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Es ist noch nicht allzu lange her, da machte ein Versandbuchhandel namens Amazon von sich reden. 1995 hat das Unternehmen sein erstes Online-Buch verkauft, heute kann man dort weltweit Hemden, Rasenmäher oder auch Waschpulver kaufen. Und morgen? Wie dieses Morgen aussehen könnte, das hat der amerikanische Schriftsteller Rob Hart weitergedacht.

Shoppen in der Stadt gehört der Vergangenheit an

Shoppen gehen, mal durch die Innenstadt schlendern – das gibt es in dieser Endzeitgeschichte nicht mehr. Bei 40 Grad Hitze ist das Leben ungemütlich geworden, die Städte verwaist. Alles, was die Menschen brauchen, können sie online bestellen. Die "Cloud" sorgt für alles. Die Übermacht der Unternehmen wird noch ein ernstes Problem werden, warnt Autor Rob Hart:

"Für uns sind diejenigen, die Jobs schaffen, großartig. Die können machen, was immer sie wollen. Aber das ist wirklich keine tolle Welt, in der man leben möchte."

Rob Hart

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Die Cloud als große Familie

In seiner Geschichte geben die Menschen ihr letztes Hemd, um für den "Store" arbeiten zu dürfen. Denn die Cloud ist mehr: die Angestellten leben hier in angenehmer wohl klimatisierter Atmosphäre, es gibt eine Gesundheitsstation, Restaurants, Spielhallen, sogar eine Rentenversicherung. Alle sind eine große Familie.

Tatsächlich jedoch entpuppt sich das Cloud-Universum, das sich über das ganze Land erstreckt, als ein kleiner totalitärer Staat, der seine Arbeiter über eine elektronische Handfessel rund um die Uhr überwacht. Jeder ist gleichermaßen entrechtet, die Arbeitsbedingungen mörderisch. Gewerkschaften gibt es nicht. "Die Cloud ist natürlich erfunden", sagt Rob Hart. Aber alles, was sie macht, fühlt sich für ihn nicht nach Fiktion an.

Leben in der Cloud

Paxton und Zinnia sind zwei, die nach einem harten Bewerbungstest einen Job im Cloud-Imperium ergattert haben. Doch beide verfolgen eigentlich ganz andere Interessen. Paxton hatte mal eine eigene Erfindung, ein eigenes Geschäft, das von Cloud zerstört wurde. Nun will er sich rächen. Und die taffe Zinnia hat den Auftrag bekommen, das Unternehmen auszuspionieren, den großen Chef Gibson Wells zu ermorden.


"Wir sollten unser Konsumverhalten überdenken.Vielleicht muss nicht immer alles zu jeder Zeit verfügbar sein. Vielleicht brauchen wir keine Zustellung in zwei Tagen."

Rob Hart

Und das ist die Botschaft dieses Romans: Wir haben eine Wahl.

Rob Hart lässt sich Zeit, um die Abgründe dieses perfiden, perfekt durchorganisierten Universums auszuloten. Genüsslich steuert er dabei von einer Actionszene auf die nächste zu und hält ein sehr überraschendes Ende bereit. Kein Wunder, dass die Filmrechte schon verkauft sind.

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