Buchtipp: "Das Geschenk" von Sebastian Fitzek "Bis zur letzten Seite ein einziger Albtraum"

Wir empfehlen heute eines der erfolgreichsten Bücher zur Zeit - ganz oben zu finden in den Bestseller-Listen. Es ist ein Krimi. Und zwar von einem der momentan meistgelesenen Krimi-Autoren des Landes - von Sebastian Fitzek. Der neue Roman des 48-jährigen Autors aus Berlin heißt: "Das Geschenk" und ist ein Psychothriller. SWR1-Moderatorin Nicole Köster hat ihn fast in einem Zug durchgelesen.

"Das Geschenk" ist von der ersten bis zur letzten Seite ein einziger Albtraum. Und deshalb konnte ich wohl einfach nicht aufhören. Du denkst Dir: "komm', noch ein Kapitel" – und es sind kurze Kapitel, meist nur wenige Seiten lang. Und dann endet das Kapitel wieder mit einem Spannungsbogen, neudeutsch "Cliffhanger", dass ich gar nicht anders konnte, als weiter zu lesen.

Mitten drin im Psychothriller sind wir schon mit dem ersten Satz:

»Er war nackt und wurde in zwei Hälften geteilt«

Na Danke….

Milan ist die Hauptfigur. Er wird auf dem alten Fliesenboden der Gefängniswäscherei vergewaltigt und steht kurz davor, mit einem 200 Grad heißen Bügeleisen gefoltert zu werden, wenn er nicht seine Geschichte erzählt und damit seine Unschuld beweist, doch kein Kindermörder zu sein.

»Um Zeit zu schinden, um wenigstens noch einige Stunden am Leben zu bleiben, begann er von Anfang an.«

So lautet der erste, genau: …Cliffhanger…

"Das Geschenk" ist die Geschichte des 28-jährigen Milan Berg, der an einer Ampel steht, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein verängstigtes Mädchen, das einen Zettel gegen die Scheibe presst. Aber, was steht darauf? Milan kann es nicht lesen, er ist Analphabet. Einer von mehr als sechs Millionen in Deutschland. Er spürt eine intensive Verbindung zu dem Mädchen, nimmt die Verfolgung auf und schon ist er mitten in einer albtraumhaften Irrfahrt, die ihn zurück in seine Kindheit auf Rügen führt, in das Haus seiner Eltern, zu einer Jugendliebe und einer Geheimsprache und zu dem Satz: “Nehmen Sie diese Pillen, dann können sie wieder lesen.“ Gab es also eine Zeit, in der Milan lesen konnte? Und was war passiert?

Hoher Suchtfaktor

"Das Geschenk" von Sebastian Fitzek ist höchst spannend geschrieben, nimmt so viele Wendungen, dass ich NICHTS in diesem Thriller vorhersehen konnte. Es stecken spannende philosophische Fragen darin - wie: "Wo hat das Böse seinen Ursprung, ist Psychopathie genetisch?".

Allerdings bei mir hatte "Das Geschenk" nicht die Wirkung, die Geschenke eigentlich haben: bei diesem Geschenk willst Du nur, dass es schnell vorbei ist. Dennoch ist der Suchtfaktor hoch.