Buchtipp: "Fräulein Hedy träumt vom Fliegen" von Andreas Izquierdo Ganz viel Wehmut und ein dicker Seufzer

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Träumen darf man immer gern. Vor allem jetzt in der Ferienzeit. Und oft bleibt es nicht beim träumen. Da probieren viele mal etwas aus, was sie sonst nie tun: Wasserskifahren zum Beispiel, Bogenschießen oder einen Malkurs besuchen. Auch die Heldin in unserem Sommerbuchtipp will mal etwas ganz anderes machen. Dabei gibt es jedoch ein kleines Problem: es sind nämlich so ziemlich alle in ihrer Umgebung dagegen.

Der Inhalt

Sie ist resolut, reich und weiß haargenau, was sie will: Fräulein Hedy von Pyritz, 88 Jahre jung, dank preußischer Disziplin, morgendlichem Ausdauertraining und regelmäßiger Gymnastik. Ihr Leben hat sie den schönen Künsten verschrieben, mit der von ihr gegründeten Stiftungen werden jungen Talente gefördert.

Eine angesehene Bürgerin also, die eines Tages nichts Besseres zu tun hat, als eine Anzeige in der Zeitung aufzugeben: "Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert." Eine delikate Formulierung, die ganze Stadt zerreißt sich das Maul, für Tochter Hannah die Gelegenheit, ihre Mutter endlich als Stiftungsvorsitzende abzuservieren.

In dieser Situation findet Fräulein Hedy in ihrem jungen, etwas schüchternen Physiotherapeuten wertvolle Unterstützung. Was das Gerede natürlich noch mehr anheizt.

Was ist drin?

Viel Rätselhaftes, viel Liebenswertes, und jede Menge kuriose Szenen: so führt Fräulein Hedy einen kleinen Privatkrieg mit ihrem Zeitungszusteller, der jeden Tag ihre Zeitung in den Dreck schleudert. Als Rache dafür, dass er kein Stipendium von Fräulein Hedys Stiftung bekommen hat.

Ein Scharmützel, das mit einer wilden Verfolgungsjagd der couragierten alten Dame endet. Denn was kaum einer weiß: Hedy war eine tollkühne Kampfpilotin im zweiten Weltkrieg. Und sie war eine hervorragende Schützin, was ihr am Ende zum Verhängnis wird.

Der Autor

Andreas Izquierdo (Autor) (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Autor: Andreas Izquierdo picture-alliance / dpa -

Andreas Izquierdo hat spanische Wurzeln, ist aber in Euskirchen geboren. Nach dem Abi hat er bei Zeitung und Rundfunk gearbeitet, schreibt heute Drehbücher für verschiedenste Sitcoms, aber vor allem Bücher: Krimis, historische Romane, Fantasy, für die er bereits mehrere Preise einheimsen konnte.

Der Ferienfaktor

"Fräulein Hedy träumt vom Fliegen" – ist einfach das ultimative Strandbuch: Herz, Schmerz, Trost und Trauer, Humor und Wehmut. Ganz viel Wehmut und ein dicker Seufzer, wenn das Buch am Ende durch ist. Schön war's.

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