Giulia Conti, Dagmar Beckmann  (Foto: (privat))

Buchtipp: "Lago Mortale" von Giulia Conti Leichte Urlaubslektüre für Piemont-Liebhaber

Haben Sie schon mal davon geträumt, ein Buch zu schreiben? Dann sollten Sie einfach mal loslegen.  So wie Dagmar Beckmann. Unter dem Pseudonym "Giulia Conti" hat die 66-Jährige einen Italien-Krimi geschrieben und mit ihrem Erstlingswerk gleich mal eine Punktlandung beim renommierten Verlag Hoffmann und Campe gelandet. Wie sich das anfühlt, hat sie SWR1-Reporterin Stefanie Meinecke erzählt.  

"Ja, gut fühlt sich das an. War für mich auch alles andere als eine Selbstverständlichkeit, muss ich sagen. Also ich hab diesen Krimi irgendwann mal angefangen und überhaupt nicht die Vorstellung gehabt, dass ich den zu Ende schreibe und schon gar nicht die Vorstellung, dass ich ihn irgendwann an einen Verlag verkaufen kann."

Vielleicht liegt darin das Geheimnis des Erfolgs: Man darf es nicht zu sehr wollen, nicht erzwingen, es sich nicht abtrotzen. Aber eine Energiequelle, eine Leidenschaft, muss da schon sein. Für Dagmar Beckmann ist das ein zauberhafter See im Piemont: der Lago d' Orta.      

"Das ist ein wunderbarer See, der nicht sehr bekannt ist. Selbst die Mailänder kennen ihn zum Teil nicht. Es ist ein sehr poetischer See mit ganz vielen Gesichtern. Ich liebe den und ohne den See wär ich nicht auf die Idee gekommen, einen Krimi zu schreiben. Das war der Reiz, Geschichten über diesen wunderbaren See zu erzählen, an dem ich seit 20 Jahren mein zweiten zuhause habe."

Beckmann beschreibt das Glitzern, Gurgeln und Rauschen des Wassers so intensiv, dass man am liebsten sofort mit Simon Strasser, Beckmanns Hauptfigur, im See eintauchen möchte. Strasser war Polizeireporter, kantiger Typ, kraftvoll und zugleich ängstlich besorgt um sein Herz. Um ihn herum: schöne Frauen, widerspenstige Teenager, Schwule, die zu Mordopfern wurden und Unternehmer, deren Schuld bis weit in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurückreicht. Figuren und Themen, die Beckmann mit Stift und Papier konstruiert.    

"Ja ich hab angefangen mit einem Plan. Ich habe mir einen großen Block gekauft und hab mir eine Skizze gemacht, welche Themen und welche Personen ich mir vorstellen könnte und hab mir so eine Struktur gemacht und dann habe ich angefangen zu schreiben."

Mal schrieb sie tagelang durch, mal tagelang gar nichts, sagt Beckmann lachend. Seit zwei Jahren ist die Journalistin im Ruhestand – da soll es kein Müssen mehr geben. Von einer Freundin sei der Impuls gekommen, einfach mal 20 Seiten des Werkes als Kostprobe an eine Literatur-Agentur zu schicken.    

"Das war halt der Schritt, der zum Erfolg geführt hat, weil die Agentur das Buch eben interessant fand und genommen hat und dann einen Verlag für mich gesucht hat und der Verlag war dann Hoffmann und Campe und das war natürlich toll."

Und sowas wie der Hauptgewinn: der Verlag nahm Dagmar Beckmann unter Vertrag und will aus dem Ortasee-Krimi eine Serie machen. Eine Serie? Da sei ihr dann schon mal mulmig geworden, aber nur ganz kurz, sagt Dagmar Beckmann.  

"Da hab ich gedacht, ja wer weiß, ob ich das dann noch kann, wenn es nicht mehr so freiwillig ist. Und vielleicht krieg ich dann eine Schreibhemmung und dann hab ich aber gemerkt, es geht. Es ist wunderbar, es geht gut, es macht Spaß, wie vorher auch. Es flutscht."   

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