Buchtipp: "Hochamt in Neapel" von Stefan von der Lahr Kulturgeschichte, Kirchenintrige und Mafiathriller

"Hochamt in Neapel" – für mich ist diese Geschichte der perfekte Urlaubsbegleiter.  Eine spannende Mischung aus Kulturgeschichte, Kirchenintrige und Mafiathriller, geheimnisvolle Logen, skrupellose Geschäftemacher, Blutwunder und Märtyrergeschichten inclusive.

Darüber hinaus sind Neapel und Rom das perfekte Setting für zwei Handlungsstränge, die Autor Stefan von der Lahr hier aufmacht.

Um was geht's?

Es beginnt damit, dass in Rom ein Mann brutal von einem Lieferwagen überfahren wird. Ein Mord, wie sich herausstellt. Das Opfer, ein unscheinbarer Zollbeamter, der sehr brisante Unterlagen über eine Hilfsorganisation gesammelt hatte und darüber, dass radioaktiv verseuchter Medizinschrott verschoben wurde.   

Stefan von der Lahr (Foto: Christoph Mukherjee)
Autor Stefan von der Lahr Christoph Mukherjee

Zur selben Zeit entdeckt eine Archivarin in Neapel den 200 Jahre alten, lang verschollenen Briefwechsel eines Kardinals. Darin verborgen einen Hinweis, dass sich der gläserne Sarg von Alexander dem Großen, dem legendären Eroberer, in Neapel befindet. Aber noch etwas geht aus dem Hinweis hervor – nämlich, dass der Kardinal eine kleine Verschwörung angezettelt hatte, um sich selbst auf den Papstthron zu setzen. Der Sarg sollte dabei eine wesentliche Rolle spielen. Eine ebenso heikle wie peinliche Geschichte, weshalb der Weihbischof von Neapel der Sache auf seine eigene unkonventionelle Weise nachgeht. 

Und man kann sich vorstellen: irgendwann werden diese beiden Fäden miteinander verknüpft. Das ist dann der Punkt, an dem sich ein neues, sehr originelles Ermittlerduo zusammenfindet:  der Kommissar aus Rom einerseits und der neapolitanische Weihbischof andererseits. Und da geht es dann erst richtig los mit den Verbrechen.

Fazit

Das Ganze ist also sehr viel komplexer, verwickelter und man fühlt sich ein wenig an Dan Browns Verschwörungsgeschichten erinnert. Und das hat seinen Grund: Autor Stefan von der Lahr ist Althistoriker und hat mit todsicherem Gespür für skandalträchtige Storys harte Fakten mit dieser genialen Portion Phantasie ausgestattet, die die Jagd nach dem Sarg Alexanders des Großen so herrlich glaubwürdig macht.

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