Von einem Menschen zum anderen So funktioniert eine Transplantation

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Kommt aus medizinischer Sicht eine Organspende in Betracht, dann fragen die Ärzte die Angehörigen, ob eine Erklärung des Verstorbenen vorliegt und falls nicht, ob die Angehörigen einer Spende zustimmen. Doch was passiert dann genau?

Ärzte während der Operation im Operationssaal (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Viele Menschen sind auf Organspenden angewiesen Thinkstock -

Da in den meisten Sterbefällen der Herzstillstand vor dem so genannten Hirntod eintritt, kommen nur wenige Verstorbene als mögliche Organspenderinnen und -spender in Betracht. In deutschen Krankenhäusern sterben jährlich rund 400.000 Menschen. Lediglich bei ungefähr einem Prozent der Verstorbenen tritt der Hirntod vor dem Herzstillstand ein.

Zwischen Leben und Tod

Stirbt ein Mensch, der sich zu Lebzeiten für die Organspende bereit erklärt hatte oder dessen Angehörige die Zustimmung gegeben haben, wird zunächst von zwei voneinander unabhängigen Medizinern untersucht, ob tatsächlich der Hirntod eingetreten ist. Hirntod bezeichnet den kompletten und endgültigen Ausfall aller Funktionen des Gehirns. Während dieser Zeit wird die künstliche Beatmung weiter aufrechterhalten.

Die Organvermittlung

Wenn der Hirntod zweifelsfrei feststeht, wird das Spenderblut untersucht, die Gewebemerkmale typisiert, die Organe gecheckt und alle Informationen an die Stiftung Eurotransplant übermittelt. Die Stiftung ermittelt dann die am besten passenden Empfänger - gemäß einer Rangfolge, die nach Kriterien wie Erfolgsaussicht, Dringlichkeit und Wartezeit zusammengestellt wird.

Jede Minute zählt

Steht ein Empfänger fest, wird er sofort in das nächstgelegene Transplantationszentrum einbestellt und für die Operation vorbereitet. Gleichzeitig entnimmt ein spezialisiertes Ärzteteam das Spenderorgan beziehungsweise die Spenderorgane des Hirntoten. Während der Operation wird entschieden, ob ein Organ wirklich zur Transplantation geeignet ist. Ist das der Fall, dann werden die Organe auf dem schnellstmöglichen Weg in das jeweilige Transplantationszentrum gebracht. Dort beginnen die Ärzte sofort mit der Operation.

Die Beatmung wird eingestellt

Der Spender wird nach der Organentnahme nicht weiter künstlich beatmet. Damit werden auch die noch funktionieren körperlichen Prozesse beendet. Der Leichnam wird den Angehörigen dann in würdiger Form zur Bestattung übergeben.

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