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Parcels Konzert in Duisburg

Musiktipp: "Parcels" Das mit Spannung erwartete Debütalbum

Parcels stellen ihr Debütalbum vor. Und das haben die Australier kurzerhand nach sich selbst benannt. Soul, Pop, Disco, elektronische Klänge und gewisse 70er-Jahre-Einflüsse, die nicht zu leugnen sind – irgendwo dazwischen haben Parcels ihre ganz persönliche Nische gefunden. Wie genau das klingt, verrieten sie bereits mit den ersten Singlauskopplungen "Bemyself", "Tieduprightnow" und "Lightenup". Den Newcomerstatus haben sie schon fast überwunden, ein absoluter Geheimtipp bleiben Parcels trotzdem. Ihr erstes Album sollte man sich nicht entgehen lassen. 

Cover des Albums Parcels

CD

Titel:
Parcels
Interpret:
Parcels
Produktion:
12. Oktober 2018
Extras:
Titelliste:
Comedown
Lightenup
Withorwithout
Tape
Everyroad
Yourfault
Closetowhy
IknowhowIfeel
Exotica
Tieduprightnow
Bemyself
Credits

Parcels, das sind Louie Swain (Keyboard), Patrick Hetherington (Keyboard), Noah Hill (Bass), Anatole Serret (Schlagzeug) und Jules Crommelin (Gitarre). Sie kennen sich seit der Highschool und gründeten die Band im Jahr 2014. Mittlerweile leben sie in Berlin. Zwölf Songs haben sie für "Parcels" geschrieben und aufgenommen.

Ein Song spezieller als der andere

Das Album klingt leicht und rauschhaft, als wäre es gerade entstanden. Doch dem ist nicht so. Jeder Klang hat seinen Platz, es gibt kaum Zufälle, alles ist durchdacht. Die erste Single des Albums "Tieduprightnow" erfrischt durch den angenehmen Rhythmus und der Gegenüberstellung der Gitarren, dazwischen der fast schon "parceleske", leichte Hauch-Gesang. Bei "Withorwithout" hilft der schwingende Synthie sich entweder in den eisigen Gassen Berlins oder im Surferparadies Byron Bay wiederzufinden. Im groovigen Song "Everyroad" spitzen sich 70er-Disco-Gitarren und flächige Klangstrukturen dramaturgisch zu. Gefolgt von dem treibenden Beat des Songs "Tape". In den Songs "Closetowhy" und "IknowhowIfeel" verbinden Parcels Elektronik mit Psychedelic- und Dream-Pop-Elementen. Jeder Song hat seine eigene Geschichte, Einflüsse und keine Leerzeichen in den Titeln. Dies verdanken sie der blockierten Leertaste am Computer von Keyboarder Hetherington.

Die erste Single des Albums "Tieduprightnow":


Authentizität ist das Stichwort

Die eigentliche Geschichte des Albums beginnt mit dem vorletzten Song "Bemyself". Darin besingen sie fast a capella ihr musikalisches Zusammenwachsen und die gemeinsame Arbeit an dem Album. Jules Crommelin kam damals mit der Demo von "Bemyself" auf den Rest der Band zu und sprach danach: "In diesem Song geht es darum, was und wer wir als Band sein wollen. Das ist die einzige Botschaft, die wir für das Album brauchen." "Das hat den ganzen Prozess losgetreten", sagte Hetherington. Parcels wollten sich abgrenzen, aus dem Schatten ihrer schnellen Erfolge und der Zusammenarbeit mit Daft Punk. "Plötzlich lag eine riesige Erwartungshaltung in der Luft. Überall hieß es ständig: Das sind die Typen, die mit Daft Punk zusammengearbeitet haben, mal gucken, was sie als Nächstes machen."

Alles richtig gemacht

Der Erwartungshaltung sind sie gerecht geworden. 10 von 10 Punkten.

In völliger Eigenproduktion schaffen sie ein Werk, das sich von allem abgrenzt. Man könnte meinen, die Band Parcels mache das schon ewig, wie Profis eben. Die fünf jungen Wahlberliner aus Australien erzeugen den idealen Grad zwischen modernem Pop und alten Traditionen, immer mit einer Hand auf dem Bauch und einer auf dem Herzen. Sie werden immer seltener: Bands, die aus sich heraus Musik machen können. Schön, dass es euch gibt, liebe Parcels.

Die SWR1 Meilensteine (Foto: Schlagzeug auf einer langen Straße)

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