Buchtipp: "Mittagsstunde" von Dörte Hansen Das Leben verändert sich für alle

Der knapp fünfzigjährige Ingwer Feddersen, der von Kiel wieder in sein altes Dorf zurückkehrt, bekommt die Veränderung zu spüren. Das tägliche Dorfleben ist nicht mehr so, wie es einst war.

Worum geht es?

Es geht um ein Dorf in Norddeutschland. Brinkebüll. Das gibt’s nicht wirklich, können wir uns aber vorstellen wie Uhlenbusch. In Brinkeüll herrschte in den 60er Jahren mal reges Treiben. Die Dorfbewohner hatten ihre Tiere in den Ställen zu versorgen, die Leute machten noch Mittagsschlaf – und zum Feiern trafen sich alle im Dorfkrug. Das alles war einmal. Denn mit der großen so genannten Flurbereinigung kam der Niedergang. Erst wurde die Kastanienallee an der Dorfstrasse abgeholzt, dann blieben die Störche weg – und am Ende auch die Menschen. Diese ganze Geschichte wird erzählt aus der Sicht des knapp fünfzigjährigen Ingwer Feddersen, der von Kiel wieder in sein altes Dorf zurückkehrt, um seine Großeltern zu pflegen.

Die Autorin

Dörte Hansen (Foto: imago/teutopress)
imago/teutopress

Dörte Hansen, Jahrgang 1964, eine Schriftstellerin, die mit ihrem Bestseller Altes Land plötzlich auf der Bildfläche erschien – und über die man nur sagen kann: Welch Glück und Wunder, dass Deutschland eine neue großartige Autorin hinzugewonnen hat. Das Buch ist das Beste, was ich seit Langem gelesen habe. Dörte Hansen beschreibt Landschaft und Menschen unterhaltsam, intelligent, witzig, dabei aber unsentimental. Ihr Stil ist sprachlich auf höchstem Niveau – und ihre Themen sind relevant, nah dran an den Menschen. Die Geschichte über die aussterbende Dorfgemeinschaft im platten Norddeutschland kann genauso auf der schwäbischen Alb oder im Schwarzwald spielen.

Der Geschenkefaktor

Sehr hoch. Weihnachten auf dem Dorf – wie es mal war und wie es heute ist – spielt eine Rolle in dem Roman. Das Buch ist eine wunderbare Zeitreise, ein toller Roman, der sich als Lektüre über die Feiertage nicht besser eignen könnte.