Urlaub am Meer (Foto: Imago, ZUMA Press)

So verhalten Sie sich richtig 5 Dos und Don'ts im Urlaub

Socken in Sandalen, die Liege am Pool schon um 6 Uhr morgens mit dem Handtuch besetzen... die typischen Vorurteile von deutschen Touristen. Aber was kann man in den verschiedenen Ländern alles falsch machen? Unsere Korrespondenten verraten es Ihnen!

Italien

Wenn man Italiener fragt, was sie am Verhalten deutscher Touristen eigenartig, vielleicht sogar störend finden, kommen Antworten, die man schon lange hören kann. Dass Deutsche mit weißen Socken in Sandalen daherkommen, gilt immer noch als modischer Totalschaden. Und dass Deutsche nach dem Mittag- oder Abendessen Cappuccino bestellen, versteht man in Italien weiterhin nicht so recht, denn wer ein italienisches Essen abrunden möchte, sollte einen Espresso bestellen, den man auch bekommt, wenn man einfach nur einen Kaffee ordert. Aber an solche kulturellen Unterschiede haben sich die meisten Italiener ganz gut gewöhnt.

Dos und Donts im Urlaub (Foto: Imago, Eibner Europa)
Imago Eibner Europa

Ärgerlich finden es Italiener aber, wenn sich Touristen Dinge herausnehmen, die sie sich in ihren Heimatländern oft nicht trauen würden. Etwa wenn Reisende auf dem Marktplatz einer mittelalterlichen Stadt den Campingkocher anwerfen oder Renaissance-Brunnen als Planschbecken missbrauchen. Ebenfalls kein Verständnis haben vor allem gläubige Italiener, von denen es immer noch eine Menge gibt, wenn Touristen glauben, eine Kirche wäre ein Gebäude wie jedes Andere auch. Dass man sich nicht in Strandkleidung ins Haus Gottes begeben sollte wird zwar inzwischen an den Eingängen der allermeisten italienischen Kirchen mit Piktogrammen deutlich gemacht, aber bei Weitem nicht alle Kirchen haben Personal, das die Kleiderordnung durchsetzt. Wer also in Hotpants und Spaghettiträgern zwischen den Altären herumstreicht, muss sich darauf einstellen, mal angezischt zu werden.

Was aber für Deutsche das größte Risiko ist Unbehagen auszulösen, ist die Neigung vieles besser zu wissen. Wobei die Einheimischen es meist recht putzig finden, wenn Deutsche die besseren Italiener sein möchten und etwa, ganz mediterran, jeder Italienerin Wangenküsse aufzwingen – auch wenn die sich bei der Begrüßung des Gastes eigentlich mit einem Händeschütteln begnügen würde. Heikler sind deutsche Belehrungen übers richtige Verhalten an einer roten Ampel, bei der Mülltrennung oder bei der Lösung politischer Probleme. Das möchten Italiener lieber gerne unter sich aus machen – ohne Ratschläge aus dem Norden.
– Nikolaus Nützel, Rom

Schweiz

Schon mit der falschen Begrüßung können Schweiz-Urlauber in ein Fettnäpfchen treten. Es heißt nicht "Guten TagE, sondern "Grüezi". Nicht mit langem Ü, also Grüüüzi, wie Deutsche gerne sagen oder mit kurzem Ü "Grüzi", sondern mit einem leichten Schlenker zum e "Grüezi". Wenn Sie das nicht hinbekommen, dann belassen Sie es vielleicht doch lieber beim "Guten Tag".

