Mineralwasserflasche (Foto: picture-alliance / Reportdienste, SWR, Picture Alliance)

Viel trinken bei der Hitze

Mineralwasser oder Leitungswasser?

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AUTOR/IN
Stefanie Peyk

Wasser ist nicht gleich Wasser: Stiftung Warentest hat 32 Mineralwässer auf Keime, Pestizide und anderes getestet. Oder doch gleich Leitungswasser?

Ein kleines stilles Mineralwasser bitte!

Das hören Kellner oft. Und auch für zu Hause kaufen die Deutschen gern Flaschenwasser. Die Nachfrage nach stillen Wässern ist letztes Jahr um 14 Prozent gestiegen. Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt aber, dass die Mineralwasserwelt nicht ganz so heil ist, wie uns die Werbung weismachen will.


32 stille Wässer im Test

Von allen Mineralwässern im Test hat nicht einmal jedes zweite gut abgeschnitten. Einige Wässer waren zum Beispiel mit Keimen belastet, die vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem gefährlich werden können, also etwa für Babys oder Krebskranke. Einer der Testverlierer, ausgerechnet ein Biowasser, enthielt einen Krankenhauskeim, der selbst für Gesunde ein geringes Risiko birgt. Wie genau die Bakterien ins Mineralwasser kommen, ist unklar. Fest steht aber, dass stilles Wasser generell anfällig für Keime ist. Ihm fehlt die Kohlensäure, die bei Sprudel-Wasser das Keimwachstum hemmt.

Und was ist sonst drin?

Manche andere Mineralwässer im Test sind kein Problem für die Gesundheit: sie enthielten aber Spuren aus Landwirtschaft und Industrie - Abbauprodukte von Pestiziden oder Rückstände eines Korrosionsschutzmittels. Dabei soll Mineralwasser aus geschützten Quellen stammen. Ganz so unberührt scheinen manche Wasservorkommen dann aber doch nicht zu sein.

Wasser aus dem Hahn tut´s auch und ist günstiger

Da kann man eigentlich auch gleich zum Leitungswasser greifen. Das ist häufig eine gute Alternative. Es gilt als das bestüberwachte Lebensmittel  - zu Recht, sagt die Stiftung Warentest. Bei einer Stichprobe an 20 Orten deutschlandweit, darunter auch Stuttgart und Achern, war kein Wasser gesundheitlich bedenklich. Viele Wasserversorger informieren online über ihre Wasserqualität.
Leitungswasser zapfen heißt auch: Kein lästiges Flaschen-Schleppen. Kein Einweg-Plastik. Und bares Geld gespart: Wer jeden Tag eineinhalb Liter Wasser trinkt, muss selbst für günstiges Mineralwasser über 70 Euro im Jahr zahlen. Die gleiche Menge Leitungswasser gibt’s für etwas mehr als zwei Euro jährlich.

Und auch Hahnenwasser enthält Mineralstoffe – manchmal mehr als Mineralwasser. Wer’s genau wissen will: Wasserversorger fragen, Flaschenetiketten lesen und vergleichen.

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Stefanie Peyk