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Bob Dylan – der Songpoet. Bob Dylan – der Musiker. Bob Dylan – der Literatur-Nobelpreisträger. Bob Dylan – einer der meistgecoverten Künstler aller Zeiten. Darum ging es in der 4-stündigen Spezialsendung zu Dylans 80stem, die Sie hier nachhören können.

Coverversionen in allen Facetten

SWR1 Moderator Rainer Hartmann spielte in dieser Spezialsendung (fast) ausschließlich Coverversionen des Meisters, weil dabei noch klarer wird, wie Musik und Texte bei Dylan zusammenwirken. Es gibt ja - auch unter Fans - immer noch den bewundernd-ironischen Spruch: "Singen kann er ja nicht, aber seine Musik und seine Texte sind genial".

"Ich fühle mich sehr geehrt, dass all diese Künstler meine Songs singen. Es gibt nichts Tolleres. Sie alle sind es wert, gehört zu werden."

Dylans Einfluss auf Niedecken und Maffay

In Interviews kamen unter anderem Harald Schmidt, Peter Maffay und Wolfgang Niedecken zu Wort. Letzterer hat beim SWR1 Konzert von 2006 die Wirkung von Dylan perfekt auf den Punkt gebracht, bevor BAP Dylans "Hurricane" spielten:

"Es geschah ungefähr zu der Zeit, als Bob Dylan ein Album 'rausgebracht hat, das mich absolut weggeflext hat. Weil: da war auf einmal Zeug drauf, da wollte man einfach nur noch selber Musik machen. Ich hatte sechs Jahre lang keine Musik mehr gemacht. Ich hab' dann die Stücke bis zum abwinken gespielt. Und was soll man sagen: das ein oder andere Stück hat Spuren hinterlassen. Und, gut: 'da haben wir geklaut' kann man nicht sagen, aber 'gut hingehört und gelernt'. Man ist ja lernfähig…"

Peter Maffay stieß erst spät auf Dylan - und wusste anfangs interessanterweise gar nicht, wessen Songs er da nachspielte im Alter von 15-16 Jahren. Aber dann: bleibender Eindruck!

"Ich fing dann Jahre später an mich mit Bob Dylan auseinanderzusetzen - vor allem deswegen, weil ich dann merkte, wie sehr er sich in die Gesellschaft eingebracht hat. Und wie sehr er mit anderen beispielsweise dazu mit beigetragen hat, dass Vietnam beendet wurde."

Cash und Dylan: Gegensätze ziehen sich an

Aber auch Bob Dylan selbst war in der Sendung zu hören. Er beschrieb seine Bewunderung für Country-Legende Johnny Cash. Fans wissen: Cash und Dylan kannten sich ziemlich gut und wussten sich auch sehr zu schätzen. Wobei Außenstehende in den 60ern sehr die Nase gerümpft hatten: Cash galt als konservativ und die Country-Musik damals als stramm rechts. Dylan hingegen stand politisch für "ziemlich weit links". Dennoch hat Bob Dylan Johnny Cash sehr verehrt:

"Johnny Cash ist wohl DER Inbegriff der Country-Musik gewesen, ich hab' ihn sehr verehrt - ganz besonders seine Gospels. Und ihm überhaupt begegnet zu sein: Das war einer der aufregendsten Momente in meinem Leben."

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