Dos und Donts im Urlaub (Foto: Imago, Aurora Photos)
Imago Aurora Photos

Schweizer sind höflich, deshalb mögen sie es nicht, wenn sie mit "Ich bekomme ein Bier" bestellen. Korrekt wäre viel mehr "Könnte ich ein Bier haben?" Dass uns fast der Durst vergeht, wenn wir den Preis für das Bier hören, das behalten wir am besten für uns. Denn Klagen darüber, dass in der Schweiz alles so teuer ist, macht die Eidgenossen nur ratlos. Apropos Geld, die Schweizer hängen an viele Wörter die ach so niedlich klingende Endung li an. Aus der Bank wird das Bänkli, aus der Bahn das Bähnli und aus dem Baum wird das Bäumli. Aber bei der Währung hört das mit der Endung auf. Die Schweizer würden niemals zum starken Franken Fränkli sagen. Für sich behalten sollten Sie besser die Bemerkung, dass Sie das Schweizer-Deutsch ihres Gesprächpartners verstehen. Vermutlich spricht er mit Ihnen gar nicht Schweizer-Deutsch sondern Hochdeutsch mit Schweizer Einfärbung.

Direkte Kritik sollten Schweizreisende vermeiden. Sie führt zu Irritationen, genauso wie wenn man sein Gegenüber nicht aussprechen lässt. Kein Klischee ist die Pünktlichkeit im Land der Uhren. Um rechtzeitig bei geschäftlichen und privaten Verabredungen zu erscheinen, planen die Schweizer die Anreise großzügig und warten dann bis zum vereinbarten Termin. Ansonsten kann man beim Besuch bei unseren südlichen Nachbarn gar nicht so viel falsch machen. Sie sind uns nämlich ähnlicher als sie selbst oft denken.
– Dietrich-Karl Mäurer

Polen

Die Polen sind unter dem Strich ein sehr gastfreundliches Volk, daran hat auch die bisweilen nationalistische Rhetorik in Politik und Medien nichts geändert. Inzwischen haben auch die vorher halsbrecherischen Straßen einen riesen Schub gemacht mit dem Miet- oder Eigenwagen kann man heute problemlos durch Polen reisen. Allerdings auch tagsüber bitte mit Licht. Ohne Scheinwerfer fahren ist zwar kein Fauxpas, aber teuer und die Polizei hält einen dafür wirklich an. Alkohol am Steuer ist in Polen ebenfalls verboten, übrigens auch auf de Parkbank. Sein Sommerbier darf man nur in Gaststätten zu sich nehmen, nicht auf der Wiese.

Dos und Donts im Urlaub (Foto: Imago, Manngold)
Imago Manngold

Wenn dann aber erst die Zunge gelöst ist und vielleicht einer denkt: "Hol ich doch mal meine Russischkenntnisse raus, ist doch so ähnlich.", lieber nicht. Russland und das Russische sind eher unbeliebt im Land, vor allem wegen historischer Erfahrungen und wenn sich deutsch und russisch auch noch mischen, kommen richtig üble Erinnerungen hoch. Stichwort "Hitler Stalin Pakt". Lange her? Mag sein aber in Polen sind diese Erinnerungen immer noch sehr präsent.

Lauter Dont’s also, aber was ist mit den Do’s? Da fällt spontan ein, höflich sein ist erlaubt. Was auch mal in Deutschland Usus war, nämlich Frauen vor zu lassen, ist in Polen immer noch etwas, das man im Grunde erwartet, auch wenn sich bei den ganz jungen allmählich eigene Benimm-Codes herausbilden. Ganz Traditionsbewusste geben sogar noch Handkuss, aber das ist inzwischen doch etwas das auffällt, aber nicht negativ. Kann man also auch selbst versuchen in Polen und als Frau nicht erschrecken, wenn einer die Hand nimmt. Polen beißen nicht.
– Jan Palluket, Warschau

China

Weil sich in China sehr viel ums Essen dreht, die wichtigste Regel zu Beginn: Auf keinen Fall die Stäbchen senkrecht in die Reisschale oder ins Essen stecken. Das erinnert die Chinesen an Räucherstäbchen bei Beerdigungen. Wer beim Essen mal eine Pause macht, sollte die Stäbchen einfach quer über den Rand der Schale oder des Tellers legen. In chinesischen Restaurants werden Gerichte gemeinsam bestellt. Alles kommt in die Mitte und man teilt die Gerichte. Also kein Gericht exklusiv für sich alleine beanspruchen. In China gibt man kein Trinkgeld. Weder im Restaurant, noch im Taxi, auch nicht beim Friseur. Die Menschen erwarten das auch nicht, reagieren im Gegenteil erstaunt bis irritiert, wenn Touristen Trinkgeld geben.

