Buchtipp: "Berlin 1936" von Oliver Hilmes Nazi-Propaganda in Berlin

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16 Tage Olympische Spiele in Berlin. Oliver Hilmes bringt die Eintrittskarte zu den Spielen, die von Nazi-Propaganda geprägt waren.

Worum geht es?

Die Olympischen Spiele von Berlin 1936. Darüber wissen wir zumindest wenn im persönlichen Bildungsplan nicht irgendwas völlig schief gegangen ist, dass es ein Propagandaspektakel war und Nazideutschland der Welt vorgaukelte friedlich zu sein und zähneknirschend den schwarzen Megastar der Spiele Jesse Owens ertrug.

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Oliver Hilmes (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Foto: Arno Burgi)
picture-alliance / dpa - Foto: Arno Burgi

Oliver Hilmes packt einen großen Haufen Detailwissen dazu aber nicht nur das. Das Buch ist fast ein bisschen wie ein Eintrittskarte zu den Spielen. Durch viel kleine Anekdoten von Sportlern, Besuchern, Funktionären und Showstars tauchen wir in diese 16 Tage im August ein inklusive dem täglichen Wetterbericht. So bekommen wir mit wie gut sich Jesse Owens, mit seinem deutschen Konkurrenten im Weitsprung vertrug, dass sich Propagandaminister Göbbels auf Empfängen ziemlich schnell langweilt und wie sich der amerikanische Schriftsteller Thomas Wolfe auf das Berliner Nachtleben stürzt.

Für wen ist das Buch interessant?

Rein sportlich ist das Buch komplett überflüssig. Spannend sind die Olympischen Spiele, weil damals alle Welt auf Deutschland schaut. Dass die Anekdoten oft harmlos wirken ist gerade ihre Stärke, denn weil wir auch erfahren, warum die blonde Hee als deutsche "Alibijüdin" teilnahm oder wann Thomas Wolfe zum ersten Mal das Wort Konzentrationslager hörte, zeigt sich, dass Harmlosigkeit und das größte Grauen gefährlich nah beieinander lagen.

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