Neuer Roman von Timur Vermes Die Hungrigen und die Satten

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Was wäre wenn... die Grenzen dicht wären? Wenn sich plötzlich Hunderttausende Migranten aus Afrika zu Fuß nach Deutschland aufmachten? Ein Roman über das Thema unserer Tage: Flüchtlinge und unser Umgang mit ihnen.

Timur Vermes zweites Buch

Er ist wieder da - Timur Vermes - der Autor von "Er ist wieder da". Und dieses Mal hat er ein unglaubliches Buch über die Massenflucht und ihre Folgen geschrieben, bei dem einem nur allzu oft das Lachen im Hals stecken bleibt.

Worum geht es?

Nadeche Hackenbusch ist Privatfernsehmoderatorin und sie ist vorsichtig gesagt, nicht das hellste Licht auf der Torte. Allerdings sieht sie extrem gut aus und ihr ist fast nichts peinlich. Also inszeniert sie sich in einer Dokusoap in Flüchtlingsheimen als "Engel im Elend": Sie verschenkt Buntstifte an weinende Flüchtlingskinder und glaubt die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Bis ihr Sender auf die Idee kommt, sie für zwei Wochen ins größte Flüchtlingscamp der Welt nach Afrika zu schicken.

Aber dann kommt alles anders - sie verliebt sich in einen Flüchtling und macht sich mit 150.000 Menschen zu Fuß auf den Weg nach Deutschland - alles natürlich täglich im Fernsehen zu sehen. Die Sendung sprengt alle Rekorde, es fließen die Werbemilliarden, die deutsche Politik jedoch reagiert mit hilflosem Wegsehen und Aussitzen. Ein gutes Jahr später stehen dann die 300.000 Flüchtlinge vor der Grenze und der Innenminister fordert, dass man die Flüchtlinge nun auch reinlassen müsse.

Bitterböse Satire

Timur Vermes gelingt eine unglaublich böse, witzige, präzise, radikale und satirische Bestandsaufnahme unserer gesellschaftlichen Situation. Sie handelt von der Abwesenheit von Politik und Visionen, aber auch vom guten Kern des Menschen.

Hörbuch

Besonders empfehlenswert ist die Hörbuchversion, die von Christoph Maria Herbst gelesen wird. Dieser hatte auch schon Timur Vermes Debütroman "Er ist wieder da" grandios vertont. Wie Herbst die schäbigen Zeitungsberichte über die Nadeche Hackenbusch schmachtet oder den bayrischen Innenminister gibt, ist einfach nur zum Schieflachen.
Aber egal, ob vorgelesen oder selbst gelesen: "Die Hungrigen und die Satten" ist mit Sicherheit eines der besten Bücher des Jahres.

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