Autoreihe (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Jens Büttner)

Verkehr und Mobilität

Sind Auto-Abos überhaupt sinnvoll?

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AUTOR/IN
Lutz Heyser

Diesel? Benzin? Elektro? Hybrid? Wer gerade nach einem neuen Auto schaut, hat es nicht leicht: Denn neben den unzähligen Modellen und Marken gibt es nun eben auch noch die diversen Antriebsmöglichkeiten.

Welche Antriebsmöglichkeit ist optimal?

Wir sind gerade in einer Art Übergangszeit. Das heißt, man kann derzeit keine ganz klare Kauf-Empfehlung geben. Benziner und Diesel drohen Auslaufmodelle zu werden, weil neue Umweltauflagen und Fahrverbote kommen. Elektrofahrzeuge aber haben sich noch nicht durchgesetzt. Sie sind – trotzt Kaufprämien – immer noch recht teuer für das Gebotene. Laut Fachleuten ist die technische Entwicklung bei Elektrofahrzeugen gerade rasant. Die Batterien werden immer besser und leistungsfähiger. Und das heißt: Will man sich heute ein brandneues E-Auto kaufen, ist das in ein paar Jahren vielleicht schon Schnee von gestern. Ähnlich wie etwa bei alten Handys oder Smartphones, bei denen man die Vor-Vor-Gänger-Modelle heutzutage deutlich günstiger bekommt.

»E-Autokäufern drohen heftige Wertverluste beim Wiederverkauf. Das sieht man auch schon heute, denn:  Wenige Jahre alte Elektrofahrzeuge mit geringer Reichweite sind gerade günstig wie nie.«

Gibt es eine Lösung aus diesem Dilemma?

Wer jetzt ein eigens Auto sucht, aber keines kaufen will, für den könnte der Ausweg in einem sogenannten Auto-Abo bestehen. Anders als beim Leasing, ist das Auto-Abo keine Art Fahrzeug-Finanzierung, sondern eine Langzeitmiete. Man muss keine Anzahlung oder Schlussrate leisten, sondern zahlt bloß eine monatliche Miete.

Der Vorteil: in diesem Mietpreis ist wirklich alles drin, von Steuer über Versicherung bis zu Verschleiß, Wartung und Wertverlust – nur das Tanken zahlt man noch selbst.

Der Nachteil: nach spätestens 3 Jahren steht man wieder ohne Auto da – und muss sich ein neues Fahrzeug anmieten. Und wirklich günstig ist so ein Auto-Abo eben auch nicht.

Wie viel kostet so ein Auto-Abo?

Für ein Auto in der Golf-Klasse muss man mit mindestens 300 Euro im Monat rechnen. Wenn man ein Größeres braucht, zum Beispiel einen BMW-Kombi, sind es auch schon mal 500 – 600 Euro. Und wer einen Porsche im Auto-Abo haben möchte, zahlt dafür ab 1.400 Euro im Monat.

Viel Geld also – aber wer mal den Taschenrechner zur Hand nimmt und zusammenrechnet, was einen ein Auto kostet, an Steuer, Service und auch Wertverlust, der wird feststellen, dass diese Preise gar nicht so aus der Luft gegriffen sind. Mit einem Auto-Abo sind die Mobilitäts-Kosten jedenfalls fix, und das Risiko des Wertverlustes des Autos liegt allein beim Anbieter. Und das kann gerade in der aktuelle Unsicherheitsphase durchaus Sinn machen, um die Zeit zu überbrücken, bis technologisch Klarheit herrscht.

Experten schätzen in einer aktuellen Studie, dass in den kommenden zehn Jahren rund eine Million Auto-Abo-Verträge pro Jahr abgeschlossen werden.

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