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SWR1 Moderator Stefan Orner (Foto: SWR, SWR1)

Respekt gegenüber allen Geschlechtern - das ist das Ziel der gendergerechten Sprache.

  • »Die Markierung von Geschlechtern in der Sprache trägt dazu bei, dass die Chancengleichheit nciht so hoch ist, wie sie sein könnte.«
  • Das sagt die Sprachwissenschaftlerin Frau Prof. Carolin Müller-Spitzer vom Mannheimer Leibniz-Institut für deutsche Sprache.

    Viele Berufe haben früher nur Männer ausgeübt, also war die Berufsbezeichnung auch nur männlich: Lehrer oder Arzt. Irgendwann kamen Frauen hinzu und man benutzte eine sog. Ableitung: Lehrerin, Ärztin. Aber im Plural blieb die männliche Form für alle.

    »Viele Studien haben aber mittlerweile gezeigt, dass sich Frauen und andere Geschlechter nicht von diesem männlichen Plural angesprochen fühlen.«

    Die Sprache könne zur Chancengleichheit beitragen, sagt Müller-Spitzer. Wir würden uns ja auch darstellen und zeigen, was uns wichtig ist, zum Beispiel mit unserem Dialekt.

    Man müsse sich einfach der ganzen Bandbreite bedienen, die die deutsche Sprache bietet. Neutrale Formen wie Lehr- oder Pflegekraft seien eine gute Alternative.

    »Dass das Gender-Thema so eine Dynamik aufgenommen hat zeigt, dass es vielen ein Bedürfnis ist, die geschlechtliche Vielfalt anders in der Sprache abzubilden.

  • Es hat damit zu tun, dass es viele interessiert und nicht, dass es von oben so verordnet ist.«
  • Pro und Contra Mit oder ohne Gender-Sternchen?

    Respekt gegenüber allen Geschlechtern - das ist das Ziel der gendergerechten Sprache. Und das sowohl im Geschriebenen als auch im Gesprochenen. Sichtbares Zeichen dafür: ein * - das Gendersternchen. Auch hörbar, im Radio?  mehr...