STAND

Die Tage um den Black Friday Ende November sind inzwischen richtige Rabattschlachten. Zum Start des Weihnachtsgeschäftes sollen sich die Kunden am 27. November 2020 richtig austoben.

Es ist die Black Friday Week, die Black Week, die Black Sales Week oder auch die Super-Schnäppchen-Woche. Egal wie die Rabattaktionen heißen, sie sind richtige Umsatzkracher.

Handel macht Milliardengewinne

Insgesamt 3,1 Milliarden Euro hat der Deutsche Handel 2019 rund um den Black Friday umgesetzt, so der Handelsverband Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 22 Prozent. Schätzungen zufolge hat jeder Verbraucher im Schnitt mehr als 250 Euro ausgeben.

Eine Frau läuft an einem Schaufenster vorbei. Auf dem steht "70 Prozent Black Friday". (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance/Ray Tang/XinHua/dpa)
Der Black Friday am 27. November 2020 verspricht den Kunden hohe Rabatte. Picture Alliance/Ray Tang/XinHua/dpa

Rabatte in Höhe bis zu 90 Prozent

Händler werben teilweise mit Rabatten von bis zu 90 Prozent. Doch laut dem Preisvergleich-Portal Idealo ist die tatsächliche Ersparnis oft geringer: durchschnittlich vier Prozent. Häufig erhöhen die Händler die Preise vor den Aktionstagen, um sie dann wieder zu senken. Vor allem bei Fernsehern, Kleidung und Spielekonsolen können Kunden aber tatsächlich sparen.

Schnäppchen auch im Internet

Damit die Kunden im Internet zuschlagen, ohne groß die Preise zu vergleichen, lassen Online-Shops häufig einen Countdown laufen. Manche Angebote gelten nur 24 Stunden; der Bestand der Ware wird vermeintlich immer knapper. Die Kunden sollen so zu Impulskäufen verlockt werden. Dabei lohnt es sich, Preise zu vergleichen: Oft sind in anderen Shops die Preise niedriger.

Eine junge Frau sitzt an einem Laptop mit einer Kreditkarte in der Hand und kauft online ein. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, newscom)
newscom

Sonderangebote auch bei Banken und anderen Unternehmen

Auf den Zug mit Sonderangeboten springen mittlerweile auch Unternehmen auf, mit denen man nicht unbedingt rechnet. So haben viele Sparkassen zum Beispiel in dieser Woche schon Rechtsschutzversicherungen günstiger angeboten. Auch Fußballvereine haben schon mitgemacht: In den vergangenen Jahren haben zum Beispiel Bayern München und die TSG Hoffenheim Fanartikel günstiger angeboten.

Der Hype um den Black Friday

»Unser Jagdinstinkt wird angesprochen. Dabei sein ist der eigentliche Kick!«

Konsumforscher Dirk Hohnsträter

Dirk Hohnsträter ist Konsumforscher und weiß, warum so viele Menschen ausgerechnet am Black Friday oder in der Black Week Schnäppchen machen wollen: Das Entscheidende ist seiner Meinung nach, dass die Schnäppchenjagd zum Erlebnis wird.

»Wir werden mit allen Sinnen angesprochen, das Ganze hat eine gewisse Dramaturgie. Es beginnt schon Tage vorher und es steigert sich immer mehr. Es geht nicht darum, dass wir etwas kaufen, was wir brauchen.«

Konsumforscher Dirk Hohnsträter

Dieses Erlebnis "Black Friday" sei ein besonders wichtiger Faktor, warum dieser Tag so ein großer Erfolg ist.

Woher kommt der Black Friday?

Der Black Friday kommt aus den USA. Er ist seit Anfang des Jahrtausends der Brückentag nach Thanksgiving, einem der höchsten Feiertage in den Vereinigten Staaten. Viele Amerikaner nehmen sich an diesem Tag frei.

Menschen stehen an Black Friday in einer langen Schlange in einem Geschäft. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
In den letzten Jahren verbrachten manche Menschen in den USA den Black Friday in langen Schlangen. Solche Bilder wird es aufgrund der Pandemie dieses Jahr wohl nicht geben. Picture Alliance

Über die Herkunft des Begriffes Black Friday gibt es unterschiedliche Erklärungen:

  • Die Menschenmassen auf den Straßen und die langen Schlangen vor den Geschäften sehen angeblich wie ein einziges schwarzes Etwas aus.
  • Viele, eher umsatzschwache, Unternehmen nutzen diesen Tag, um Profit zu machen und endlich mal "schwarze" Zahlen zu schreiben.
  • Dazu passt auch das Sprichwort, dass die Verkäufer am Ende der Rabattaktion schwarze Hände vom Geldzählen bekommen würden.

Der Kauf-nix-Tag

Das genaue Gegenteil vom Black Friday ist der "Kauf-nix-Tag" - immer am letzten Samstag im November (dieses Jahr also der 28. November). Kunden werden aufgerufen, in diesen 24 Stunden nichts zu kaufen. Verbraucher sollen auf diese Weise ihre Macht gegenüber der Wirtschaft und Unternehmen demonstrieren.

»Alles in der Wirtschaft ist darauf angelegt, heute, jetzt, hier, sofort etwas zu kaufen. Ich war davon völlig erschöpft und dachte, vielleicht ist es eine gute Idee, endlich einmal eine Shopping-Pause einzulegen.«

Ted Dave, Initiator des Kauf-nix-Tages

Von Bartpflege bis Bier Adventskalender für Männer

Sie wollen Ihrem Partner einen Adventskalender schenken und suchen etwas anderes als Schokolade? Wir haben Tipps für kreative Männer-Adventskalender, die jedes Klischee erfüllen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN