnte alles singen.“ Er erinnerte sich…

… an ihren großen Erfolg "Everybody loves a lover", der fast nie entstanden wäre. Der Komponist Richard Allen wollte das Lied selbst verlegen - sehr zum Missfallen von Marty Melcher. Jener war nicht nur Doris Days Ehemann (Nummer 3), sondern auch ihr Manager und ebenfalls Musikverleger. Melcher wollte den Titel in seinem Verlag herausbringen. Allen blieb jedoch stur und schließlich lenkte Melcher ein: "Ich lasse mir doch keinen Hit entgehen." Bei derselben Aufnahme …

…entstand auch die Titelmusik zu ihrem Film „Tunnel of love“, bei dem Richard Widmark ihr Partner war. Entgegen der bisherigen Gewohnheiten blieb das Werk hinter den Erwartungen zurück. Gene Kelly führte die Regie bei dieser Komödie mit etwas schwachem Drehbuch, die einzig durch die Leistung der Hauptdarsteller Schwung erhielt. Auch musikalisch kühlte der Höhenflug durch die Einflüsse des Rock’n’Roll etwas ab. Doch bereits im Folgejahr…

…kehrte der Erfolg mit "Pillow Talk" zurück. Sie erinnerte sich: "Normalerweise lese ich ein Drehbuch, höre nach vier Seiten auf und beschließe, später weiterzulesen, um mir dann ein Urteil zu bilden. Bei 'Pillow Talk' konnte ich es nicht beiseitelegen, ich habe es einfach geliebt." Rock Hudson war erstmals ihr Partner. Der Soundtrack von "Pillow Talk" erschien auf CD und präsentierte Rock Hudson sogar als Sänger.

"Annie get your gun" entstand 1962 unter besonderen Umständen. James Harbert von Columbia Records erinnerte sich: "Doris Day und Robert Goulet nahmen alle ihre Titel mit meiner Klavierbegleitung auf. Ich saß hinter einer Klangschallwand und spielte, während die beiden mit Kopfhörern arbeiteten. Die fertigen Tracks wurden nach New York zu Franz Allers geschickt, der sie orchestrierte."

Terry Melcher, Doris Days Sohn, war als Musikproduzent und Songwriter erfolgreich. 1963 kreuzten sich die Wege der beiden auch beruflich. Er erinnerte sich: "Jemand bei der Plattenfirma entschied, dass ich nach einigen Hits als Produzent auch meine Mutter produzieren sollte." Er komponierte die Musik zum Doris Day-Film "Move over Darling" mit James Garner. "Ich glaube nicht, dass ich so ein tolles Lied geschrieben habe, aber es war in all den Jahren sehr erfolgreich."

1964 entstand zusammen mit Jimmy Joyce und seinem Kinderchor das Album "With a smile and a song". Ein Highlight der Produktion war eine Neuaufnahme von "Whatever will be, will be". Im Begleittext der Platte stand: "Dies ist vermutlich die fröhlichste Platte, die Doris Day aufgenommen hat. Millionen Menschen scheinen sich zu wünschen, dass ihre Heiterkeit in Flaschen abgefüllt und verkauft werden könnte, damit jeder das Geheimnis ihres unbändigen, sonnigen Leuchtens mit ihr teilen kann."

"Doris Days Sentimental Journey" (1965) sollte ihr letztes Studioalbum für lange Zeit sein und knüpfte dabei an ihren ersten großen Erfolg "Sentimental Journey" an. So erinnerte sie sich an die Entstehung des Liedes: "Wir spielten es erstmals bei einer unserer nächtlichen Proben im Pennsylvania Hotel in New York... (Erst) als wir es in unseren Rundfunkübertragungen spielten und uns daraufhin viele Zuschriften aus dem Hörerkreis erreichten, beschlossen wir, den Titel auf Platte aufzunehmen."

1967 nahm sie ihre letzten Titel auf, die erst 1994 als "The Love Album" veröffentlicht wurden. 2011 erschien nochmals eine CD mit Aufnahmen, die Mitte der 1980er Jahre im Rahmen ihrer TV-Show "Doris Days Best Friends" entstanden waren. Nachdem nun die verloren geglaubten alten Bänder entdeckt wurden, meinte Doris Day in einem Interview: "Ich hörte mir die Titel an und hatte zunächst Bedenken, aber nachdem sie remastered wurden gefielen sie mir und ich hoffe, meinen Fans ebenso".

