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Vorsorgeuntersuchung Darmkrebs - frühe Diagnose, gute Chancen

Vorsorgeuntersuchung? Klingt unangenehm. Dabei kann man gerade Darmkrebs gut verhindern - wenn denn die Vorstufen entdeckt werden. Die beste Methode dafür ist die Darmspiegelung. Schon lange hat darauf in Deutschland hat jeder ab 55 einen Anspruch, die Kosten dafür übernehmen die Kassen.


In diesem Jahr wird die Altersgrenze für Männer auf 50 Jahre heruntergesetzt, für Frauen bleibt es bei 55 Jahren. Der Grund: Männer haben generell ein höheres Darmkrebsrisiko und auch die Vorstufen von Darmkrebs findet man bei ihnen früher als bei Frauen.
Und die Darmkrebsvorsorge zeigt bereits Erfolge. Dr. Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg: "Wir sehen bereits einen rückwärtigen Trend beim Darmkrebs in Deutschland." Dieses Jahr sollen zum ersten Mal schriftliche Einladungen zur Darmspiegelung an alle Männer ab 50 und Frauen ab 55 versendet werden. Hoffmeister: "So soll das Bewusstsein bei der Zielgruppe gestärkt werden. Bisher nehmen nämlich nur 20 bis 25% der Berechtigten an dem Screening teil."

Neue Stuhltests können Darmspiegelung nicht ersetzen

Die meisten gefährlichen Vorstufen entdecken Ärzte bei der Darmspiegelung. Alternativ kann man auch einen immunologischen Stuhltest durchführen lassen – die Ergebnisse sind aber immer noch nicht so treffsicher wie eine Darmspiegelung. Hoffmann: "Diese neuen Tests sind zwar deutlich besser als die vorherigen Stuhltests: Vier von fünf Darmkrebsfällen werden damit erkannt. Bei den Krebsvorstufen können sie aber nicht mithalten: sie spüren nur ein Viertel der gefährlichen Vorstufen auf. Bei einer Darmspiegelung dagegen werden die meisten Vorstufen erkannt und man kann sie dann auch direkt abtragen."

Nur bei einer Personengruppe steigen die Fälle von Darmkrebs in den letzten Jahren an: Bei den relativ jungen, im Alter von unter 50 Jahren. Wieso, das wissen die Forscher noch nicht.

Da die meisten Tumorerkrankungen bei älteren Personen auftreten, ist die Datenlage bei den jüngeren Patientengruppen noch recht dünn. Hoffmeister geht jedoch davon aus, dass die bekannten Risikofaktoren von Darmkrebs bei den relativ jungen Patienten eine Rolle spielen.

Pommes, Currywurst und Bier auf einem Tisch

Auch die Ernährung spielt eine Rolle beim individuelle Darmkrebsrisiko

Denn wenn es darum geht, das eigene Darmkrebs-Risiko zu senken, kann jeder selbst aktiv werden. Bekannte Faktoren, die Darmkrebs fördern, sind zum Beispiel:

  • Übergewicht
  • Zu wenig Bewegung
  • Falsche Ernährung, z.B. zu viel rotes Fleisch
  • Rauchen

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