Mai 1949 Countdown zur Stunde null

Der Mai 1949 brachte viel Neues: Noch lagen viele Städte Deutschlands in Trümmern, aber vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sorgten die Siegermächte USA, Großbritannien und Frankreich dafür, dass ihre drei im Westen Deutschlands gelegenen Besatzungszonen zu einem neuen Staat zusammengefügt werden.

Dieser neue Staat soll "Bundesrepublik Deutschland" heißen – ein demokratischer Staat. Artikel 20 des Grundgesetzes schreibt vor:

Das Grundgesetz trat am 23. Mai 1949 in Kraft. Das war auch die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland.

8. Mai 1949

Der „Parlamentarische Rat“ verabschiedet das Grundgesetz. Die Experten hatten monatelang die Verfassung ausgearbeitet. Sie heißt nicht "Verfassung", sondern "Grundgesetz", weil es nur eine provisorische Verfassung sein soll – bis zur Wiedervereinigung Deutschlands. Als vierzig Jahre später übrigens die Wiedervereinigung möglich wurde, entschied das erste frei gewählte Parlament der DDR, dem bereits bestehenden Grundgesetz beizutreten. So wurde das Provisorium Grundgesetz zur dauerhaften Verfassung.

Ebenfalls am 8. Mai 1949

Der Parlamentarische Rat entscheidet über die Flagge für den neuen Staat. Die CDU fordert, in der Flagge solle das christliche Kreuz abgebildet sein und macht einen konkreten Vorschlag.

Vorschlag der CDU für die Deutsche Flagge (Foto: SWR, SWR1 - Thomas Bormann)
Vorschlag der CDU im Jahr 1949 für eine Bundesflagge SWR1 - Thomas Bormann

Die Mehrheit entscheidet sich aber für die Flagge "Schwarz-Rot-Gold", die auch schon von 1919 bis 1933 im Deutschen Reich offizielle Flagge war.

Über die Abstimmung zur Flagge berichten die "Stuttgarter Nachrichten" in ihrer Ausgabe vom 9. Mai 1949:

10. Mai 1949

Der Parlamentarische Rat stimmt über die provisorische Hauptstadt der neuen Republik ab. In einer dramatischen Kampfabstimmung siegt überraschend Bonn gegen Frankfurt – mit 33 zu 29 Stimmen. Frankfurt hatte schon damit begonnen, einen Bundestag zu bauen – in das Gebäude zieht nun der Hessische Rundfunk ein.

18. bis 21. Mai 1949

Die Parlamente der elf westlichen, deutschen Länder (spätere Bundesländer) stimmen über das Grundgesetz ab. Als einziges Land lehnt Bayern das Grundgesetz ab. Als letztes Landesparlament  stimmt der Landtag in Bebenhausen im damaligen Württemberg-Hohenzollern für das Grundgesetz. Da insgesamt mindestens zwei Drittel der Länder für das Grundgesetz gestimmt haben, kann es in Kraft treten.

23. Mai 1949

Der Präsident des Parlamentarischen Rates, Dr. Konrad Adenauer, verkündet in einer feierlichen Zeremonie in Bonn das Grundgesetz. Es tritt noch am gleichen Tag in Kraft. Damit ist die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

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