Der schwere Verkehrsunfall beendet alle Träume

Sie nahm Ballettunterricht, lernte Stepptanz und gewann bereits mit zwölf Jahren zusammen mit einem Nachbarsjungen 500 Dollar bei einem Amateur-Tanzwettbewerb. Doch der Traum, eine professionelle Tänzerin zu werden, fand ein jähes Ende. Bei einem Verkehrsunfall wurde ihr rechtes Bein zertrümmert, vierzehn Monate musste sie im Krankenbett verbringen. Zum Zeitvertreib lauschte sie im Radio den Bigbands und deren Sängern. Besonders Ella Fitzgerald beeindruckte sie und jedes Mal, wenn deren Stimme aus dem Lautsprecher klang, sang Doris mit.

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Die Mutter wollte ihre Tochter im Rampenlicht sehen

Doris Days Mutter wollte ihre Tochter im Showbusiness sehen und finanzierte ihr nach deren Genesung Gesangsunterricht. Bald sang sie in lokalen Radioshows, um Erfahrungen zu sammeln. Bei einer dieser Gelegenheiten hörte sie der Bandleader Barney Rapp und bot ihr einen Job für 25 Dollar die Woche an. Daran geknüpft war die Bedingung, ihren Nachnamen "Kappelhoff" abzulegen. In Anlehnung an den Song "Day by day", den sie bei ihren Auftritten häufig sang, kreierte er den Künstlernamen Doris Day.

Doris Day mit Frank Sinatra und Laureen Bacall

Doris Day mit Frank Sinatra und Laureen Bacall

Ihr Gesangsstil kam an und die Karriere machte Fortschritte. Sie spielte mit den Bands von Bob Crosby und vor allem Les Brown, bei dessen Orchester sie ab 1944 fest als Sängerin engagiert war. Wenig später gelang ihr der Durchbruch mit dem Titel "Sentimental Journey". Der Bandleader hatte stets den größten Respekt vor ihren Fähigkeiten: "Als Sängerin gehört Doris in die Liga von Bing Crosby und Frank Sinatra. Sie ist die Beste in unserem Geschäft, wenn es darum geht, einen Text zu verkaufen."

Doris Days Agent fädelte ein Treffen mit dem Regisseur Michael Curtiz ein, der eine Sängerin für seinen neuen Film suchte. In "Romance on the high seas” gab Day ihr Leinwanddebüt. Jule Styne und Sammy Cahn schrieben die Musik, wie z. B. das Lied "It’s magic", mit dem Doris Day eine Oscar-Nominierung für den besten Titelsong erhielt.

Darüber hinaus erreichte Doris Day Millionen von Radiohörern als Sängerin und Partnerin von Bob Hope bei seinem NBC-Programm.

Ein Oscar für "Secret Love"

Besonderes Vergnügen bereiteten ihr 1953 die Dreharbeiten zu "Calamity Jane", da sie sich voll mit der Titelrolle identifizieren konnte: "Das bin wirklich ich!". Der Komponist Sammy Fain schrieb hierfür den Titel "Secret Love", der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und gleichzeitig auch ihren Start als Schallplattenstar in England begründete: "Als Sammy Fain mir das Lied in meinem Haus in Toluca Lake zum ersten Mal vorsang, war ich sofort davon hingerissen. Ich habe es so sehr gemocht, dass ich durch das ganze Haus getanzt bin."

Meist fanden ihre Schallplattenaufnahmen am Nachmittag statt und mussten neben der Filmarbeit gut geplant werden: "Ich wollte nicht bei Nacht singen. Mein Name passt zu mir, denn ich bin wirklich ein Tag-Mensch" sagte sie in einem Interview. Zu den Terminen kam sie stets gut vorbereitet, Zeit für Experimente gab es nicht: "Gewöhnlich konnte ich alles in einem Take aufnehmen."

