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Die Buchtipps im Überblick

"Der Tintenfischer" von Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo

In diesem Fall von Commissario Morello befindet sich ein junges, nigerianisches Flüchtlingspaar auf der Flucht. Aus Verzweiflung springt der junge Afrikaner in den Canal Grande von Venedig. Als Morello erfährt, dass dessen Freundin von der nigerianischen Mafia zur Prostitution gezwungen wird, fahren Morello und seine Kollegin nach Sizilien, um die junge Frau zu befreien. Dort angekommen wird Morello festgenommen.

"Mein Mann" von Rumena Bužarovska

"Männer weinen heimlich,
Männer brauchen viel Zärtlichkeit.
Männer sind so verletzlich,
Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich."

Diese Songzeile aus "Männer" von Herbert Grönemeyers Song, bringt eigentlich auf den Punkt, was die Autorin Rumena Bužarovska über Männer in ihrem Buch schreibt. In elf Erzählungen geht es um mittelmäßige Dichter, eitle Gynäkologen, Betrüger, Machos oder Heuchler und ihre Frauen.

»Das alles ist so gnadenlos und so komisch, dass man sich wünscht, es möge mehr Bücher von dieser Art geben.«

"Hard Land" von Benedict Wells

Hard Land von Benedict Wells spielt Mitte der 80er-Jahre in einer Kleinstadt in Missouri. Der 15-jährige Außenseiter Sam findet in einem magischen Sommer Freunde, erlebt die Faszination der Filmwelt und wird gezwungen ganz schnell erwachsen zu werden.

»Überhaupt muss ich vor einem hohen Taschentuchverbrauch bei "Hard Land" warnen. Nicht, weil es gefühlsduselig geschrieben ist, ganz im Gegenteil.«

"Hotel der Schlaflosen" von Ralf Rothmann

Ein ständig besoffener Bestatter, ein Polier vom Bau, ein Student, eine Geigerin, ein Wissenschaftler, ein Pferdezüchter, so unterschiedlich die Protagonisten sind, so unterschiedlich auch die Geschichten im Erzählband „Hotel der Schlaflosen“ von Ralf Rothmann.

»Ich habe schon lange nicht mehr so gute Geschichten gelesen, wie in diesem Erzählband.«

"Krass" von Martin Mosebach

Der undurchschaubare und großzügige Geschäftsmann Ralph Krass ist ein Tatmensch, der sich seine Gesellschaft kaufen möchte. Er ist ein mächtiger Charakter, der auch nach seinem tiefen Absturz noch vor Selbstvertrauen strotzt. Durch seine besondere Art zieht er andere Menschen mit seiner puren Präsenz in seinen Bann.

»Kein Buch, das man eben mal so schnell weg liest. Man muss es auskosten. Schon auf den ersten Seiten merkt man, das ist exquisite Sprache.«

"Das Leben ist eins der Härtesten" von Giulia Becker

Ein Panoptikum voller Verlierer, die ein Wochenende in einem künstlichen Tropenparadies im Spreewald verbringen. Giulia Becker, Autorin bei Jan Böhmermanns ZDF Magazin Royale, hat daraus ein Buch gemacht.

„Es ist spannend zu lesen, wie Giulia Becker die Schicksale ihrer Figuren beschreibt. Ihre Eigenheiten. Aber: Sie verrät sie nicht. Macht sich nicht über sie lustig und nimmt ihnen niemals ihre Würde.“

"Berlin in 100 Kapiteln, von denen leider nur 13 fertig wurden" von Harald Martenstein und Lorenz Maroldt

Ein Buch über unsere Hauptstadt, wo man trotz Unvermögen und anderen Katastrophen ein schier grenzenloses Selbstbewusstsein an den Tag legt.

"Das Buch ist eine humorvolle Ortsbegehung, ein einziger Spaß."

"Pfoten vom Tisch! Meine Katze, andere Katzen und ich" von Hape Kerkeling

Hape Kerkeling, der als Kind nach dem Tod seiner Mutter die Katze Peterle geschenkt bekam, gibt mit diesem Buch seine ganz persönliche Liebeserklärung an das Leben mit Katzen. Das Buch ist - typisch Kerkeling - sehr lustig geschrieben. Unter anderem erzählt er davon, wie er zwei fast 12 Kilo wiegende Katzen als Handgepäck ins Flugzeug bekommen hat.

"Das Buch ist erstaunlich informativ. Kerkeling gibt Tipps zu Tierarzt, Kastration und Katzentoilette für alle, die sich überlegen eine Katze anzuschaffen.“

"Quennie" von Candice Carty-Williams

Die junge, schwarze Londonerin Quennie schreibt für eine Zeitungsredaktion und wird dabei von ihren Kolleg:innen überhaupt nicht ernst genommen. Täglich wird sie mit rassistischen Bemerkungen und Kränkungen konfrontiert. Nach dem Scheitern ihrer Beziehung trifft sie eine falsche Entscheidung nach der anderen und schlittert in eine Krise.

