Buchtipp: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch Spaßfaktor garantiert!

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Die Idee von Arbeitsteilung ist, dass jeder das macht, was er am Besten kann. Axel Ranisch macht da irgendwie nicht mit. Er dreht Filme, inszeniert Opern und jetzt hat er auch noch ein Buch geschrieben. Heißt "Nackt über Berlin" und Stefan Schlegel meint: Unbedingt lesen!

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Axel Ranisch (Foto: Ullstein Verlag Foto: Dennis Paul - Foto: Dennis Pauls)
Axel Ranisch Ullstein Verlag Foto: Dennis Paul - Foto: Dennis Pauls

Axel Ranisch mag offensichtlich Experimente. Das hat er bereits bewiesen als Regisseur des Mannheim Tatorts "Babbeldasch", der komplett ohne geschriebenen Text auskam, dann allerdings im Ganzen nicht besonders ankam.

Der Roman "Nackt über Berlin" ist ganz klassisch erzählt, handelt aber dafür von einem Experiment, das zwar auch nicht geplant war, aber an Hinterlistigkeit überhaupt keine Wünsche offen lässt.

Worum geht es

Jannik und Tai sind siebzehnjährige Klassenkameraden. Jannik ist dick und schwul und Tai ist Vietnamese und Computerfreak. Durch Zufall filmt Tai den völlig betrunkenen Direktor seiner Schule und sorgt schließlich mit High-Tech dafür, dass der fiese Direktor in seiner eigenen Wohnung eingekerkert wird. Jannik findet das zwar alles ein bisschen zu krass, ist aber zu verliebt in Tai und zu jung, um schon zu wissen wo seine Grenzen sind.

Spaßfaktor

So groß wie im Kino, weil sich in dieser Mischung aus Krimi und Jugendroman die Sprache komplett in den Dienst der Bilder stellt. Die Wörter dürfen sich hier nicht selbst feiern. Nur wer artig mithilft auch die krassesten Bilder in den Kopf zu bringen darf mitmachen, der Rest muss draußen bleiben. Bei so wenig sprachlichem Widerstand flutscht man durch diesen Roman wie durch einen Film.

Vielleicht ist Axel Ranisch ja auch noch gar nicht richtig Autor sondern eher so 'ne Art Wort-Regisseur.

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