Computertastatur mit der Taste "Diät" (Foto: Colourbox)

Entrümpeln auf Computer, Handy und Social Media So werden Sie "digitalen Hüftspeck" los

Wie wäre es mal mit einem digitalen Vorsatz für das neue Jahr - analog zum Abnehmen des Winter- und Feiertags-Specks? Wir sagen Ihnen, wie.

Wir sind uns gar nicht bewusst, wie viel "digitalen Hüftspeck" wir mit uns herumschleifen – wenn wir da mal richtig ausmisten und aufräumen, hilft das nicht nur uns, sondern der Computer wird wieder etwas leichtfüßiger, also durchaus auch schneller.

Als erstes sollten Sie eine große Löschaktion starten: alle Programme, die man über die Jahre hinweg installiert hat, durchforsten - war das nur mal so zum Testen installiert? Habe ich für dieses Programm eine bessere Alternative gefunden? Was Sie nicht benutzt haben: deinstallieren. Dieser Ballast hat den Computer nämlich nicht unwesentlich ausgebremst.

Großzügig alten Dateien löschen

Als nächstes: alte Dokumente und Dateien löschen. Brauchen Sie die wirklich noch? Nein? Weg damit! Und auch mal mutig sein – nicht jede Datei einzeln prüfen, das sind tausende. Das führt eher dazu, dass Sie entnervt aufgeben. Also ausmisten, wie Sie das im Keller und auf dem Dachboden auch machen würden: "hab' ich mehrere Jahre nicht gebraucht – und in dieser ganzen Ecke war ich auch schon seit Jahren nicht mehr. Komplett weg damit!".

Und wenn Sie schon dabei sind: gleich auch ein bisschen (Ordner-)Struktur in die Dateien bringen. Ordnen Sie den übrig gebliebenen Rest sozusagen in Schachteln, Kisten und Schränke ein. Das dürfen Sie gerne auch auf eine kleine, externe Festplatte auslagern und damit Platz auf der (Computer-)internen Festplatte schaffen. Besonders bemerkbar macht sich das bei modernen Festplatten, sogenannten SSDs. Die sollten nämlich nur zu maximal 90 Prozent gefüllt sein - sonst werden auch sie langsamer, und das macht sich bei diesen sonst so superschnellen Festplatten richtig bemerkbar.

Mails und Handy ausmisten

Geht es Ihnen auch so bei Handy-Fotos: "kosten ja nix mehr, also mach' ich vom gleichen Motiv gleich mal 10 Varianten"? Das müllt das Handy ziemlich schnell zu. Beobachten Sie sich mal selbst: müssen Sie auf der Suche nach dem tollen Bild von vor ein paar Tagen ewig scrollen? Also: ein oder zwei Varianten genügen doch, den Rest löschen. Dazu noch der Vorsatz fürs neue Jahr: abends, allerspätestens einmal die Woche, Fotos ausmisten auf dem Handy. Und schon herrscht wieder Platz und Ordnung.

Ähnlich aufgeblasen: unsere EMails. Müssen wir da wirklich alles aufheben? Tipp: misten Sie nicht nur den Posteingang aus, sondern auch das, was Sie gesendet haben. Melden Sie sich ab von den unsäglich vielen Newslettern, die Sie über die Zeit abonniert haben. Und falls das nicht geht: mit ein paar Mausklicks lassen sich schnell Filter einrichten, die bestimmte Absender gleich automatisch in den Papierkorb schieben.

Ordnung ist die halbe Miete

Wie bei den Dateien auf dem Computer helfen auch bei Mails Ordner-Strukturen - lassen Sie den "Posteingang" nur das sein, was er in Wirklichkeit ist: ein Briefkasten. Den leeren Sie doch auch täglich, werfen Werbung weg und sortieren Rechnungen in den Ordner für Steuer-Unterlagen. Also: nur was wirklich wichtig ist, wandert gleich oder spätestens nach einer Woche aus dem Posteingang in einen Archiv-Ordner. Dort können Sie gerne auch noch individuelle Unterordner anlegen: "Rechnungen", "Wichtige Korrespondenz", "Freunde" etc., dann wird's übersichtlicher.

Freunde ausmisten. Ausmisten???

...klingt böse, ist aber so nicht gemeint. Schauen Sie mal bei Facebook, Instagram & Co. auf ihre Freundes-/Abo-Liste. Was sind das für Kontakte, die sich über die Jahre angesammelt haben? Haben Sie wirklich noch Kontakt? Also auch dort einfach mal "entfreunden" und wieder reduzieren aufs Wesentliche. Und dann gerne auch alte Posts von vor Jahren überprüfen & löschen: da ist sicher so einiges dabei, das Sie heute nicht mehr so gerne online sehen möchten.

Und jetzt dürfen Sie doch noch etwas Neues installieren

Wie das auch beim erfolgreichen "Abspecken" ist: jetzt dürfen wir uns (und den Computer) noch belohnen. Und zwar mit Updates. Das Betriebssystem und installierte Programme haben über die Jahre sowohl Programm- als auch Sicherheits-Updates bekommen. Die sollten Sie eigentlich regelmäßig installieren: sie machen den Computer nicht nur sicherer, sondern ganz oft auch schneller, weil die Programm-Codes optimiert wurden. Oder belohnen Sie mit neuen Funktionen.

Und wenn wir schon bei Parallelen sind: nach dem erfolgreichen Ausmisten der Wohnung darf's auch gerne mal eine neue Wandfarbe für das Wohnzimmer sein. Heißt in unserem Fall: für Windows-Nutzer das neuere "Windows 10" statt dem ab jetzt nicht mehr mit Sicherheitsupdates unterstützten "Windows 7"; für Mac-Nutzer "High Sierra" oder "Mojave" ("Catalina" nur, wer auf "32-bit Programme" verzichten kann).