Buchtipp: "Fische" von Melissa Broder Heilung durch Sex?

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Melissa Broder erzählt die Geschichte einer liebessüchtigen Frau, die Einblicke in die Tiefen ihrer Krankheit gewährt.

Worum geht es?

Eine liebessüchtige fast 40-jährige versucht mit möglichst viel wahllosem Sex ihre Krankheit zu heilen. Klingt so erst mal nach dem Drehbuch von jedem vierten Pornofilm, ist aber nicht deshalb besonders für Männer interessant. Fische ist deshalb für Männer interessant, weil es ein Frauenbuch ist. Lucy, die fast 40-jährige, hat sich aus Versehen von ihrem Freund getrennt, bricht ihm die Nase und landet in einer Selbsthilfegruppe für Liebeskranke. Dabei lässt sie uns genau wie ihre Autorin sehr, sehr tief in ihre Gestörtheiten blicken. Ganz schön Psycho, was wir da zu lesen bekommen. Aber für alle, die sich manchmal ein paar existentielle Fragen stellen, trotzdem spannend, weil Lucy den Kampf mit der Liebe und der Leere und dem Sinn von allem definitiv zwei Frontlinien weiter vorne austrägt, als ich jetzt zum Beispiel.

Die Autorin

Melissa Broder mag es, wenn sich ihr Sexualpartner übergibt. Ja das ist ekelhaft und auch peinlich, aber mit genau solchen Geständnissen ist Melissa Broder in den USA ein großer Internet-Star geworden. Mehr als 600.000 Follower ihres Twitter-Accounts wissen dadurch mehr als sie wissen wollten über Broders Ängste und Vorlieben, weil sie eine rabiat-humorvolle Art hat, davon zu erzählen. Jetzt hat sie zum ersten Mal einen Roman geschrieben und der heißt Fische.

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