"Das ist flott geschrieben, manchmal ziemlich rüde im Ton. Aber immer sehr warmherzig.“

"Eurotrash" von Christian Kracht

25 Jahre ist es her, da hatte der Schweizer Autor Christian Kracht seinen Durchbruch mit seinem Debütroman "Faserland". Seit dem ist eine Menge passiert. Am skurrilsten wohl Krachts Rauswurf beim Spiegel, für den er als Korrespondent in Indien arbeitete, nachdem er versuchte ihnen den Tod von Mutter Theresa zu verschweigen. Christian Kracht war schon immer für Überraschungen gut und durch seinen aktuellen Roman "Eurotrash" fängt man an diesen Mann zu verstehen, denn er erzählt uns seine Familiengeschichte.

"Eurotrash ist kein schönes Buch. Es erzählt von menschlichen Abgründen. Vom Versagen und vom Scheitern. Aber, und das ist wiederum das Wunderbare an der Geschichte, es geht eben auch um die Liebe, die es trotz aller Widrigkeiten zwischen Mutter und Sohn gibt.”

"Bad Company. Meine denkwürdige Karriere bei der Wirecard AG" von Jörn Leogrande

Es ist der größte Betrugsfall der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Ein Thriller um fast zwei Milliarden Euro, die wie vom Erdboden verschwunden sind. Ein Schurkenstück mit wenigen Hauptdarstellern und vielen Komparsen. Ein Lehrstück auch dafür, wie Wirtschaftsprüfer, die BAFIN und die deutsche Politik komplett versagt haben. Jörn Leogrande, Ex-Manager beim früheren DAX-Unternehmen Wirecard, schildert in seinem Buch „Bad Company“ das Innenleben einer Firma, die im Sommer 2020 komplett an die Wand gefahren wurde.

„Bad Company: Eine einzigartige Geschichte von Geld, Gier und Größenwahn.“

"Klara und die Sonne" von Kazuo Ishiguro

Künstliche Intelligenz - kurz KI - das Thema ist auffällig stark in diesem Jahr in der Literatur vertreten. Jetzt hat auch der Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro einen neuen Roman rausgebracht, in dem es um das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine geht. Der Roman erzählt aus der Ich-Perspektive eines ROBOTERS.

Klara ist Josies künstliche Freundin, sie begleitet Kinder und Jugendliche beim Erwachsen werden. Andere Jugendliche trifft Josie sehr selten. So spielt der Science-Fiction Roman in einer Gesellschaft, die auf brutale Elitenbildung setzt, denn künstliche Freunde, wie Klara können sich nur Vermögende, ranghohe Mitglieder der Gesellschaft leisten.

"Das alles ist sehr leicht, sehr einfach erzählt und gerade darum sehr berührend. Und es ist ausgerechnet eine Maschine, die die Unmenschlichkeit dieser Gesellschaft entlarvt.“

"Kein Feuer kann brennen so heiß" von Ingrid Noll

In diesen Zeiten von Corona tut Unterhaltung gut und not. Etwas Entspannung. Angenehm leichte Heiterkeit. Viel Sinn für Situationskomik. Und ab und an ein paar Todesfälle. Das kennzeichnet die Romane von Ingrid Noll. Die 85jährige Lady of Crime aus Weinheim hat wieder zugeschlagen. Der neue Roman von Ingrid Noll heißt „Kein Feuer kann brennen so heiß“.

Schön ist sie nicht, Lorina, die als Altenpflegerin 24 Stunden täglich für Victoria Alsfelder arbeitet und in ihrer Villa wohnt. So beginnt Lorina eine Affäre mit dem attraktiven Masseur der alten Dame. Dem gutaussehenden Neffen, der auf ihr Erbe lauert, gefällt dabei vieles so gar nicht.

„Wir verraten nicht, wie Ingrid Nolls neuer Roman endet. Doch er bietet allemal leichte, aber sehr feine Unterhaltung."

Weitere Buchtipps von SWR1 Hörer*innen und Buchhändler:innen

  • "Romy und der Weg nach Paris" von Michelle Marly
  • "Über Menschen" von Juli Zeh
  • "Das Parfum" von Patrick Süskind
  • "Die unsichtbare Brücke" von Julie Orringer
  • "Das Salzpfad" von Raynor Winn
  • "Dicht" von Stefanie Sargnagel
  • "Daheim" von Judith Hermann
  • "Vati" von Monika Helfer
  • "Immer noch wach" von Fabian Neidhardt
  • "Der Donnerstagsmordclub" von Richard Osman
  • "Die Farbe von Glück" von Clara Maria Bagus
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