Dos und Donts im Urlaub (Foto: Imago, Design Pics)
Imago Design Pics

Das Essen spielt in China eine so große Rolle, dass man als höfliche Begrüßung auch fragen kann: "Nǐ chī dé hǎo ma?" - übersetzt "Hast Du schon gegessen?" Sich dafür zu interessieren, ob der andere auch wirklich satt ist und gegessen hat, zeugt in China von Mitgefühl und Interesse. Bei einer Begrüßung aber nicht den chinesischen Gegenüber umarmen oder sogar Wangenküsse verteilen. Das wäre für die meisten Chinesen eine körperliche Grenzüberschreitung, auch wenn sich das unter jungen Chinesen langsam ändert.

Man sollte auch vermeiden, mit Chinesen über politisch sensible Themen zu reden. Besonders, wenn man sie nicht kennt. In China gibt es Tabuthemen wie das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens 1989 oder die Kulturrevolution. Konfrontiert man Chinesen unerwartet damit, ist das für sie unangenehm.

Im Tagesrucksack sollte die Rolle Toilettenpapier nicht fehlen. Toiletten in China sind oft nicht mit Papier ausgestattet. Da hilft es, die eigene Rolle immer dabei zu haben. Nicht besonders hilfreich ist in China dagegen eine internationale Kreditkarte. Die wird in vielen Restaurants oder Läden nicht akzeptiert, am ehesten noch in Hotels. Chinesen zahlen aber mittlerweile fast ausschließlich mit dem Smartphone. Also lieber auch Bargeld dabei haben und sich nicht nur auf die Kreditkarte verlassen.
– Axel Dorloff

USA

Unser USA-Korrespondent gibt Ihnen 6 Tipps für Ihre Reise in die USA:

Die Amerikaner sind grundsätzlich ziemlich freundliche Zeitgenossen, wenn man auf der Straße nicht nur begrüßt wird, sondern man einem auch noch ins Gesicht sagt, dass das Hemd oder T-Shirt, das man gerade trägt, gut aussieht, dann sollte man sich als Deutscher freundlich bedanken. Kein Grund für versteckte oder böse Absichten. Freundlichkeit ist in den USA wichtig.

Dos und Donts im Urlaub (Foto: Imago, Westend61)
Imago Westend61

Englisch sprechen! Das kommt bei den Amerikanern gut an und es macht überhaupt nichts, wenn einem nicht die richtigen Worte einfallen oder es bei der Grammatik hapert. Im Einwanderungsland USA ist man da sehr tolerant.

Handykarte für Touristen holen. Für umgerechnet 40€ im Monat kann man auch unterwegs surfen und muss nicht dauernd ein freies WLAN suchen.

Yelp ist die beste App um gute und angesagte Restaurants abseits der Touristenrouten zu finden – installieren und auf kulinarische Entdeckungsreise gehen.

Der öffenltiche Nahverkehr in den USA, abgesehen von Städten wie New York oder Washington, ist schlecht. Schenken Sie sich das Navi beim Autoverleih, installieren Sie lieber die kostenlose Navi-App WAZE, die gehört zum Google-Konzern, liefert Stauinfos in Echtzeit und warnt vor Radarfallen der Polizei.

Halten Sie sich in den USA bloß an die Verkehrsregeln! Vor allem im Punkto Geschwindigkeit verstehen US-Polizisten keinen Spaß. Wenn Sie gestoppt werden, dann hilft nur eines – siehe 1. – freundlich sein!
– Markus Schuler, San Francisco/USA

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