Gute Stimmung im Plattenstudio: Häufig brachte sie Donuts und Kuchen mit, dazu gab es Kaffee und alle fühlten sich wohl. Während das Team über Änderungen im Arrangement oder die Aufstellung der Mikrofone diskutieren, nutzte Doris Day die Zeit und strickte einen neuen Pullover.

Mit Hitchcock kam der größte Erfolg

In Alfred Hitchcock-Thriller "The man who knew too much" bewies sie, dass sie auch dramatische Rollen meisterte. Der Film, der heute zu ihren Klassikern zählt, beinhaltete auch eine Melodie, die um die Welt ging: "Whatever will be, will be". Doris Day stand diesem Song etwas skeptisch gegenüber. Ein Musiker erinnerte sich, dass sie bei den Aufnahmen recht unglücklich wirkte. "Ich lag niemals so falsch", äußerte sie sich später, "es wurde das Beliebteste unter all‘ meinen Liedern."

"Ich habe nie meine Filme gesehen. Ich sehe nur alle Fehler und dann schalte ich ab. Aber wenn ich ein Lied von mir im Radio höre, das ich vor langer Zeit aufgenommen habe, dann höre ich bewusst zu und fühle mich gut dabei."

Doris Day in einer Filmrolle in "Caprice"

Doris Day in "Caprice"

Ende der 1950er-Jahre verlegte sich überwiegend auf heitere Komödien, zum Beispiel mit Filmpartner Rock Hudson. Ein Genre, in dem sie absolut exzellent war. "Pillow Talk" machte 1959 den Anfang und geriet zum Kassenschlager. Dieser Film begründete die Form, die sich mit leichten Abwandlungen in den meisten verbleibenden Filmen ihrer Karriere wiederholte und in denen sie tugendhafte Frauen verkörperte, die in ihrer Haltung unerschütterlich waren.

Die Erfolgssträhne blieb ihr bis Mitte der 1960er-Jahre treu. Doch dann änderte sich der Geschmack des Publikums, die von ihr dargestellten Charaktere waren nicht mehr gefragt. 1967 lief ihr Plattenvertrag aus und ein Jahr später, nach dem Tod ihres Mannes, zog sie sich von der Leinwand zurück. Danach erwarteten sie einige unliebsame Überraschungen: ihr ganzes Vermögen war Fehlspekulationen ihres Mannes zum Opfer gefallen. Darüber hinaus hatte er sie ohne ihr Wissen und ihre Genehmigung für eine Fernsehserie verpflichtet.

Die Künstlerin gab sich auf allen Ebenen kämpferisch: Ihre Zivilklage hatte Erfolg, so dass sie einen Teil ihres verlorenen Geldes zurückerhielt. Beruflich gelang ihr mit der "Doris Day-Show", die bis 1973 im amerikanischen Fernsehen lief, ein Treffer.

Mitte der 1970er-Jahre verlor sie das Interesse am Showbusiness und beschäftigte sich zunehmend sehr leidenschaftlich mit dem Tierschutz. Auf ihrem elf Hektar großen Grundstück in Kalifornien bot sie zahlreichen Hunden und Katzen eine Heimat und gründete 1977 eine Tierstiftung. Die Vierbeiner waren ihr das Wichtigste im Leben geworden, für die sie sich nach wie vor unermüdlich engagiert. Ende der 1980er-Jahre zog sie sich vollkommen ins Privatleben zurück.

Ihren 97. Geburtstag am 3. April 2019 feierte die Schauspielerin noch, bis eine schwere Lungenentzündung ihr das Leben kostete, wie ihre Stiftung erklärte. Sie starb im Kreis enger Freunde.

Steckbrief von Doris Day
geboren3. April 1922 in Cincinnati (USA) als Doris Mary Ann Kappelhoff
gestorben13. Mai 2019 in Carmel Valley (USA)
FamilieDer Vater war Musiklehrer, er und seine Frau Alma waren Kinder deutscher Einwanderer
EhenMit Al Jordan (1941-43), George Weidler (1946), Martin Melcher (1951-68), Barry Comden (1976-81)
Film Für "Bettgeflüster" mit Rock Hudson erhielt Doris Day eine Oscar-Nominierung.
Verpasste ChanceDie Rolle der "Mrs. Robinson" in "Die Reifeprüfung" lehnte sie aus persönlichen Gründen ab