Buchtipp: "Alle behindert!" von Horst Klein und Monika Osberghaus Zeigt auf witzige Art, was Kinder über Behinderungen wissen wollen

Anna hat das Downsyndrom, Max ist Spastiker und Sophia sitzt im Rollstuhl. "Alle behindert" – so heißt ein neues Buch, das Kindern Augen und Herzen öffnen soll – ein Buch, das auf ganz neue, witzige Art zeigt, was Kinder wirklich über Behinderungen wissen wollen.

Deutsche Kinderbücher sind oft ziemlich fad. Sie wollen belehren: Wie trenne ich den Müll richtig. Wie geht die Ernährungspyramide. Pädagogisch wertvoll soll es sein – und dabei gehen das Spielerische und der Humor leider komplett verloren. Wie gut, dass es Bücher wie "Alle behindert" gibt. Eine Art Comic, in dem der Zeichner Horst Klein und die Autorin Monika Osberghaus 25 Beeinträchtigungen zeigen – und jedes Kind merkt sofort: Das Buch ist so wie die gezeigten Kinder: anders eben...

Robert, der Autist, wird Aspie genannt, Vorteil: Er weiß ganz viel und hat einen starken Gerechtigkeitssinn. Geht das wieder weg? Nein. Solche Steckbriefe gibt es für jedes Handicap. Grethy ist taub, Jeremis bildschirmsüchtig, Hanna stottert. Das Anderssein ist bunt und vielfältig wie das Buch, sagt auch die Autorin.

Neo ist kleinwüchsig, wie eine Zeichnung zeigt, "Arme und Beine kürzer, Rest normal", steht da. Schimpfname: Laufender Meter. Wo kommt das her? Zufall. Mama und Papa sind normal groß. Sowas gefällt den Kindern, die sich das Buch anschauen. 200 Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen haben an der Entstehung des Buches mitgearbeitet.

Ein Zeichentrick-Kinderbuch, das es so nicht gab, ist herausgekommen. Wer dabei keine Miene verzieht, ist lachbehindert.