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Eros Ramazzotti im Oktober 1996 in Frankfurt

Eros Ramazzotti: "Dove c'è musica" (1996) Ein zeitloser Italo Pop-Klassiker

Ein Meilenstein der Musikgeschichte

Es ist ganz egal, ob es regnet oder schneit: Sobald Eros Ramazzotti mit seiner Musik irgendwo aus den Lautsprechern zu hören ist, denken wir sofort an laue Sommerabende, ein Glas Chianti und den nächsten Italienurlaub. Mit dem Album "Dove c’è musica" schafft es der Künstler dieses Lebensgefühl perfekt in unseren Alltag zu transportieren. Die Songs sind stimmgewaltig und romantisch. Eros landet damit in den 90ern in den deutschen Album-Charts ganz vorne.   

Das Ziel klar im Blick

Eros Ramazzotti kommt am 28. Oktober 1963 in einem Vorort von Rom auf die Welt – genauer gesagt in Cinecittà. Ein Ort, wie er in seinem Song "Adesso tu" beschreibt, "in dem es leichter ist zu träumen, als der Realität ins Auge zu schauen". Er wächst in recht armen Verhältnissen auf. Schon als Kind steht sein Berufsziel fest: eine große Karriere als Sänger. Rückenwind gibt ihm dabei von Beginn an sein Vater Rodolfo. Sein Hobby ist das Schlagzeug. Damit legt er seinem Sohn das musikalische Talent quasi schon mit in die Wiege.

1987 stand Eros Ramazzotti bei "Wetten, dass...?" auf der Bühne in der Stadthalle Böblingen.

1987 stand Eros Ramazzotti bei "Wetten, dass...?" auf der Bühne in der Stadthalle Böblingen.

Erste Erfolge in den 80ern

Ramazzotti versucht es unter anderem auf einer Handelsschule. Doch schon nach zwei Jahren gibt er das Studium hier auf. Zu groß ist der Drang Musik zu machen. 1984 gelingt ihm mit dem Song "Terra Promessa" europaweit ein erster Erfolg. Von da an geht es stetig bergauf mit der Karriere. Der Sänger veröffentlich ein erfolgreiches Album nach dem anderen. Zwölf Jahre später, 1996, folgt schließlich das erste Album, das er komplett selbst produziert.

Ramazzotti kann auch Spanisch

"Dove c’è musica" ist das insgesamt siebte Studioalbum von Eros Ramazzotti. An den Aufnahmen wirken bekannte Studiomusiker mit - beispielsweise der Schlagzeuger Vinnie Colaiuta (u.a. für Frank Zappa, Jeff Beck oder Chaka Khan) oder auch Backgroundsänger Jim Gilstrap (zum Beispiel für Stevie Wonder oder Michael Jackson. Produziert wird die Platte in Italien und – das italienisch-sommerliche Wetter darf natürlich nicht fehlen – in Los Angeles, Kalifornien. Neben der italienischen erscheint auch eine spanische Version. Sie trägt den Titel "Donde Hay Musica". Der Grund: Auch in spanischsprachigen Ländern ist die Nachfrage nach der Musik des italienischen Künstlers sehr groß.

Besondere Songs für besondere Menschen

Eros Ramazzotti mit Michelle Hunziker und ihrem gemeinsamen Baby Aurora im Sommer 1997

Eros Ramazzotti mit Michelle Hunziker und ihrem gemeinsamen Baby Aurora (zu deutsch: Morgenröte) im Sommer 1997.

Später sagt Ramazzotti, dass er beim Songwriting für "Dove c’è musica" sehr sorgfältig vorgegangen sei. Jeder Song auf der Platte habe dabei seine ganz eigene Dynamik. Zum Beispiel auch – vermutlich einer der bekanntesten Songs von Eros – Track Nummer drei auf dem Album: "Più bella cosa". Der Song, der gefühlt wie ein romantischer Sonnenuntergang in der Toskana klingt. Es ist ein Liebeslied, das Eros für seine damalige Freundin Michelle Hunziker schreibt. Beide lernen sich 1996 kennen. Die Hochzeit wird im April 1998 gefeiert. Nur vier Jahre später trennen sie sich wieder. Das offizielle Aus der Ehe kommt im Jahr 2009. Nach dem Liebesaus der beiden singt er "Più bella cosa" nie wieder in der Öffentlichkeit. Bis Januar 2010: In der ZDF-Show "Wetten dass..?" mit Thomas Gottschalk bringt Eros den Song wieder auf die Bühne. Co-Moderatorin ist – den Namen kennen wir bereits – Michelle Hunziker.

Aurora Sophie kommt auf die Welt

Zurück ins Jahr 1996: Im Dezember bringt Michelle die gemeinsame Tochter Aurora Sophie auf die Welt. Auch ihr widmet Eros eigens einen Song auf dem Album. Es ist das Lied, das gleich nach "Più bella cosa" auf dem Album läuft: Der Titel trägt den gleichen Namen wie die Tocher – "L'Aurora". Inzwischen hat sich Ramazzotti den Namen auf den rechten Unterarm tätowiert.

Familienmensch Eros

Eros Ramazzotti und seine damalige Verlobte Michelle Hunziker auf Sardinien im Juli 1996.

Eros Ramazzotti und seine damalige Verlobte Michelle Hunziker auf Sardinien im Juli 1996.

Nicht nur musikalisch zeigt Eros, dass seine beiden Frauen damals sein Lebensmittelpunkt sind. Das sieht man auch beim Blick in den Terminkalender. In den Monaten nach der Geburt widmet er sich fast ausschließlich seiner Familie. Termine oder öffentliche Auftritte gibt es so gut wie keine. Die Musik wird – bis auf eine Ausnahme – hinten angestellt: Für Joe Cocker schreibt er den Song "That's All I Need To Know". 2011 bekommt Ramazzotti mit seiner zweiten Ehefau Marica Pellegrinelli eine zweite Tochter. Sie trägt den Namen Raffaela Maria. 2015 wird Ramazzotti schließlich zum dritten Mal Vater. Gabrio Tullio wird sein erster Sohn.

Wenn schon Klischees, dann bitte richtig

Damals wie heute steht "Dove c'è musica" für den typischen Italo Pop-Sound, der einen sofort mit nach Bella Italia nimmt. Zeitlos schön. Wenn Songs, wie zum Beispiel "Stella gemella", "Lettera al futuro" oder auch "Io amerò" zu hören sind, dann kann man nichts anderes tun, als sich wegzuträumen: Rein ins vollgepackte Auto, mit dem es mit heruntergelassenen Scheiben über die Brennerautobahn in Richtung Gardasee geht, wo spätestens nach der Ankunft am Abend Luigi mit einer Pizza Prosciutto und einem Glas Rotwein auf einen wartet. Und wer weißt, vielleicht läuft in dem kleinen Restaurant am See dann auch wieder ein Lied von Eros Ramazzotti.


Eros Ramazzotti
Titel:
Dove c'è musica
Interpret:
Eros Ramazzotti
Produktion:
13. Mai 1996
Extras:
Titelliste:
1. Dove c’e musica
2. Stella gemella
3. Più bella cosa
4. L’aurora
5. Lettera al futuro
6. Io amerò
7. Questo immonso show
8. Quasi amore
9. Yo sin ti
10. Lei però
11. L’uragano Meri
12. Buona vita

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